Unterrichtsfach Kunst
In unserer heutigen Gesellschaft sind die Schülerinnen und Schüler einer Flut von visuellen Eindrücken ausgesetzt, die noch vor zwanzig Jahren kaum denkbar waren.
Die Erzeugnisse der Optischen Massenmedien , der Architektur und Produktgestaltung prägen im Übermaß die Kultur unserer heutigen Zeit.
Kunstwerke sind durch die nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten der technischen Reproduzierbarkeit und die massenhafte Verbreitung ein Teil unserer Alltagswelt und Freizeitkultur geworden. Museen werden mittlerweile stärker frequentiert als Fußballplätze. Dies sind Phänomene, die sich in Zukunft wohl noch verstärken werden.
Darauf muss die Schule reagieren! Mehr denn je benötigen Schülerinnen und Schüler in einer solchen Situation die Fähigkeiten zur kritisch-analytischen und praktisch-handlungsorientierten Auseinandersetzung mit den Erscheinungen der visuellen Kultur, um den zunehmenden Beeinflussungen, Zwängen und Überflutungen sinnvoll begegnen zu können.
Dem Ziel der intellektuell-kognitiven Auseinandersetzung dient vor allem die Analyse von Werken der Bildenden Kunst, der Architektur, der Optischen Massenmedien und des Designs innerhalb des theoretischen Unterrichts, während die individuelle künstlerische Auseinandersetzung mit Materialien, Techniken und Themen ein besonderes Augenmerk auf die Ich-Stärkung des einzelnen Schülers richtet, der in einer gestalterisch sich immer perfekter gebärdenden visuellen Welt eine besonders wichtige Rolle zukommt. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, der glatten und oberflächlichen Inszenierung, die ihnen z.B. die virtuellen Welten der Computerspiele vorgaukeln, eine individuelle künstlerische Sicht- und gestaltungsweise entgegenzustellen.
Diese allgemeinen Ziele liegen auch dem Unterricht in Kunst am Starkenburg-Gymnasium zu Grunde.
2. Der Kunstunterricht am Starkenburg-Gymnasium
Das Fach Kunst bildet traditionell einen Schwerpunkt im kulturellen Angebot des Starkenburg-Gymnasiums. Dies zeigte sich in der Vergangenheit besonders in der Einrichtung von Kunst-Leistungskursen , die seit Mitte der 80er Jahre bis zum Ende der 90er Jahre eingeführt waren und sehr erfolgreich arbeiteten. Eine beachtliche Anzahl von Schülerinnen und Schülern dieser Leistungskurse haben mittlerweile ihren Beruf in einem gestalterischen Fach gefunden ( z.B. als Kommunikationsdesigner, Produktgestalter, Architekten, Innenarchitekten, Freie Künstler und Kunstpädagogen). Ein ehemaliger Schüler eines Kunst-Leistungskurses des Starkenburg-Gymnasiums ist als Bildhauer weltweit bekannt geworden und mit zahlreichen Einzelausstellungen in namhaften Museen und Galerien im In- und Ausland vertreten. Er hat im Jahre 2008 einen der bedeutendsten deutschen Kulturpreise erhalten und befindet sich zur Zeit als Villa Massimo-Stipendiat in Rom.
Aufgrund dieser doch beachtlichen Erfolge ist es nach wie vor eines der wichtigsten Anliegen der Fachschaft Kunst, dass die Leistungskurse in absehbarer Zukunft wieder eingeführt werden, zumal eine hinreichend große Zahl von Schülerinnen und Schülern daran großes Interesse bekunden.
Tradition am Starkenburg-Gymnasium ist auch die Teilnahme vieler Schülerinnen und Schülern aus allen Klassenstufen am „Europäischen Wettbewerb“ . Das Starkenburg-Gymnasium stellt dabei seit vielen Jahren eine beachtliche Zahl von Preisträgerinnen und Preisträger.
Weiterhin ermöglichen die engen Kontakte zum Heppenheimer Museum die Präsentation von Schülerarbeiten auch außerhalb der Schule, was bisher in vielfältiger Weise genutzt wurde. So fanden z.B. Präsentationen von Arbeiten der Foto AG, der Leistungskurse, Kunst-Aktionen usw. statt. Diese Ausstellungsaktivitäten gipfelten in einer großen „Schau“ der Arbeiten aus dem Kunstunterricht mit dem Titel „Menschenbilder“ im Herbst 2005. Dieser gelungenen Präsentation soll im Herbst 2009 eine weitere große Ausstellung mit dem Titel „Verfremdungen“ folgen.
Hinzuweisen ist auch auf die große Ausstellung der „Hessentagsphotos“ im Rathaus Heppenheim, die unter der der Leitung von zwei Kunsterziehern des Starkenburg-Gymnasiums entstanden sind.
Weiterhin ist auch die Theater-AG unserer Schule (LiZi bzw. Theater im EXIL) eng mit dem Fachbereich Kunsterziehung verbunden. Neben den seit vielen Jahren laufenden Theaterproduktionen in der Aula findet auch hier seit Sommer 2007 eine enge Kooperation mit dem Museum Heppenheim statt. Die Fachschaft Kunst wird auch in Zukunft diese außerschulischen Kontakte pflegen, z.B. durch die Teilnahme an der Aktion „Heppenheim will Flagge zeigen“, die von einer Arbeitsgruppe der Stadt veranstaltet wird.
In der Schule selbst finden die Schülerinnen und Schüler für ihre Arbeit nahezu optimale räumliche Gegebenheiten vor. Dem Fachbereich Kunst stehen 3 Kunsträume im Erdgeschoß zur Verfügung. Daneben gibt es eine eigene Bibliothek und einen gut ausgestatteten Maschinenraum mit Druckpresse, Brennofen, diversen Sägevorrichtungen sowie Werkzeug aller Art. Die Fachschaft Kunst hofft, dass sich durch die Verlagerung der Kunsträume nach dem Umbau keine Verschlechterung dieser Situation ergibt, da diese eine erhebliche Verringerung der Unterrichtsqualität mit sich bringen würde.
Zur Zeit steht den Schülerinnen und Schülern auch eine umfangreiche „Palette“ von Verbrauchsmaterialien zur Verfügung, die im Wesentlichen durch einen sog. „Werkbeitrag“ finanziert werden, einem von den Eltern unterstützten und seit über 30 Jahren äußerst bewährten System, das auch in Zukunft fortgeführt werden soll.
Auch die Neuen Medien haben in den letzten Jahren in die Kunsträume Einzug gehalten. Die AG “Neue Medien”gestaltete mit digitalen Mitteln unter anderem diese Homepage wie auch den Auftritt des Link Projektes und beschäftigt sich mit digitaler Fotografie, Gestaltung und den dazugehörigen Organisationsabläufen.
Über das reguläre Unterrichtsprogramm hinaus wurden in der Vergangenheit verschiedene freiwillige Unterrichtsveranstaltungen im künstlerischen Bereich angeboten, z.B. eine Kunst- und Werken AG , eine Foto-AG und eine Theater-AG (mit Bühnenbild), die aber z.T. aus räumlichen Gründen zur Zeit und auch während der Umbauphase nicht weitergeführt werden können. Auch hier geht die Fachschaft Kunst davon aus, dass eine Vielzahl von freiwilligen Aktivitäten nach dem Umbau in verstärktem Maße wieder aufgenommen und erweitert werden. Eine Trickfilm-AG befindet sich allerdings schon jetzt in Vorbereitung.
E. Henrich (Fachsprecher Kunst)


