Das Projekt „Lernen in Notebookklassen“

Inhalt

Vorwort

A. Die Ausgangslage am Starkenburg-Gymnasium

B.        Das pädagogische Konzept

a)    Grundideen

  • Freie Verfügbarkeit, uneingeschränkte Nutzung
  • Integration in den regulären Unterricht
  • Verstärkte Nutzung von Software zur Verbesserung des Lehrens und Lernens
  • Verbesserung der Kommunikation

b) Finanzielle und organisatorische Vorüberlegungen

C. Die Umsetzung

D. Schwierigkeiten

E. Evaluation

F. Ausblick

Anhang

Vorwort

Spätestens seit Peter Glotz’ Forderung nach einem Notebook im Schulranzen jedes Schülers und jeder Schülerin ist dieser damals revolutionär erscheinende Ansatz in der Diskussion. Zehn Jahre später ist es jedoch leider weitgehend beim Diskutieren geblieben. Es erscheint nötig, in der deutschen Schule mit dem Notebook als Arbeits- und Kommunikationsmittel in der Hand prinzipiell jedes Lernenden konkrete Erfahrungen zu machen, auch weil kaum wirkliche Berichte oder Analysen vorliegen, sieht man von einigen Ansätzen ab[1]. Die Debatte und konkretes Handeln zum Thema Notebook in der Hand jedes Schülers und jeder Schülerin werden in Deutschland zur Zeit vor allem durch die Kostenproblematik erschwert: die Ermittlung der Investitionen für die Ausrüstung der Bildungsinstitutionen mit moderner elektronischer Technologie zur Verbesserung des Lehrens und Lernens scheint statt der erhofften Aufbruchsstimmung eher Verzagtheit und Ratlosigkeit ausgelöst zu haben. Tatsächlich ist es an der Zeit, die offenbar unerfüllbare Hoffnung, einen bedeutsamen Schub im Bildungswesen durch die öffentliche Hand finanzieren zu können, durch neue Ansätze und Ideen – gerade auch zur Finanzierung in schwieriger Zeit – abzulösen.

A. Die Ausgangslage am Starkenburg-Gymnasium

Das Starkenburg-Gymnasium ist seit dem Jahre 2002 eine der Projektschulen im Kreis Bergstraße in Sachen Computereinsatz im Unterricht. Zunächst mündete dies in der Installation eines Rechners in jedem Klassen- bzw. Fachsaal der Schule. Schon bald trat das Problem auf, wie denn die vereinzelten Rechner sinnvoll in den Unterricht zu integrieren seien. Ein nachhaltiges Konzept, welches eine flächenmäßige Nutzung der Geräte erlaubt hätte, ließ sich jedoch nicht entwickeln. Dennoch – und das gab Hoffnung – waren die beiden Computerräume der Schule durchweg gut besucht, d.h. viele Unterrichtsstunden wurden verknüpft mit elektronischen Anwendungen. Damals diskutierte die Schulleitung erstmalig mit dem Schulträger die Möglichkeit Notebookklassen einzurichten – eine Vorstellung, die angesichts der damit verbundenen Kosten und der langfristig noch nicht einschätzbaren Akzeptanz der Neuen Medien durch die Mehrheit des Kollegiums nur eine schwer zu realisierende Vision zu sein schien Zunächst bot der Schulträger an, einen Teil der Einzelrechner gegen Notebookwagen einzutauschen, was als Alternative gerne akzeptiert wurde. Je 20 Notebooks lagen in zwei Wagen für die Schüler bereit, jedoch wurden auch diese beiden Wagen vom Kollegium eher sporadisch genutzt. Das Problem lag (und liegt) hier im hohen Gewicht bzw. der schlechten Manövrierfähigkeit der Wagen, der Transport in die Klassen- bzw. Fachsäle erwies sich als sehr zeitraubend; zudem sorgte die Instabilität des Netzes des Öfteren für Unmut. Aus all diesen Faktoren resultierte eine eher ablehnende Haltung des Kollegiums gegenüber dem Einsatz von „Neuen Medien“ im Unterricht. Diese Haltung änderte sich jedoch quasi „über Nacht“ nach dem Referat des Direktors des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums (ESG) in Gütersloh2, Herrn Dr. Engelen im April 2005, der unter dem Thema „Computereinsatz mit Bedacht“ seine langjährigen Erfahrungen mit Notebookklassen dem zunächst skeptischen Kollegium in der Aula des Starkenburg-Gymnasiums vortrug. Vor allem gelang es ihm aufzuzeigen, wie traditionelle Unterrichts- und Erziehungsziele durch den Einsatz moderner Medien optimiert werden können. Noch an diesem Abend entschieden sich mehrere Kollegen der Schule mitsamt der Schulleitung dafür ein Notebookprojekt am Starkenburg-Gymnasium zu starten.

B. Das pädagogische Konzept

a) Grundideen

Freie Verfügbarkeit, uneingeschränkte Nutzung: Zur Verbesserung des Lehrens und Lernens sowie der Kommunikation im Bildungsprozess erscheint es sinnvoll und nötig, prinzipiell für jede in der Schule tätige Person einen mobilen Computer zur Verfügung zu stellen, damit der Umgang mit dem neuen Arbeits- und Kommunikationsgerät möglichst stressfrei und ohne besserwisserische Kontrolle zu jeder Zeit und an jedem Ort, in der Schule ebenso wie zu Hause – je nach individueller Gelegenheit – gelernt und ganz selbstverständlich wird. Wichtig ist diese freiere Form im Umgang mit der neuen Technologie besonders für die eher Zurückhaltenden, die im Umgang mit moderner Technik eher Bedächtigen, auch Langsameren und – fast generell – die Mädchen. Darüber hinaus soll durch die planmäßige Integration von Notebooks in den Unterrichts- und Freizeitbereich die Zahl der jungen Menschen erhöht werden, die ganz geläufig, aber auch kompetent mit den modernen, mit für die Gegenwart und die Zukunft unverzichtbar werdenden Arbeitsmitteln umgehen können. Diese Personen wirken dann wiederum als „Multiplikatoren“, um weiteren jungen Menschen die Befähigung im Umgang mit dem Computer zu vermitteln und ihnen in unkompliziertem Umgang miteinander (symmetrische Kommunikationsform) konkrete, leicht annehmbare Hilfen zu gewähren.

In der Schule ist überdies ein ähnlicher Effekt in Bezug auf Lehrerinnen und Lehrer zu vermuten: der selbstverständlicher werdende Umgang mit moderner elektronischer Technologie wird zurückhaltendere Lehrpersonen, auch solche mit ausgeprägten philologischen Schwerpunkten, motivieren sich in das Gebiet moderner Arbeitsmittel einzuarbeiten und das z.T. fehlende Selbstvertrauen zu erwerben. Schließlich muss sich Schule – auch angesichts der für diesen Bereich wachsenden Bedeutungslosigkeit von Familie und anderen Institutionen – verstärkt darum bemühen, den Heranwachsenden konsequent das für ihre private und berufliche Zukunft nötige Rüstzeug zu vermitteln und die unverzichtbare Aufklärung und Medienkompetenz – gerade auch bezüglich der Computer- und Netztechnologie –allen Jugendlichen unabhängig vom privaten Status häuslicher Ausrüstung zu ermöglichen. Diesen Zielen möchte das Starkenburg-Gymnasium nach dem Vorbild des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums in Gütersloh in einer breit angelegten Kooperation mit dem Schulträger, dem Kreis Bergstraße, der Bildungsgesellschaft Frankfurt sowie IT-Consult in Mannheim seine Aufmerksamkeit widmen. Selbst eine gut ausgestattete Schule mit verschiedenen Computerzentren und Arbeitsmöglichkeiten auch jenseits des Unterrichts ist nicht in der Lage, hinreichend vielen, geschweige denn allen Schülerinnen und Schülern genügend kontinuierlichen Umgang mit der neuen Technik im Kontext konkreter Sachanforderungen unterschiedlicher Fächer zu gewähren. Das ist aber nötig, wenn die modernen Arbeits- und Kommunikationsmittel in unterschiedlichen Zusammenhängen für die Bearbeitung konkreter Problemstellungen selbstverständlich und flüssig verwendet werden sollen.

Integration in den regulären Unterricht: Bei der Einführung des Notebook in den Schulalltag erscheint es aus jugendpsychologischen und lerntheoretischen Erwägungen heraus geboten, den Gebrauch des Computers in den regulären Unterricht zu integrieren. Es kann dagegen gewiss nicht das Ziel der Schule sein, von den Unterrichtsgegenständen abgelöst Software-Pakete in speziellen Kursen oder Lernsequenzen zu vermitteln. Vielmehr sollten Schülerinnen und Schüler lernen, dass ohnehin anliegende schulische Themen unterschiedlicher Fächer sehr sinnfällig mit Hilfe der neuen Technologie erfasst und bearbeitet werden können und sich durch den Einsatz des Notebooks Verbesserungen des Lernens und spezielle neue Möglichkeiten zur Verstärkung von Kommunikation im Lehr- und Lernprozess, aber auch im Freizeitbereich ergeben.

Insofern führt ein pädagogisch reflektiertes Notebook-Projekt die Kinder und Jugendlichen am konkreten Unterrichtsgegenstand schrittweise und in steigender Progression in die Benutzung geeigneter Programme einer Standardsoftware ein. Ständiger Umgang und eine stetige Erweiterung bzw. Ausdifferenzierung sollen die Lernenden zu einem selbstverständlichen, flüssigen Gebrauch von Textverarbeitungs-, Kalkulations-, und Bildbearbeitungsprogrammen führen. Im Laufe von drei Schuljahren soll sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Gegenstandsbereiche der Unterrichtsfächer und des Trainings verschiedener Bauteile gängiger Standardsoftware bei Schülerinnen und Schülern die fast selbstverständliche Kompetenz aufbauen, zu je anstehenden Fragestellungen und aufgeworfenen Problemen geeignete Programmteile zu nutzen.

Verstärkte Nutzung von Software zur Verbesserung des Lehrens und Lernens: In ihrer Grundkonfiguration werden die Notebooks mit dem Betriebssystem Windows XP Professional© sowie dem Paket Microsoft Office 2003© Professional© bestückt. Daneben sollten den Lernenden erprobte Lernsoftware-Programme nahe gebracht werden, mit deren Hilfe sie ihr Lernen in den einzelnen Fächern oder Sachgebieten differenziert und individuell verbessern können. Hier sind bewährte Vokabel- und Grammatik-Lernprogramme ebenso zu nennen wie solche zur Verbesserung und selbstverständlichen Beherrschung mathematischer Operationen. Lern- und Übungssoftware solcher Art kann mit Hilfe des eingeführten Notebook einerseits in differenzierende und individualisierende Unterrichtsphasen in der Schule selbst eingebaut, aber auch im privaten Bereich zur freiwilligen und individuellen Zusatzübung und Vertiefung genutzt werden. Schließlich sucht die Schule in Zusammenarbeit mit Verlagen und auf der Grundlage der Software-Bewertung SODIS3 nach solcher Software, mit deren Hilfe konventionelle und neue Zugriffe auf Wissens- und Datenbestände in möglichst schülergerechter, d.h. anschaulicher, sachlich reduzierter und überschaubarer Form möglich werden.

Verbesserung der Kommunikation: In dem Notebook-Projekt wird zusätzlich ein Akzent auf die Verbesserung von Kommunikationsmöglichkeiten in der Schule und in der Freizeit gesetzt. Das Projekt wird so angelegt, dass die Lernenden einen intensiveren Austausch von Texten und weiteren Materialien untereinander erhalten. Das muss u.a. dadurch realisiert werden, dass die Notebooks mit Hilfe von WLAN-Basisstationen eine drahtlose Verbindung zum Server der Schule und dadurch auch untereinander erhalten. Auf diese Weise wird es möglich, dass Beiträge einzelner Schülerinnen und Schüler auf den Computern aller anderen Schülerinnen und Schüler zur Sicherung oder Umarbeitung bzw. zur Korrektur zur Verfügung gestellt werden. Mit dieser Technik kann in Zukunft auf ein im Hause erstelltes und gepflegtes Intranet zugegriffen werden, das allen Beteiligten – nach klar vereinbarten Bedingungen – zur Verfügung stehen soll. In das Intranet sollen von den Schülern oder von Lehrkräften selbst erstellte Materialien zu unterschiedlichen Themen und Fachbereichen eingestellt werden.

Zusätzlich werden aus dem Internet kommende Daten, die durch einen schulspezifischen Webfilter „zensiert“ werden, zu bestimmten Sachgebieten bzw. Zusammenhängen gespeichert und schulintern zur Verfügung gestellt. So sollen auch jüngere Schülerinnen und Schüler darauf vorbereitet werden, das Internet später frei, aber qualifiziert und verantwortungsbewusst zu nutzen.

b) Finanzielle und organisatorische Vorüberlegungen

Eines der ersten Prinzipien muss es sein, den Schülern ein umfassendes Hard- und Softwarepaket inklusive Versicherungsschutz anzubieten. Folgende Richtlinien werden dabei zu beachten sein:

  • Die Hardware muss im Schadensfall schnell und unbürokratisch ausgetauscht werden können.
  • Die Standardsoftware (s. oben) muss im Paket enthalten sein und mit ihr müssen so viele Aufgaben wie möglich erledigt werden, d.h. auf die Anschaffung zusätzlicher kostenpflichtiger Schulsoftware soll so weit wie möglich verzichtet werden.
  • Bei Softwareproblemen muss die Neuinstallation des Rechners per Fernbetankung erfolgen.
  • Eine zusätzliche Geräteversicherung, die z.B. Schäden durch Fahrlässigkeit abdeckt sowie eine Diebstahlversicherung mit möglichst geringer Eigenbeteiligung im Versicherungsfall, muss abgeschlossen werden.
  • Das gesamte Paket sollte die Eltern der Schüler nicht mehr als 30,-€ pro Monat kosten. Die Laufzeit des Leasingvertrages soll dabei vier Jahre betragen.
  • Für sozial schwächere Familien soll ein ermäßigter Satz von 12,-€ pro Monat erhoben werden. Dies wird dadurch finanziert, dass von der regulären Monatsrate jedes Schülers 1,-€ in einen „Sozialtopf“ wandert. So wird ein gewisses Maß an Solidarität geübt und verhindert, dass die Teilnahme am Projekt von der Höhe des Einkommens der Eltern abhängt.

Jedoch muss neben der Installation der Notebooks auch ein komplettes und störungsfrei arbeitendes Netzwerk installiert werden. Unabdingbar sind hierbei:

  • Der kabellose Zugang jedes Schülers zum Schulserver.
  • Die Anbringung eines Deckenbeamers und einer Projektionsfläche.
  • Die Installation eines Netzwerkdruckers.
  • Die Ausstattung des Klassenraumes mit Steckdosenleisten zur externen Stromversorgung.
  • Eine Software, die dem jeweils unterrichtenden Lehrer die Gelegenheit gibt, die Bildschirme der Schüler zu überwachen und ggf. regulierend einzugreifen.

Schließlich wird auch noch zu beachten sein, dass

  • die teilnehmenden Lehrer regelmäßig fortgebildet werden und somit als „Multiplikatoren“ dienen können,
  • die Schüler möglichst in Eigenregie aufkommende Hardwaredefekte beim Gerätehersteller melden und entweder einen Techniker bestellen oder leichtere Defekte unter telefonischer Anleitung selbst beheben.

C. Die Umsetzung

Nach dem oben kurz skizzierten „Damaskuserlebnis“, dem Vortrag von Dr. Engelen am Starkenburg-Gymnasium im April 2005, fand sich spontan eine Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern bereit, ein Projekt „Notebookklassen am Starkenburg-Gymnasium“ zu initiieren und stieß damit bei der Schulleitung natürlich auf offene Ohren. Die finanzielle und organisatorische Unterstützung des Schulträgers (Kreis Bergstraße) war schnell gewonnen. Nun galt es, nach der Zustimmung der Gesamtkonferenz auch die Eltern vom Konzept zu überzeugen. Dazu fand im Juli 2005 ein Informationsabend zum Thema statt, bei dem neben den Kollegen auch Vertreter des Kreises sowie der Geschäftsführer der Bildungsgesellschaft4 anwesend  waren. Die darauf folgende verbindliche Anmeldung für die zwei in Frage kommenden Notebookklassen (jeweils eine Französisch- und eine Lateinklasse) zeigte, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem überstieg. So musste denn das Los über den Besuch einer Notebookklasse mit Beginn des Schuljahres entscheiden.

Nach einem arbeitsintensiven Vorlauf, in der insbesondere die technischen und organisatorischen Fragen zu klären waren, wurden die ersten Notebooks am 1. Februar 2006 an die Schülerinnen und Schüler bzw. die Lehrerinnen und Lehrer ausgeliefert. Der nächste Meilenstein wurde im Juli 2006, mithin kurz vor Beginn der Sommerferien durch die Installation der Deckenbeamer und der Projektionsflächen in den beiden Sälen der Notebookklassen erreicht. Überdies begannen nach den Ferien die so genannten „NoteBook Angels“ (NBAs) damit, sämtliche die Hardware betreffenden Probleme direkt mit dem Gerätehersteller zu klären, d.h Techniker zu bestellen oder ggf. selbst defekte Teile auszutauschen. Diese NBAs (jeweils zwei Mädchen und zwei Jungen) rekrutieren sich aus jeder Notebookklasse und wurden bzw. werden regelmäßig geschult und fortgebildet. Darüber hinaus war es für die Realisierung des Projekts sehr hilfreich, dass ein technisch versierter Vater uns mit Rat und Tat unterstützte. Aufgrund der gemachten, insgesamt positiven Erfahrungen entschloss sich die Schulgemeinde, auch im Schuljahr 2006/2007 wieder zwei Klassen mit Notebooks auszustatten. Für die nähere Zukunft wird entschieden werden müssen, ob das Projekt – aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen in Folge von „G8“ – schon in der Jahrgangsstufe 7 beginnen soll.

D. Schwierigkeiten

Folgende Schwierigkeiten, die während der Anlaufphase bzw. der Ausführung des Projekts offenbar wurden, sollen hier kurz genannt werden:

Schuljahr 2005/2006:

  • Die Ausgabe der Notebooks an die Schüler verzögerte sich um ca. drei Monate.
  • Der Leasingvertrag in seiner ersten Fassung wies starke Unklarheiten und vor allem rechtliche Ungereimtheiten auf.
  • Die Installation der Netzwerkumgebung verzögerte sich um ca. sechs Monate.
  • Die „Überwachungssoftware“ NetOpSchool© funktionierte in der vorhandenen Version nicht und musste erst

überarbeitet werden.

  • Die Ausgabe der Software (Microsoft Office 2003©) an die Schüler verzögerte sich ebenfalls um mehrere Monate.
  • Die Reparatur von Defekten der Netzwerkumgebung dauerte zu lange.

Schuljahr 2006/2007:

  • Da sich in der ersten Umfrage bis auf drei Kollegen alle bereit erklärt hatten, sich früher oder später an dem Projekt zu beteiligen, wurde bei der Unterrichtsverteilung nicht noch einmal die Bereitschaft hinterfragt, was bei einzelnen Kollegen, die mit einem Einsatz lieber noch warten wollten, zu Unmut führte.
  • Die Installation der Netzwerkumgebung und die Auslieferung der Software verzögerten sich auch dieses Mal wieder um mehrere Monate, was bei den Eltern verständlicherweise auf starken Unmut stieß.
  • Die Eltern monierten zudem, dass sie zu wenig am Projekt beteiligt seien und forderten uns dazu auf, ihnen mehr Informationen z.B. bezüglich der Funktionsweise des Notebooks in schriftlicher Form zukommen zu lassen.
  • Bedingt u.a. durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 von 16% auf 19% musste die monatliche Rate auf jetzt 31,50.-€ angehoben werden. Dieser Betrag soll aber bei den nächsten Durchgängen möglichst wieder unterboten werden.

E. Evaluation

Von Beginn an muss es ein Ziel des Projektes sein, sich selbst auf den Prüfstand zu stellen. Zu diesem Zweck soll nach jedem Jahr eine ausführliche Bewertung des erreichten Standes ermittelt werden. Dazu wird an alle teilnehmenden Schüler und deren Eltern ein Fragebogen ausgegeben, der die Stärken und Schwächen des vergangenen Jahres beleuchten und etwaige Fehlentwicklungen verhindern soll. (s. Anhang)

F. Ausblick

Beim Blick in die (nähere) Zukunft bleibt festzuhalten, dass die Akzeptanz und ggf. die Erweiterung des Projekts stark von der Kontinuität desselben abhängt. Ziel kann und muss es in jedem Jahrgang sein, mindestens zwei Klassen als Notebookklassen laufen zu lassen. Auf lange Sicht ist und bleibt die Ausstattung aller Schüler (inkl. Oberstufe) mit Notebooks das Ziel. Um sich diesem Ziel nähern zu können, muss eine noch stärkere Kooperation und Konzeptualisierung innerhalb derjenigen Kollegen, die in Notebookklassen unterrichten, erreicht werden und auch die Eltern müssen – soll die Akzeptanz weiterhin hoch bleiben – früher und ausführlicher informiert werden. Um Verzögerungen und daraus resultierenden Unmut bei allen Beteiligten zu verhindern, muss mit dem Schulträger in jedem Falle künftig die feste Absprache getroffen werden, dass die Notebooks direkt nach den Herbstferien eines jeden Jahres an die Schüler ausgegeben werden. Die Installation der Netzwerkumgebung wird nicht zeitgleich erfolgen können, es sollte dennoch gewährleistet werden, dass die gesamte Infrastruktur spätestens vor den Weihnachtsferien komplett einsatzbereit eingerichtet ist.

Mit Blick auf die Schüler bleibt zu hoffen, dass das Notebook zukünftig in noch stärkerem Maße den Status eines selbstverständlichen Arbeitsgerätes einnimmt.

Anhang

Ergebnis der Evaluation des 1. Durchgangs (Abiturjahrgang 2011) nach 12 Monaten:

Evaluation der Notebookklassen (Schüler) (Schulnoten von 1 bis 5)

Wie zufrieden bist Du mit der Anlaufphase des Projektes? 3,5
Technische Evaluation (Hardware)
Wie zufrieden bist Du mit der Qualität (Verarbeitung) des geleasten Notebooks? 2,8
Wie zufrieden bist Du mit der Leistung (z.B. Prozessorgeschwindigkeit, Speicher, Laufwerke, Display)? 3,1
Wie zufrieden bist Du mit der Qualität des Akkus? 3,6
Technische Evaluation (Software)
Wie gut lassen sich die Unterrichtsaufgaben mit MS Office bewältigen? 1,7
In welchem Maße hat sich die Anschaffung der folgenden Software bislang gelohnt?
  • Euklid
2,1
  • Derive
2,7
  • Hot Potatoes
4,5
  • AK Win Chemie
1,4
Wie bist Du zufrieden mit der Möglichkeit der Neubetankung des Rechners? 2,6
Technische Evaluation (Netzwerk)
Wie zufrieden bist Du mit der Geschwindigkeit des Netzwerks (Internet, Netzwerkordner)? 3,3
Wie zufrieden bist Du mit der Zuverlässigkeit des Netzwerks? 3,6
Pädagogische Evaluation
Hat sich Deine persönliche Lernmotivation (Freude am Lernen) durch den Einsatz des Notebooks verbessert? 2,7
Wird das Notebook im Unterricht angemessen eingesetzt? 2,7
Hat das Notebook dazu beigetragen Dein eigenverantwortliches bzw. selbstständiges Lernen zu fördern? 2,9
Haben sich Deine Lernergebnisse gegenüber dem herkömmlichen Unterricht verbessert? 3,1
Technischer Dienst
Wie zufrieden bist Du mit der technischen Unterstützung durch DELL? 2,8
Wie zufrieden bist Du mit der technischen Unterstützung durch die NBAs? 3,2

Zum Schluss noch zwei Fragen:

(1) Hat sich Deine persönliche Einstellung bezüglich des Notebooks geändert?                                    Ja: 34%

(2) Hat sich das Projekt „Lernen mit Notebooks“ gelohnt?                                                                      Ja: 86%

Evaluation der Notebookklassen (Eltern) (Schulnoten von 1 bis 5)

Wie zufrieden sind Sie mit der Anlaufphase des Projektes? 3,4
Wie zufrieden sind Sie mit der Informationspolitik der Schule bezüglich des Projektes? 3,0
Technische Evaluation (Hardware)
Wie sind Sie mit der Qualität (Verarbeitung) des geleasten Notebooks zufrieden? 2,5
Wie sind Sie mit der Qualität des Akkus zufrieden? 3,2
Pädagogische Evaluation
Hat sich die Lernmotivation (Freude am Lernen) Ihres Kindes durch den Einsatz des Notebooks verbessert? 2,7
Hat Ihrer Meinung nach das Notebook dazu beigetragen, das eigenverantwortliche bzw. selbstständige Lernen Ihres Kindes zu fördern? 2,7
Haben sich die Lernergebnisse Ihres Kindes gegenüber dem herkömmlichen Unterricht verbessert? 3,0

Zum Schluss noch drei Fragen:

(1) Hat sich Ihre persönliche Einstellung bezüglich des Notebooks geändert?                                       Ja: 41%

(2) Hat sich – nach Ihrer Wahrnehmung – die persönliche Einstellung Ihres

Kindes bezüglich des Notebooks geändert?                                                                                       Ja: 29%

(3) Hat sich das Projekt „Lernen mit Notebooks“ gelohnt?                                                                      Ja: 76%


[1] Eine (inoffizielle) Liste der Schulen mit Notebookklassen findet man unter http://www.anytime-anywhere-learning.net/index.php?id=10&type=1!

2 Ausführliche Informationen zu Notebookklassen am ESG finden sich unter: http://www.ev-stift-gymn.guetersloh.de

3 http://www.medien.bildung.hessen.de/kompass

4 Nähere Informationen hierzu unter http://www.die-bildungsgesellschaft.de