Weihbischof Dr. Guballa würdigt das Zeitzeugenprojekt des Starkenburg-Gymnasiums

Weihbischof Dr. Guballa würdigt das Zeitzeugenprojekt des Starkenburg-Gymnasiums

Das Bistum Mainz feierte den diesjährigen Welttag des Friedens am 28. Januar 2012 in Heppenheim. Ausgehend von der Botschaft des Papstes „Junge Menschen zu Frieden und Gerechtigkeit erziehen“ wurden bei einer Podiumsveranstaltung im Marienhaus Aktionen und Projekte vorgestellt, in denen junge Menschen ihre Wertschätzung und ihr Engagement für Frieden Gerechtigkeit zeigen.

Den Anfang machte das Zeitzeugenprojekt des Starkenburg-Gymnasiums. Seit 2001 kommt es Jahr für Jahr zu Begegnungen mit Frauen und Männern aus Polen, die in Konzentrationslagern oder Ghettos leben mussten. Die SchülerInnen fragen dabei u.a. nach den Erfahrungen im Lagerleben und nach der Kraft, dort zu überleben. Ihre Reaktion auf eine solche Begegnung haben SchülerInnen unsres Gymnasiums einmal in einem Dankbrief an einen Überlebenden von Ghetto und KZ so ausgedrückt: „Wir haben noch bewusster erfahren, wie viel Leid Sie, Ihre Familie und alle anderen Menschen zu dieser Zeit erfahren mussten. Gerade weil die Zeit des Naziregimes eine so grauenvolle Zeit war, bewundern wir Ihre Offenheit und Ihren Mut, mit denen Sie uns entgegengetreten sind. Es ist für uns schön gewesen zu sehen, dass Sie keinen Hass auf uns Deutsche haben. Wir fanden Ihren Lebensmut alle erstaunlich.“ Immer wieder steht am Ende dieser Begegnungen die Übereinkunft: „Gemeinsam wollen wir uns dafür einsetzen, dass so etwas Schreckliches nicht wieder geschieht“.

Unser Zeitzeugenprojekt wurde von Pastoralreferent Bartho Forchner-Thöne, Lehrer für Katholische Religion an unserer Schule, vorgestellt. Er vertrat unsere ehemalige Schülerin Nathalie Marino, die leider erkrankt war und ihre Präsentation über die Begegnungen mit den ehemaligen KZ-Häftlingen nicht vorstellen konnte.

Danach berichtete Manfred Forell von der Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße von den Aktivitäten rechtsradikaler Jugendlicher und dem Engagement junger Menschen gegen die Neonazi-Gruppierungen in unserer Region. Anschließend schilderte Abigayel Bock, Doktorandin aus Heidelberg, Erfahrungen aus ihrem Friedensdienst im palästinensischen Autonomiegebiet.

Den Abschluss des Weltfriedenstages 2012 im Bistum Mainz bildete ein festlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter. In seiner Predigt betonte Weihbischof Guballa, dass es für ihn besonders eindrucksvoll gewesen sei, wie das Schulprojekt mit betagten Zeitzeugen, die Gewalt in jüdischen Ghettos und KZs der Nazi-Machthaber überlebt hätten, vorgestellt wurde. Er bezeichnete es als gute Botschaft, dass junge Menschen sich davon ansprechen ließen und die Authentizität der Zeitzeugen achteten.

28.01.2012