Aktionskunst setzt Zeichen für Frieden

Aktionskunst setzt Zeichen für Frieden

Gemäß den Traditionen der UN wurde am Freitag die Generalversammlung der Vereinten Nationen eröffnet. Im Jahr 1981 wurde der 21. September in der UN-Resolution 36/67 zum „International Day of Peace“ erklärt. Er soll ein Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein. Auf Initiative der Fachschaften Religion und Ethik und der AG „Schule ohne Rassismus“ wurde dieser Tag am Starkenburg-Gymnasium erstmals mit einer Aktion in der Pausenhalle gewürdigt.
Axel von Studnitz, Religions- und Kunstlehrer an der Schule, hatte in den vergangenen Wochen in Vorbereitung für diese Aktion mit den Kindern des Ganztagsangebotes einen dekorativen, riesigen Jahreszeiten-Baum gestaltet, der nun die Fensterfront der Betreuungsräume für das Ganztagsangebot schmückt. Je nach Jahreszeit und Anlass sollen die Äste des Kunstwerks in Zukunft geschmückt werden.
Anlässlich des Weltfriedenstags wurde der Baum am Freitag mit hunderten Friedenswünschen versehen, die die Mädchen und Jungen der fünften bis neunten Klassen zu Papier gebracht hatten. Gesprochen worden war über das Projekt im Religions- und Ethikunterricht.
Auf unterschiedliche Weise haben die Schüler ihre Gedanken formuliert: Einer faltete eine Friedenstaube, andere schrieben „Weltfrieden“ oder „Peace“ auf. Oder: „Wenn dir selbst Krieg verhasst ist, dann mute das auch keinem anderen zu“. Während die einen sich wünschten, dass es keinen Hunger mehr in Afrika gibt, gab es auch radikalere Gedanken: „Die Terroristen sollen sich meinetwegen selbst in die Luft sprengen, aber dabei keine Zivilisten töten“.

Der ein oder andere wies darauf hin, dass Friede schon im eigenen Umfeld entstehen kann: „Wenn jemand deine Hilfe braucht, dann komm’ ihm auf halbem Weg entgegen.“ Einige äußerten ihr Nein zu atomaren Waffen, jemand wünschte sich „Frieden für die Tiere“, ein anderer Schüler rief dazu auf, dass in der Schule Beleidigungen und Gewalt keinen Platz finden. „Friede für Haiti“, „Kein Mobbing“, „Dass niemand allein durch schwere Zeiten gehen muss.“, „Nie wieder Krieg“ – die Wünsche, teils liebevoll gemalt, waren vielfältig. Viele Kinder haben sich und Jugendliche Gedanken zum Thema gemacht hatten.
Die Mitglieder der AG „Schule ohne Rassisimus“ verteilten am Freitag in den Pausen kleine Blätter in Form des Peace-Zeichens, auf denen die Schüler der Oberstufe und die Lehrer ihre Friedenswünsche eintragen konnten. Viele malten die Peace-Zeichen einfach bunt an. Aus diesen kleinen Symbolen wurde am Ende auf dem Boden der Halle ein überdimensionales Friedenszeichen gestaltet, mit dem auf die weltweite Initiative „Peace one day“ (http://peaceoneday.org/students/) aufmerksam gemacht werden soll. Aktionskunst, um Augen zu öffnen und das Bewusstsein zu wecken.
Befragt, was sie von der Aktion halten, gingen die Meinungen etwas auseinander. Die Mehrzahl der Schüler fand die Friedensaktion gut und wünschte sich mehr solcher Möglichkeiten, sich zu solchen Themen äußern zu können. Andere äußerten sich kritisch: „Was nützt das, wenn wir hier Zettel aufhängen? Deshalb gibt’s noch lange keinen Frieden“, so ein junger Mann. „Das ist Augenwischerei“, stimmt eine Schülerin ihm zu.
Doch kritisches Auseinandersetzen mit einem Thema ist in der Schule erwünscht, so Fachbereichsleiterin Christiane Wüstner. Schließlich möchte man keine Ja-Sager erziehen, sondern Menschen, die sich ihre eigene Meinung bilden. Von den Unterstufen-Schülern gab es einige, die sich einfach freuten, dass sie ausnahmsweise während der Pause im Schulgebäude bleiben konnten. Nur zu schnell klingelte es und die Schüler mussten wieder in den Unterricht. Zurück blieben mit dem Friedensbaum und dem Peace-Zeichen zwei aussagekräftige, Hoffnung verbreitende Symbole gegen den Krieg.

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