Basketball im Rollstuhl

Basketball im Rollstuhl

Gar nicht so leicht: Schüler des Starkenburg-Gymnasiums haben mit Michael Ortmann, dem Trainer der Youngsters von den „Mainhatten Skywheelers“, einer Basketballabteilung des Rollstuhlsportclubs Frankfurt, trainiert.
Die Jahrgangsstufe 8 des Starkenburg-Gymnasiums mit dem Wahlunterrichtsfach Sport verbrachte einen Vormittag in der Sporthalle mit Michael Ortmann, dem Trainer der Youngsters von den „Mainhatten Skywheelers“ – einer Basketballabteilung des Rollstuhlsportclubs Frankfurt. Der besondere Unterricht wurde für die sportbegeisterten Schüler von Schulsportleiter Steven Groß organisiert, der darin auch einen wertvollen Beitrag zum Thema Inklusion – der Einbeziehung behinderter Schüler in den Unterricht einer Regelschule – sieht.
Training von und mit einem Profi
Skywheelers-Trainer Michael Ortmann leidet an einer Muskelentzündung und sitzt seit dem 16. Lebensjahr im Rollstuhl, was ihn aber nicht davon abgehalten hat, Sport zu treiben. Dazu gehören Schwimmen, Tanzen, Tischtennis und Badminton. Doch seine große Leidenschaft gilt dem Basketball. Bevor Ortmann Trainer bei den Skywheelers wurde, spielte er in der Oberliga.
Mit zehn Rollstühlen, speziell gefertigt für Basketball, kam Ortmann nach Heppenheim. Alleine schon die Fahrstühle vom Transportfahrzeug die Rollstuhlrampe hinunter zur Halle zu fahren, erforderte einiges an Aufmerksamkeit und bereitete den Schülern auch Spaß. Am Eingang hatten sie dann gleich ihr erstes Hindernis zu bewältigen: Durch die schräg gestellten Räder kamen sie mit den Rollstühlen nicht so einfach durch die Tür. Sie mussten erst den Türflügel öffnen.
Michael Ortmann hielt sich nicht lange mit Vorreden auf, sondern ließ die fast 30 Schüler nach und nach einige Übungen bewältigen – darunter Vorwärts- und Rückwärtsfahren, Bremsen und Slalom. Die Schüler waren sofort mit Eifer bei der Sache. Aus Erfahrung weiß der Trainer der Skywheelers, dass die Schüler kein Befremden zeigen. „Für sie ist das einfach ein Sportgerät, aus dem sie kaum noch rauszukriegen sind“, sagte Ortmann.
Wie kann man trippeln und zugleich fahren? Wie jetzt aber den Ball trippeln und den Rollstuhl vorwärtsbewegen? „Eine einfache Möglichkeit, vorwärtszukommen, ist die Rückwärtsrotation des Balles“, erklärte der Rollstuhlbasketball-Trainer. Der Ball kommt dadurch automatisch zurück. Der Rollstuhlfahrer kann ihn dann auf den Schoß legen und zweimal mit den Händen den Rollstuhl vorwärts bewegen, bevor er die nächste Aktion unternimmt oder den Ball abgibt.
„Ganz schön schwierig“, fand der 14-jährige Jeremias die Koordination von Basketball und Rollstuhl: „Man muss einerseits den Rollstuhl mit den Händen antreiben, aber auch den Ball gleichzeitig trippeln, dann fehlt je nachdem die rechte oder linke Hand zum Ausgleichen der Spur.“
Von Juni bis Juli 2013 werden die Europameisterschaften im Rollstuhlbasketball in Frankfurt veranstaltet. Hierzu sind die Schüler aus dem Heppenheimer Gymnasium nun eingeladen – vielleicht wohnt der eine oder andere dem ja dann auch bei.
© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 09.03.2013