Einer geht, einer kommt, alles bleibt

Einer geht, einer kommt, alles bleibt

Starkenburg-Gymnasium – Abschied von Karl-Heinz Diedrich – Kontinuität in der Schulleitung trotz Wechsel

Abschied nach 36 Jahren: Karl-Heinz Diedrich (links), langjähriger Lehrer und stellvertretender Schulleiter am Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium, ist in Rente gegangen. Seinen Posten übernimmt Ulrich Lehmann, der künftig Schulleiter Bernhard Zotz (rechts) unterstützt. Foto: Lutz Igiel

In der Schulleitung des Starkenburg-Gymnasiums gibt es einen Wechsel. Karl-Heinz Diedrich ist nach 26 Jahren als stellvertretender Schulleiter in Rente gegangen. Den Posten übernimmt Ulrich Lehmann aus Bensheim.

Am 31. Juli war Schluss. An diesem Tag endete die Lehrerlaufbahn von Karl-Heinz Diedrich, der seit 1977 am Starkenburg-Gymnasium tätig war. Diedrich kam als Referendar an das Heppenheimer Gymnasium und ging als stellvertretender Schulleiter. 26 Jahre lang hatte er diesen Posten inne, der immer Organisationstalent, oft diplomatisches Geschick und manchmal starke Nerven gefordert hatte. Welcher Lehrer unterrichtet welche Klasse? Welcher Unterricht findet wann wo statt? Über Jahre hat Diedrich unter anderem die Stunden- und Vertretungspläne für die Klassen fünf bis zehn erstellt, den Schuletat verwaltet und für das Kultusministerium die Schüler- und Lehrerdatenbank gepflegt.

Zotz würdigt Diedrichs Arbeit

Zudem hat Diedrich die Fächer Physik und Informatik unterrichtet. Letzteres hat er am Starkenburg-Gymnasium inhaltlich maßgeblich geprägt und voran gebracht. Zudem war der engagierte Pädagoge zwei Mal gemeinsam mit der kürzlich verstorbenen Studienrätin Claudia Nothnagel geschäftsführender Schulleiter – zuletzt von Februar 2002, als Norbert Köhler als Schulleiter ging, bis Juni 2002, als Elin Ganter kam.

„Karl-Heinz Diedrich hat immer ,hier’ geschrien, wenn es Arbeit gab“, würdigt Schulleiter Bernhard Zotz seinen ehemaligen Stellvertreter. Zotz, der sein Amt als Schulleiter selbst erst im Februar angetreten hatte, hat Diedrich in der sechs Monate dauernden Zusammenarbeit schnell kennen und schätzen gelernt. „Seine Erfahrung und sein Engagement werden mir fehlen.“ Diedrich sei für ihn gerade am Anfang „Ansprechpartner Nummer Eins“ gewesen.

Sein Wissen gibt Diedrich indes nach wie vor gerne weiter und seinem Nachfolger sozusagen Starthilfe. „Es liegt mir am Herzen, dass hier alles nahtlos weiter geht.“ Seit Anfang des Schuljahres ist Ulrich Lehmann als stellvertretender Schulleiter am Starkenburg-Gymnasium tätig. Mit Lehmann ist ein Pädagoge in die Schulleitung aufgerückt, der einen großen Teil seiner Karriere im Ausland verbracht hat. Erst Anfang dieses Jahres ist Lehmann aus Namibia zurückgekehrt. In Windhoek, der Hauptstadt des afrikanischen Landes, hat er in den vergangenen zehn Jahren an der Deutschen Schule gearbeitet. „Ich wäre gerne länger geblieben, aber der Vertrag wurde nicht verlängert“, sagt Lehmann mit einem Augenzwinkern. Schon früher zog es ihn in die Ferne. Seit 1990 lebte er in Portugal, wo er fünf Jahre lang an der Deutschen Schule Lissabon unterrichtete.

Lehmanns Laufbahn beginnt in Bensheim

Begonnen hat Lehmann seine Laufbahn in Bensheim, unterrichtete Biologie und Chemie am Alten Kurfürstlichen und am Goethe-Gymnasium. Dort hatte er auch seit Anfang 2013 wieder gearbeitet. In dieser Zeit hat er sich als stellvertretender Schulleiter in Heppenheim beworben und sich gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.

Zotz freut’s: „Mit Ulrich Lehmann kann ich gut zusammenarbeiten.“ Er sei bereit, Verantwortung zu übernehmen und habe sich ins Team der Schulleitung – das außer dem Schulleiter und seinem Stellvertreter aus der Studienleiterin und drei Fachbereichsleitern besteht – bereits gut integriert.

Reiselust haben der ehemalige und der neue Stellvertreter gemeinsam. Der 63 Jahre alte Diedrich hat zwei Jahre vorm regulären Eintritt in den Ruhestand gekündigt. „Ich habe mit meiner Frau noch einiges vor“, sagt der frischgebackene Pensionär. Auf der To-do-Liste des Paares stehen nun vor allem Reisen. Schon seit Jahren verbringen die Diedrichs einige Wochen im Sommer in Massachusetts, Amerika. „Ein schwarzes Loch wird es nicht geben.“ Dafür werden auch die Enkel sorgen, drei Jungs im Alter von drei, fünf und neun Jahren. Auf das neue Team am Starkenburg-Gymnasium warten derweil neue Aufgaben.

Oberste Prämisse: Attraktiven Unterricht anbieten. „Dafür brauchen wir eine gewisse Schülerzahl“, sagt Zotz. Deshalb will der Schulleiter sich eng mit den Grundschulen verzahnen und mit anderen Schulen im Kreis kooperieren. Derzeit besuchen 945 Schüler das „Stabugy“.

„Die größte Herausforderung wird aber die Rückkehr zu G 9 sein.“ Die Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen. Wenn es so kommt, bedeute das aber nicht, dass Lehrer und Schüler einfach zum alten Programm zurückkehren können. „Auch mit G 9 müssen wir gewisse pädagogische Ziele umsetzten, etwa das Ganztagsangebot erhalten.“

Gemeinsam mit Lehmann will er das Starkenburg-Gymnasium weiter entwickeln. Ulrich Lehmann, der in seiner Rolle angekommen zu sein scheint, will ihn unterstützen: „Ich will vorerst nichts verändern, und wenn, dann nur im Einverständnis mit allen.“ Beide Pädagogen setzen auf Kontinuität. Einer geht, einer kommt, alles bleibt – zumindest das, was sich bewährt hat.

(C) Starkenburger Echo vom 11.09.13