Schüler des Starkenburg-Gymnasiums zu Besuch in St. Petersburg

Schüler des Starkenburg-Gymnasiums zu Besuch in St. Petersburg

Vom 30. August bis zum 07. September 2013 hatten 16 Schüler des Heppenheimer Starkenburg-Gymnasiums die Möglichkeit, an einem Austausch mit einer Schule in der russischen Großstadt Sankt Petersburg teilzunehmen.  Im April dieses Jahres waren die russischen Austauschschüler zu  Besuch in Heppenheim und hatten die Möglichkeit, deutsche Städte wie Frankfurt und Heidelberg entdecken zu können.
Die von Zar Peter dem Großen vor über 300 Jahren ins Leben gerufene Stadt an der Newa hat heute über 5 Millionen Einwohner und ist zu einer der schönsten Städte des Ostens geworden.
Sobald man einen Fuß in die vollen Straßen von Sankt Petersburg setzt, bemerkt man die Schönheit der Metropole, wohin man schaut, sieht man Glockentürme, schimmernde Dächer oder einen Stadtpalast.
Von Anfang an war uns klar, dass es unmöglich war, alle Seiten dieser Stadt in nur acht Tagen, die wir in Russland verbringen durften, sehen zu können, weswegen unser Motto war : einfach die Augen offen lassen, um so viel wie möglich von der Stadt aufnehmen zu können.

Die Besonderheit des diesjährigen Austausches lag darin, dass wir die Möglichkeit hatten,  eine typisch russische Einschulung miterleben zu können. Uns allen war klar, dass das etwas Besonderes war, da wir unter anderem von unseren Austauschschülern darüber informiert wurden, dass wir uns angemessen anziehen sollten.
Als wir am zweiten September um neun Uhr in der Schule ankamen, fiel uns sofort auf, dass dieser Tipp unserer Partner wirklich sehr ernst gemeint war, denn die komplette Schule d.h. Erstklässler, Schüler, Eltern, Familienangehörige und Lehrer waren in den Farben der Schule (grau, weiß und schwarz) gekleidet. Außerdem war die Schule mit Ballons geschmückt, und die neuen Erstklässler hatten alle zusätzlich weißen Blumenschmuck im Haar. Wenn man auf den Schulhof kam, konnte man sofort die Aufregung der Kleinen und die Förmlichkeit dieser Veranstaltung spüren.  Die Einschulungszeremonie bestand darin, dass die Schulleiterin eine Rede hielt und danach ein Erstklässler und eine Erstklässlerin symbolisch eine Glocke läuteten, was das erste Läuten des Schuljahres bedeuten sollte, daraufhin die Ballons steigen gelassen wurden und die Erstklässler zu ihrer ersten Schulstunde antreten durften.
Nachdem wir dieser Zeremonie beiwohnen durften, besuchten wir natürlich auch die touristischen Ziele Sankt  Petersburgs, wie zum Beispiel die Eremitage.
Das weiß- goldene Gebäude des Museums liegt hinter dem großen Schlossplatz und sieht schon von außen sehr beeindruckend aus.  Schnell fällt der Unterschied zu touristischen Höhepunkten in anderen Ländern auf: Egal ob man vor dem Eifelturm oder dem Kolosseum steht, alles ist von Touristen überfüllt und überall werden Miniatursehenswürdigkeiten der jeweiligen Stadt verkauft. Doch hier – keine Spur. Auch im Inneren des Museums sind wir fast allein und haben angenehm viel Platz, um uns in Ruhe zwischen Gemälden von Pablo Picasso,  Leonardo Da Vinci und vielen anderen großen Künstlern umzusehen.
In dem Museum befinden sich insgesamt 2,7 Millionen Exponate, was die Sammlung  zehnmal so groß wie die des Pariser Louvre macht.
Außer den touristischen Zielen hatten wir dadurch, dass wir bei Gastfamilien wohnten, noch die Möglichkeit, die russische Kultur und das russische Essen näher kennen zu lernen. In allen Gastfamilien spürten wir die berühmte russische Gastfreundschaf. Die Familien bemühten sich sehr darum, uns den russischen Lebensstil zu zeigen, weshalb wir auch manchmal mehr Essen bekamen, als uns lieb war.
Wir alle lebten außerhalb des inneren Kernes von Sankt Petersburg in Hochhaussiedlungen, was aufgrund der hohen Mietpreise in der Metropole üblich ist. Für die Mädchen in unseres Alters( 14 – 16 Jahre) war es alltäglich, mit Pumps oder Kleid in die Schule zu gehen, was auch für die deutschen Mädchen des Austausches einen Wow – Effekt hatte.

Alles in allem war der Austausch mit der russischen Schule eine wertvolle und empfehlenswerte Erfahrung für uns alle, und wir würden es jederzeit wieder tun. Selten kann man eine fremde Großstadt auf so eine nahe Art und Weise wie wir durch den Austausch erleben.

Theresa Bender,  Jahrgangsstufe 9 des Starkenburg-Gymnasiums