Globalisierung: Chance oder Falle?

Globalisierung: Chance oder Falle?

Podiumsdiskussion am Starkenburg-Gymnasium – Dr. Klaus Schollmeier diskutiert mit Abiturienten über Bildung und Innovation in Deutschland.

Am Donnerstag, den 15.5.2014, wurde von der Fachschaft Politik & Wirtschaft für die Jahrgangsstufen 11 und 12 eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Jugend in der Globalisierungsfalle“ organisiert. Auf dem Podium saßen die SchülerInnen Vera Gehrke, Kristina Herlitzius, Kai Engel, Fabian Kohl, Benedikt Wenz (Jahrgangsstufe 12) und Herr Schulz als Moderator. Des Weiteren wurde Dr. Klaus Schollmeier eingeladen. Er war Pharmaforscher bei der BASF in Ludwigshafen, später auch Forschungsleiter in den USA. Im Gebiet der Biotechnologie gründete er verschiedene Unternehmen und brachte diese an den Börsenmarkt. Außerdem beschäftigt er sich in der Jugendarbeit, was für ihn eine große Rolle spielt.

Als erstes wurde über das Bildungssystem diskutiert. Schollmeier findet, dass die Erfahrungen, die in der Schule gemacht werden, im späteren Leben nicht mehr gebraucht werden. Deswegen fände er eine solide Grundausbildung besser. Dabei sollten die Sprachen auf Grund der Globalisierung in den Vordergrund rücken. G8 findet er nicht sinnvoll, da die Schüler so nicht ausreichend auf ihr Berufsleben vorbereitet werden könnten. Schon im Kindergarten solle das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden. Den NC als Aufnahmekriterium an Universitäten hält er ebenfalls nicht für sinnvoll, da das Talent besser gefördert werden könnte. Des Weiteren gefällt ihm an den Universitäten die frühe Spezialisierung nicht.

Als Nächstes gab Schollmeier Tipps zur Berufswahl. Er meinte, dass man das tun solle, wo man eine Leidenschaft entwickeln kann. Dafür solle man auch Risiken eingehen. Als Beispiel hierfür nannte er die Start-up-Unternehmen, die es in den USA leichter haben, erfolgreich zu werden, als in Deutschland, da die Deutschen nicht so risikobereit seien, weil sie keine Anreize dazu hätten. Dies sei auch der Grund, warum der Kapitalmarkt in den USA stärker sei. Ein weiterer wichtiger Punkt für eine erfolgreiche Zukunft seien die neuen Innovationen. Damit seien aber nicht nur die neue Erfindungen an sich gemeint, sondern auch die Fähigkeit Möglichkeiten zu erkennen und diese umzusetzen. Dies sei auch das Problem der deutschen Pharmaindustrie, denn früher sei sie eine der führendsten gewesen. Nun sei sie sogar nicht mal unter den Top Ten, da Deutschland nicht die Risikobereitschaft habe,  um Innovationen zu schaffen.

Die Thesen von Dr. Klaus Schollmeier bestärkten viele Schüler, da er nicht nur als Geschäftsmann mit ihnen kommunizierte, sondern auch auf einer sozialen Ebene.

Des Weiteren ermutigte Schollmeier die Abiturienten dazu, nicht immer nach der Vernunft zu handeln, sondern auf das eigene Herz zu hören.

Von Vanessa Töngi und Lena Steffen (Jgst. 11)