Jugend jazzt in Bensheim

Jugend jazzt in Bensheim

Vier Bergsträßer Schul-Bigbands spielen auf beachtlichem Niveau für die Rotarier und für einen guten Zweck

Kurz vor dem Finale der Fußball-WM sind in Bensheim vier Schul-Bigbands von der Bergstraße aufeinandergetroffen. Aber nicht im Wettstreit, sondern im friedlichen Miteinander, bei dem nur Positives herauskam.
BENSHEIM.
Der Erlös des „Bergsträßer Big Band Benefiz“, zu dem der Rotary-Club Bensheim-Heppenheim ins Goethe-Gymnasium eingeladen hatte, kommt dem Musikunterricht an der Seebergschule zugute, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“.
Zum guten Zweck kam am Sonntagmittag von Anfang an gute Musik dazu – und das, obwohl das schlechte Wetter gleich dem ersten Set zusetzte. Ein kräftiger Schauer sorgte für Unruhe und Bank-Rücken, als die von Christoph Kaiser am Bass geleitete Bigband der Gastgeber-Schule mittendrin im Programm war. Der Mut der Veranstalter um Rotary-Präsident Reinald Hoben, ins Freie zu gehen, zahlte sich zunächst nicht aus. Getrieben von einer dominanten Rhythmus-Gruppe stellten die jungen Musiker ihre Versionen von Stücken vor, die von den „Blues Brothers“ über „Police“ bis zu „Blood, Sweat & Tears“ reichten.
Moderator Bruno Weis hatte den paar hundert Zuhörern mit Recht versprochen, dass jede Gruppe ihren eigenen Stil pflege und schon deshalb im zweieinhalbstündigen Ablauf kein Platz für Langeweile sei. Diejenige der Geschwister-Scholl-Schule unter Doppel-Leitung von Joachim Brenzel und Dirk Apfel legte sich überwiegend aufs sensible Begleiten zweier Sänger fest, die sich durchaus mit Erfolg als Interpreten von Elvis oder Caro Emerald versuchten. Film- und Rockmusik sorgten für Kontraste zu den Beiträgen der beiden Big Bands vorher und nachher, die vom Stil einander noch am nächsten waren.
Latin- und Swing-Klassiker bilden den Kern dessen, was diejenige des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums unter Sonja Hayer-Lenz zu bieten hatte. Zu diesem Zeitpunkt war das Publikum längst in die rechte Jazzkonzert-Stimmung gekommen. Ovationen gab es vollkommen verdient für Felix Ambachs spektakuläres Schlagzeug-Solo in Tito Puentes „Oye como va“. Was der AKG-Schüler kann, spricht sich mittlerweile herum: Jüngst gewann er den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in seinem Fach.
Ähnliche Disziplin, ähnliche Leistungen rief das einzige nicht aus Bensheim kommende Ensemble ab. Mit kräftigem Bläsersound – allein vier Altsaxofone gehören zur Sektion – und unter energischer Leitung von Frieder Schneeweiss spielte die Bigband des Heppenheimer Starkenburg-Gymnasiums Ohrwurm auf Ohrwurm; von „Tequila“ bis zu „Locked out of heaven“ von Bruno Mars reichte das Repertoire an diesem Mittag.
„Erstmalig in der Geschichte gibt es einen gemeinsamen Auftritt von Heppenheimer und Bensheimer Schul-Bigbands.“ Mit diesen Worten hatte Reinald Hoben die Besonderheit des Konzerts beschrieben, zu der sich eine weitere gesellte: Für Herbie Hancocks „Water Melon Man“ vereinigten sich Spieler der beteiligten Gruppen zu einer wirklich groß geratenen Bigband.
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