Lernen im Zwei-Schicht-Betrieb

Lernen im Zwei-Schicht-Betrieb

Starkenburg-Gymnasium – Schulleiter erläutern, warum aus ihrer Sicht 20 Millionen für Umbau gut angelegt sind.

20 Millionen Euro hat die Sanierung des Starkenburg-Gymnasiums Heppenheim gekostet. Gut angelegtes Geld, meint Landrat Matthias Wilkes; zu teuer, behauptet der Landtagsabgeordnete Alexander Bauer (beide CDU). Bernhard Zotz und Winfried Hammacher, Direktoren von Gymnasium und Abendschulen, legen Rechenschaft ab, wie die Steuermittel wirken.

935 Schüler fühlen sich wohl, und die 84 Lehrer sind froh, dass sie in diesem Umfeld arbeiten können. So fassen die beiden Direktoren ihre Eindrücke zusammen, die sie aus der Perspektive der Schulleitungen gewonnen haben. Bernhard Zotz und Winfried Hammacher beschreiben, wie die Bildungseinrichtung funktioniert und was sie von anderen Schulen im Kreis Bergstraße unterscheidet. Zum Einzugsgebiet des Heppenheimer Gymnasiums gehören die Städte und Gemeinden im Ried, vor allem Lorsch und Einhausen.

Zotz und Hammacher verweisen darauf, dass in dem Gebäudekomplex zwischen 7 und 22 Uhr Hochbetrieb herrscht. Wenn die letzten Oberstufenschüler gegen 17.15 Uhr das Haus verlassen, stehen schon die 300 Schüler von Abendgymnasium und Abendrealschule vor der Tür, die von 17.30 bis 22 Uhr von 20 Lehrern unterrichtet werden. Von Montag bis Donnerstag zwischen 18 und 21 Uhr kommen dazu die Teilnehmer von 40 verschiedenen Kursen der Kreisvolkshochschule.

Die Volkshochschule hat in Heppenheim ihren Schwerpunkt von der Martin-Buber-Schule an die Gerhart-Hauptmann-Straße verlagert, weil die Buber-Schule saniert wird. Ein Zwei-Schicht-Betrieb mit drei unterschiedlichen Systemen unter einem Dach, zumindest in dieser Beziehung spielt das Starkenburg-Gymnasium in der Bildungslandschaft eine Sonderrolle.

Termin

Informationsabend 5. Februar (Donnerstag), 19.30 Uhr, Tag der offenen Tür 7. Februar (Samstag), 10 Uhr.

Zotz verweist darauf, dass seine Schule ideale Voraussetzungen für die Ganztags-Angebote bietet, die 100 Kinder und Jugendliche nutzen. Bis 15.30 Uhr können sie die Mensa und das Medienzentrum in Anspruch nehmen, dürfen die Angebote auf dem Freigelände nutzen. Zum Außengelände gehört ein Waldlehrpfad. In der nächsten Woche soll der Kletterpark fertig sein. Für Oberstufenschüler, die den Mitschülern aus den unteren Jahrgangsstufen bei den Hausaufgaben helfen, stehen Räume zur Verfügung, die sich für die Arbeit in Kleingruppen eignen. Drei Hausmeister sorgen dafür, dass Gebäude und Geräte funktionieren und dass auch die Lehrer der Abendschule noch einen Ansprechpartner haben, wenn es um die Haustechnik geht.

„Wir sind heilfroh, dass wir die riesige Eingangshalle haben. Bei schlechtem Wetter können sich dort die Schüler aufhalten, die schon um 7 Uhr in der Schule ankommen“.

High-Tech-Tafeln in allen 56 Klassenräumen

Zu den vielen Kleinigkeiten, die das Gesamtbild einer modernen Schule formen, gehört in Heppenheim, dass die 56 Klassensäle mit schalldichten Türen ausgestattet sind. Lärm auf dem Flur kann ein Unterrichtskonzept zerstören.

Dass jedes Klassenzimmer mit Whiteboard ausgestattet ist, auch darin unterscheidet sich das Heppenheimer Gymnasium von 73 Schulen im Kreis. Die Vorzüge dieser Tafeln, die multimedial genutzt werden können, schätzen auch Abend- und Volkshochschüler.

Hammacher verweist darauf, dass die Möglichkeit für Erwachsene, am Abend zur Hochschul- oder Mittleren Reife zu kommen, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist. Pro Jahr verlassen 30 Absolventen die Abendschule mit dem Abitur, 40 mit dem Realschulabschluss. Sie kommen nicht nur aus ganz Südhessen, sondern auch aus den Nachbarländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Für die beiden Schulleiter ist die Frage schnell beantwortet, ob die 20 Millionen Euro aus dem Kreishaushalt gut angelegtes Geld sind oder ob sich der Kreis Verschwendung vorwerfen lassen muss. „Wer den Schulbetrieb nicht kennt, der könnte denken, wir sind eine Geldvernichtungsmaschine. Aber wer die Auffassung teilt, dass gut ausgebildete junge Leute der wichtigste Rohstoff unseres Landes sind, der muss anerkennen, dass der Kreis unser Gebäude gut ausgestattet hat“, sagte Zotz.

Quelle: Echo-Online