„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“

„Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“

Bei diesen Worten werden sich die allermeisten, nicht mehr ganz jungen Deutschen an das verwirrte Gesicht des Politbürofunktionärs Günter Schabowski erinnern, der bei seiner Pressekonferenz am 9.November 1989 auf der Suche nach weiteren Informationen seinen Zettel dreht und wendet. Viele Bürger der DDR und der BRD haben bei der Ausstrahlung dieser Aufnahmen noch nicht verstanden, dass der Repressionsapparat der DDR in diesem Moment den endgültigen Defekt bekommen hat. Berauscht von den Ereignissen der letzten Monate , ermutigt durch die gezeigte Vernunft, mit der alle Seiten in dieser letzten Phase der DDR agierten, und getrieben von dem Wunsch nach Freiheit oder auch einfach nur aus Neugier, strömen die Menschen an die Grenzübergänge und bringen dort durch ihr gemeinsames, geschlossenes Auftreten die Mauer endgültig zu Fall.
Ein Ereignis in unserer Geschichte, auf das wir als Deutsche stolz sein dürfen.

 

Der Mauerfall in der multiperspektivischen Zeitzeugendarstellung

Die eigene Erinnerung muss selten etwas beweisen und bleibt daher meist unreflektiert. Bei der Wiedergabe eigener Erinnerung hat das Zeitzeugengespräch daher deshalb eine hohe Authentizität. Als geschichtliche Quelle ist die Zeitzeugenaussage allerdings gerade wegen dieser persönlichen Dimension oftmals nur von geringer Bedeutung. Erst die Aussagen mehrerer Personen zu einem Ereignis führen zu einem belastbaren Gesamtbild.
Ein Projekt mit Schülern der Jahrgangsstufe 9 des SGH hatte eine solche Mehrfachbefragung zur Grundlage. Hierfür stellten sich 5 Lehrer des SGH als Zeitzeugen zur Verfügung, die den 9.November 1989 aus völlig unterschiedlichen Perspektiven erlebt haben. Die Ergebnisse dieser Interviews werden in Plakaten in überarbeiteter Form präsentiert und zeigen in einer Ausstellung in der Pausenhalle des SGH, wie unterschiedlich Menschen die einzigartigen Ereignisse um den „Mauerfall“ erlebt haben.