Forschen im „Erfinderlabor“

Forschen im „Erfinderlabor“

Schule – Finn Sebastian, Schüler des Starkenburg-Gymnasiums, beschäftigt sich mit Brennstoffzellen

Ideale Atmosphäre: Finn Sebastian, Schüler am Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium, bei der Forschungsarbeit im „Erfinderlabor“.  Foto: ZFC

Beim „Erfinderlabor“ erforschen hochbegabte Schüler aus hessischen Schulen Zukunftstechnologien. Mit dabei war jetzt auch Finn Sebastian vom Starkenburg-Gymnasium Heppenheim, der sich mit dem Thema Brennstoffzelle beschäftigte.

Die Brennstoffzelle, heißt es in einer Pressemitteilung, revolutioniert die Energiewirtschaft. Experten seien sich einig: Es gehe um eine Technologie von globaler Relevanz. „Wir brauchen jede Menge Hirnschmalz, um diese gewaltige Herausforderung zu meistern“, betont Professor Birgit Scheppat. Die Vorstandsvorsitzende der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen (H2BZ) ist davon überzeugt, dass der Markteintritt von Brennstoffzellensystemen unmittelbar bevorsteht.

Über einen Mangel an „Hirnschmalz“, Neugier und Motivation konnte sich die renommierte Wissenschaftlerin in der vergangenen Woche nicht beklagen, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt: Beim 17. ZFC-Erfinderlabor des Zentrums für Chemie erlebte sie leistungsstarke und motivierte Jugendliche, die bei der weiteren Entwicklung dieser Zukunftstechnologie eine tragende Rolle spielen könnten. 16 Ausnahmeschüler aus ganz Hessen trafen sich zum einwöchigen Wissenschafts-Workshop in Hanau und Rüsselsheim.

In vier Teams erforschten sie Aufbau und Funktion von Brennstoffzellen. Experimentiert wurde an der Hochschule RheinMain. Beim Materialtechnologie-Konzern Umicore erlebten die Teilnehmer konkrete Entwicklungsprozesse und wegweisende Anwendungen aus nächster Nähe. Der Vorstandsvorsitzende Jörg Beuers begrüßte die Teilnehmer persönlich. Beide Partner haben das ZFC bereits zum vierten Mal unterstützt.

Nach einer spannenden Woche ging das Erfinderlabor am Freitag mit einer großen Abschlusspräsentation bei Umicore ins Finale. Vor über 200 Gästen aus Hochschule, Wirtschaft und Politik präsentierten die Schüler ihre Forschungsergebnisse. Auch viele Schulleiter waren gekommen. Das ZFC wählt nach strengen Kriterien aus. Im laufenden Schuljahr verzeichnete Projektleiter Patrick Röder knapp 200 Bewerber aus 73 Schulen.

Die Fachleute waren begeistert, heißt es weiter, mit welchem Maß an Teamgeist und wissenschaftlicher Leidenschaft die Jungforscher in diese komplexe Materie eingestiegen sind: „Hier wurde selbstbewusst und virtuos gearbeitet“.

„Ich habe eine ideale Atmosphäre erlebt“, betont Finn Sebastian vom Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim die „perfekten Rahmenbedingungen für wissenschaftliches Arbeiten“. Der 16-jährige Lorscher hat sich mit seinem Team täglich bis spät in den Abend den Kopf zerbrochen. Sein Thema war die Vergiftung und Regeneration einer Brennstoffzelle durch Kohlenstoffdioxid.

„Innerhalb dieser Woche habe ich mich restlos für die physikalische Technik begeistert, da der praxisnahe Anteil im Vergleich zur klassischen Chemie deutlich überwiegt.“ In den vier Teams sind die Schüler schnell zusammengewachsen, zeigten eine durchweg hohe Motivation und schafften es, den straffen Zeitrahmen kreativ und effizient zu nutzen. Sie lobten sowohl die Atmosphäre als auch das selbstständige Arbeiten und die Betreuung durch die Hochschule und bei Umicore.

aus Echo-Online, 28.01.15