Frau Angelika Stumvoll-Keßler

Frau Angelika Stumvoll-Keßler

Wir trauern um unsere Kollegin, Lehrerin und um den wundervollen Menschen Angelika Stumvoll-Keßler.

Nach ihrem Lehramtsstudium in Mainz mit den Fächern kath. Religion und Geographie war es ihr nicht vergönnt, in dem erlernten Beruf mit einer Planstelle einsteigen zu können. Sie trat in den Dienst des Bistums Mainz, arbeitete von 1992 bis 2001 mit Gestellungsvertrag in Dietzenbach an der Heinrich-Mann-Schule und in Pfungstadt an der Friedrich-Ebert-Schule.

Parallel zu ihrer unterrichtlichen Tätigkeit an den beiden Schulen engagierte sie sich als Katechetin in den Gemeinden vor Ort. Hier gehörte sie zum Seelsorge-Team und erwarb jene Kompetenzen, von denen wir am Starkenburg-Gymnasium profitieren sollten.

Geprägt wurde sie vor allem von der franziskanischen Gemeinschaft und der ihr innewohnenden Spiritualität. Sie wurden für sie Lebensgrundlage und Grundlage ihres Wirkens, aber auch Inspiration und Kraftquelle. Aus einem tief empfundenen Glauben heraus begegnete sie ihren Mitmenschen und gab ihnen Trost, Stärke und Halt.

2007 kam Frau Stumvoll-Keßler an das Starkenburg-Gymnasium. Hier sollte das Wechseln zwischen Schulen und Gemeinden ein Ende haben. Sie wollte Wurzeln schlagen und in ihrem Beruf eine Heimat, Anerkennung und Bestätigung finden. Mit großem Elan, Engagement und hoffnungsfroh startete sie in das neue Umfeld. In kurzer Zeit erwarb sie sich die Wertschätzung der Kollegen/innen und der Schülerinnen und Schüler. Schule ist nicht nur ein Bildungsort, sondern auch soziales Umfeld für Lehrer und Lehrerinnen sowie Schülerinnen und Schülern. Die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler mit all ihren Schwierigkeiten und Problemen wird in die Schule hineingetragen und bestimmt letztlich auch deren Schulerfolg. Hier kann sich jede Schule glücklich schätzen, die eine Mitarbeiterin in ihrer Mitte weiß, die wie Frau Stumvoll-Keßler kompetent und mit viel Empathie Krisensituationen zu meistern verstand. Es gab in den letzten Jahren viele Anlässe in der Schule, in der die Schulgemeinde froh und dankbar war, dass sie sich auf Frau Stumvoll-Keßler als Schulseelsorgerin verlassen konnte.

Gestatten Sie mir an dieser Stelle ein paar persönliche Worte. Frau Stumvoll-Keßler und ich arbeiteten seit zwei Jahren zusammen. Uns verbindet eine Vielzahl an Erfahrungen. Gemeinsam haben wir katholische Theologie studiert. Über viele Jahre waren wir in der Gemeinde- und Jugendarbeit aktiv. Gemeinsam wollten wir als Religionslehrer Schüler und Schülerinnen für unseren Glauben begeistern. Gemeinsam haben wir aber auch mit und an unserer Kirche, besser sollte ich sagen Amtskirche, gelitten.

Gemeinsam wollten wir unseren Schülern und Schülerinnen eine Lebensperspektive geben, ihnen Werte vermitteln und in Krisensituationen zur Seite stehen.

Für mich bleibt Frau Stumvoll-Keßler als eine Kollegin in Erinnerung, die immer optimistisch und lebensbejahend in die Zukunft blickte. Ich habe sie nie pessimistisch, niedergeschlagen oder gar resignativ erlebt. Und diesen Eindruck hatte ich bis zuletzt, als ich sie vor wenigen Wochen besuchte. Kraft und Stärke gaben ihr ihr unerschütterlicher Glaube.

Es ist bezeichnend, dass sich Angelika Stumvoll-Keßler für die Trauerfeier die liturgische Farbe Weiß gewünscht hat. Weiß steht für Ostern, für die Auferstehung. Der Auferstehungsglaube macht das Abschiednehmen ein wenig leichter und verbindet uns.

Verbunden ist auch die Schulgemeinde des Starkenburg-Gymnasiums im Andenken an einen Menschen, der eine Lücke reißt und den wir sehr vermissen werden.

 

Bernhard Zotz

Schulleiter