„Was fällt Dir zum Thema Sehnsucht und Liebe ein?“

„Was fällt Dir zum Thema Sehnsucht und Liebe ein?“

„Was fällt Dir zum Thema Sehnsucht und Liebe ein?“ Mit dieser Fragestellung startete die Klasse 9d in ein nicht alltägliches Deutschprojekt. Zunächst sah man ratlose Gesichter, doch dann entwickelten die Schülerinnen und Schüler eine eindrucksvolle „Lyrik-Galerie“ mit gefühlvollen und sprachlich interessanten Gedichten. Impulsgeber waren Bilder oder Musikstücke, zu denen die Jugendlichen ihre Gedanken, Erfahrungen und Gefühle aufs Papier brachten.

 

Gedicht (Eva Trillig, Lena Kuttig, Sophia Koglin; Klasse 9d)


Liebe und Sehnsucht

Ich sehe aus dem Fenster raus

und denke nur an dich,

ob ich dich jemals wieder wieder seh`,

das weiß ich leider nicht.

 

Das Ufer liegt so fern von mir,

doch riesig ist meine Liebe zu dir.

 

Der Wind wie dein Atem in meinem Haar,

Meeresrauschen wie deine Stimme

tief und klar.

 

Das weite Meer so groß und still,

mein kleines Herz macht was es will.

 

Das Wasser blau, wie deine Augen,

die Magie des Moments

ich kann es kaum glauben.

 

Ein großes Schiff in weiter Ferne,

am Himmel funkeln tausend Sterne.

Nun hoff` ich es ist bald so weit,

dass wir leben in Zweisamkeit.

Ihr Universum

Es ist Nacht; elf Uhr.

Sie liegt in ihrem Bett,

und eigentlich will sie schlafen.

 

Doch ihr Gehirn führt Selbstgespräche.

Ohne, dass sie ihren Mund aufmacht,

hat sie Angst, jemand aus der Nachbarschaft könnte sich wegen dieser

Lautstärke beschweren.

 

Ihr Fenster steht offen, wie jede Nacht.

Die leichten, weißen Vorhänge heben und senken sich sanft von der

lauwarmen Luft.

Sie schaut in den blauen, klaren Himmel, so unglaublich schön, mit

unterschiedlich funkelnden Sonnen.

 

Gänsehautgefühl.

 

Auf einmal öffnet ihr Kopf einen weiteren Tab,

und er erscheint im Universum ihrer Gedanken.

Eine Welle voller Erinnerungen überflutet sie.

 

Er hatte sie spüren lassen,

wie sehr vermissen wehtun kann.

Er hat jedes Mal ein derartiges Gefühlschaos in ihr ausgelöst, dass sie

meinte ihr rolle ein Kloß aufs Herz.

 

Den trug sie dann tagelang mit ihr herum,

und wenn der dann mal weiterrollte begann alles von vorne.

Sie sah in den verschiedensten Leuten einen Teil von ihm.

 

Und da war er wieder, der Kloß auf ihrem verwirrten Herzen.

Sie wurde ins Schwanken gebracht,

zwischen Sehnsucht und er Welt, die sich hier weiterdrehte.

 

Die so voller schöner Erlebnisse,

aber doch nicht vollkommen war.

Traurigkeit und Wut tauchten bei den Gedanken an ihn auf.

 

Sie beißt die Zähne zusammen und starrt weiter in den Himmel.

Den Großen Stern, den sie fixiert verschwimmt vor ihren Augen.

Sie schließt sie und merkt, wie ihr eine Träne über die Wanke kullert.

 

Als sie ihre Augen wieder öffnet,

hat der Stern sich in dem unendlich scheinenden Universum verloren,

und scheint woanders sichtbar klein weiter.

 

Doch merke dir Kopf, denkt sie: Wörter bedeuten nichts.

Nur Taten zeigen die Wahrheit- die Wahrheit seines Universums.

 

Das Mädchen am Fenster

Nun steh‘ ich hier , Augen voller Tränen,

wann werd‘ ich dich bloß wiedersehen ?

Meeresluft kommt mir entgegen , welch‘ Idylle,

doch um mich herum , solch‘ unbestimmte Stille.

 

Schon jetzt merk‘ ich wie die Sehnsucht steigt

und sich mein Zimmer füllt mit traurigkeit.

Doch da draußen du bist so weit , so fern

und schaust hinauf zu unserm Stern.

 

Voller Hoffnung auf dein Wiedersehen,

bleib‘ ich an meinem Fenster stehen.

Und das Boot wird immer kleiner,

du bist bald weg von mir, leider.

 

Nun ist da nichts mehr, kein Boot nicht du

und ich weiß schon , dass ich werd‘ nicht ruhn.

Ich werd‘ jetzt bleiben in meiner Einsamkeit

bis du da bist und ich voller Freud.

 

 

Das Mädchen am Fenster

Ich sitze am Fenster und schaue in die Weite,

und habe dich nicht an meiner Seite,

das Meer höre ich rauschen,

den Wind höre ich sausen,

doch wenn ich mich umschaue, ist niemand bei mir,

ich wünschte du wärst hier.

 

ich fühle mich wie die Einzige auf der Welt,

die sich jeder Herausforderungen stellt,

als müsse ich keine Verantwortung tragen,

und könnte jeden Schritt ohne Zweifeln wagen,

und ich gucke hoch, der Himmel ist blau,

ich vermisse dich, mein Leben ist grau.

 

 

Die Suche nach meinem Leben

Vom grauen Alltag werd‘ ich gelenkt.

Tief im Innern, große Sehnsucht,

Die Enge meines Lebens mich bedrängt.

Lange schon versucht ich meine Flucht.

Doch gefesselt von meinem Strang,

Gefangen auf engstem Raum;

Jetzt wage ich den Neuanfang,

Und verfolge meinen Trau!

 

Hier beginnt meine Reise.

Ich bin angekommen,

Auf meine eig’ne Art und Weise

Hab‘ ich das Abenteuer angenommen.

Zwischen Wiesen, Feldern, Hügeln,

Ein kleines Häuslein sich im Winde hält.

Und die Vögel spannen ihre Flügel,

Und das Sonnenglitzern in die Wälder fällt.

 

Die frische Luft durchdringt mein Herz,

Still steh‘ ich, lausche der Natur.

Das Meer, es nimmt mir allen Schmerz,

Und ich leiste meinen Schwur:

„Magie und Zauber fest verbunden,

Wie Kobold, Fee und Hexe.

Reisen kann ich Stund‘ um Stunden,

doch zu Hause bin ich nur hier!“

 

Jetzt spür ich es, ich bin bereit,

Zu leben hier, mit Land und Leuten,

Zu leben hier, in Zweisamkeit.

Zusammenhalt erfahr ich in den Bräuchen.

Jetzt spür‘ ich sie, die Freiheit zu Lieben.

Wärme und Zufriedenheit steh’n für mich bereit.

Und mein Vertrauen in den Frieden

Lässt mich genießen die Geborgenheit.

 

Endlich fand‘ ich meine Ruh,

Glücklich bin ich, dankbar noch dazu.

Die alten Zwänge überwunden,

Hab‘ ich meine Heimat nun gefunden.