Verwandlungen im Vakuum

Verwandlungen im Vakuum

HEPPENHEIM – Umfassende Informationen gab es bei einem Tag der offenen Tür am Samstag im Starkenburg-Gymnasium (SGH). Viele Eltern nutzten mit ihren Viertklässlern die Gelegenheit, sich die Schule anzuschauen.

Gleich im Foyer stand Direktor Bernhard Zotz den wissbegierigen Eltern Rede und Antwort. Die Viertklässler konnten sich aber auch alleine in den Unterrichtsräumen umsehen oder an einer Führung teilnehmen.

Ob Pauline aus der 5b und ihre Freundin Vanessa aus der vierten Klasse einer Grundschule noch dazu kamen, alle Räume der Schule zu besichtigen und beispielsweise die vielen Experimente und Vorführungen in den Chemie- und Physiksälen zu bestaunen, ist nicht bekannt. Die beiden stürzten sich mit Feuereifer auf das Thema Werken. Nach kurzer Anleitung durch Kunstlehrer Christoph Burkert ging es an die Arbeit. Diese beschäftigte die Freundinnen so intensiv, dass sie ihre Umgebung völlig vergaßen. Ein kleines Boot mit Holzmast, Segeltuch und Reling entstand.

Überhaupt gab es in den Kunsträumen einiges zu sehen. „Von solchen Malkünsten bin ich Lichtjahre entfernt“, rief ein begeisterter Vater. Karin Pietz wiederum staunte über das architektonische Modell eines platzsparenden Studentenwohnheimes ihrer Enkelin Jana Röder aus der zwölften Klasse.

Erfahren, wo der Kakao wächst

In welchen Ländern welche Früchte angebaut werden und wie diese aussehen, konnten die potenziellen Fünftklässler bei Luna und Letitia aus der 5d erfahren. Fotos mit Mais, Reis, Weizen, Kakao und so weiter konnten die Besucher Proben zuordnen. Dabei wurden auch Bilder gezeigt, wie eine Kakaofrucht von innen aussieht. Hier ging es nicht etwa um das Fach Biologie, sondern um Erdkunde.

Viele Experimentierstationen gab es im Physiksaal. Physiklehrer Stephan Endres begeisterte mit seinen Vorführungen. Er zeigte, wie groß ein Luftballon oder ein Mini-Schokokuss unter einer Vakuum-Glocke werden können, wenn mittels Pumpe die Luft entzogen wird.

Das Starkenburg-Gymnasium, traditionell naturwissenschaftlich ausgerichtet, macht ebenso in den Fremdsprachen, der musikalischen Erziehung und dem Sportunterricht von sich reden. Auch in diesen Fächern werden immer wieder Schüler sogar auf Landes- und Bundesebene für ihre Leistungen ausgezeichnet.

„Demnächst erhält die Schule ein Zertifikat als ‚Gesunde Schule‘“, erklärte Zotz. Stichwort hier: „Bewegte Pause“. Ein erst im vergangenen Jahr auf dem Schulgelände neu eingerichteter Bewegungsparcours und ein Spielcontainer mit Toren zum Fußballspielen und anderen Spielgeräten tragen in den großen Pausen und in der fast einstündigen Mittagspause dazu bei, dass sich die Schüler nach Lust und Laune austoben können.

Eine Herzensangelegenheit des Direktors war die Neuausrichtung der Notebook-Klassen, die ab der siebten Klasse besucht werden können. Statt wie zuvor das Notebook leasen zu müssen, können jetzt eigene Geräte mit zum Unterricht gebracht werden, solange diese die Mindestvoraussetzungen erfüllen. Das Starkenburg-Gymnasium wurde 2010 als erste Notebookschule des Kreises Bergstraße ausgezeichnet. Um sich nicht den Verdacht auszusetzen, Eltern wie Schülern etwas überstülpen zu wollen, gab es einen Findungsprozess und Umfragen wurden gestartet. Es engagierten sich auch der Schulelternbeirat – vor allem dessen Vorsitzender Andreas Toth und sein Stellvertreter Michael Misch sowie Schüler, die schon in den Notebook-Klassen sind und ihre Erfahrungen mit einbringen konnten.

Medienerziehung ab der fünften Klasse

Schon ab den fünften Klassen wird auf die Medienerziehung geachtet. Neben der Vermittlung technischer Grundkenntnisse legt die Schule auf die verantwortungsvolle Bewegung ihrer Schüler in den sozialen Netzwerken wert.

Auch unternehmerische Fähigkeiten werden am SGH gefördert. In einer Projektwoche im vergangenen Sommer wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft die Firma „Stark’n Bakery“ gegründet. Das Juniorunternehmen unterhält verschiedene Abteilungen und produziert Backmischungen, die in dekorierten Einweckgläsern schön anzuschauen sind. Produktionsstätte und Förderer des Projektes ist die Bäckerei Kaufmann.

Von Dagmar Jährling
(c) Starkenburger Echo vom 15.02.16