„Einmal Freunde, immer Freunde“

„Einmal Freunde, immer Freunde“

40 Jahre Schulpartnerschaft mit dem Collège Charles Péguy in Le Chesnay

HEPPENHEIM – „Der Austausch war ein tolles Erlebnis. Meine Freunde und ich haben Paris gesehen, aber auch die französische Kultur besser kennengelernt. Eine Erfahrung, die man nicht vergisst“, hatten Achtklässler des Starkenburg-Gymnasiums auf stilisierte Eichenblätter geschrieben und dazu den Eiffelturm und die Trikolore gezeichnet.

Am Samstag schmückten ihre Statements den Baum, der seit dem 9. Juli 1994, als der damalige Rektor Norbert Köhler ihn einpflanzte, vor dem Eingang der Schule wächst und gedeiht wie die Partnerschaft des Gymnasiums mit dem Collège Charles Péguy in Le Chesnay, die 1976 begründet und jetzt mit einer Feier zum 40. Jahrestag bekräftigt wurde.

Bergsträßer Weinrebe reist mit nach Frankreich

„Partenaires un jour, partenaires toujours“ – Einmal Freunde, immer Freunde – ist auf einem neuen Schild zu lesen, das Sina Krings aus der 8b und Christoph Seibel aus der 8a gemeinsam mit Schulleiter Bernhard Zotz enthüllten, unter dem Beifall ihrer Klassenkameraden, Eltern und Lehrer sowie der 32 Mädchen und Jungen aus Le Chesnay, die mit Deutschlehrerin Caroline Nomitch und ihren Kollegen Gaelle Guérin und Christophe Schoeser zum Gegenbesuch in Heppenheim zu Gast sind. Wenn die Franzosen am Mittwoch die Rückfahrt antreten, werden sie auch ein Geschenk mitnehmen, symbolträchtig wie die Eiche am Starkenburg-Gymnasium: eine Weinrebe von der hessischen Bergstraße, die sich am neuen Standort ebenfalls prächtig entwickeln möge.

40 Jahre Schulpartnerschaft waren am Abend zudem Anlass, den Aktivisten der ersten Stunde Dank abzustatten: Maryse Fabrégat und Jaqueline Marx vom Collège Charles Péguy, Ute Waller und Theo Frey vom Starkenburg-Gymnasium, Erika Leis, Barbara Hopp, Irmi Schemann von der Konrad-Adenauer-Schule und Gerda Weichsel von der Martin-Buber-Schule, die sich in den Anfangsjahren auch am Austausch beteiligt hatten. Zum Festakt gekommen war auch Michael Mohri, der ab 2003 die Verantwortung für den Austausch übernommen hatte, Elternbeiratsvorsitzender Andreas Toth und vom Magistrat der Stadt Heppenheim Gisela Geiger.

Schulleiter Zotz erinnerte an den Elysée-Vertrag von 1963, mit dem Charles de Gaulle und Konrad Adenauer die Versöhnung zwischen dem französischen und dem deutschen Volk auf der politischen Ebene eingeleitet hatten. „Die Jugend ist der Schlüssel zur gemeinsamen Zukunft“, sagte Zotz. „Gerade in einer Zeit, in der die europäischen Werte massiv von außen in Frage gestellt werden, müssen wir zusammenrücken und uns als Einheit verstehen. Frankreich und Deutschland sollten hier Vorbild sein und zu Garanten des Unionsgedankens werden.“ Jaqueline Marx hatte in einer E-Mail an die Festgemeinde leidenschaftlich für die Förderung des Spracherwerbs plädiert: „Wenn die Bürger, und vor allem die Jugend, sich nicht für diese Freundschaft einsetzen durch das Lernen der Partnersprache, dann gehen auch das Entdecken und das Sich-verstehen-Lernen verloren, betreten Gleichgültigkeit, Vorurteile, sogar Feindseligkeit die Arena.“

„Ich bin ein Heppenheimer“, hatten zuvor die Lehrer aus Le Chesnay betont und sich damit ebenso Applaus verdient wie die Fachschaft Französisch am Starkenburg-Gymnasium – Susanne Kubitza, Birgit Krauth, Birgit Löbig, Beatrice Köhler, Carolin Seling und Referendarin Gloria vom Bruch –, die in Heppenheim den Staffelstab übernommen haben und mit Jaqueline Marx’ Worten weitertragen „wie das tapfere Schneiderlein, indem sie Tag für Tag nicht nur gegen Fliegen, sondern auch gegen Riesen kämpfen“.

(c) Echo Online 14.06.16