Der nackte Wahnsinn – Vorverkauf läuft

Der nackte Wahnsinn – Vorverkauf läuft

„IS THIS THE END – THE END MY FRIEND“ (?) Die Aula des Starkenburg-Gymnasiums steht (vielleicht) im nächsten Jahr vor dem Umbau – und damit sind (vielleicht) die Tage von LiZi in „unserer geliebten Sauna“ gezählt. Die „Regie“ steht ebenfalls kurz vor der Pensionsgrenze und (vielleicht) ist das auch personell das „letzte Gefecht“. Vielleicht geht’s aber auch im „Exil“ noch einmal weiter – wie vor zehn Jahren während der Umbauphase der Schule. Der Marstall im Kurmainzer Amtshof ist mittlerweile saniert und könnte – wie vor zehn Jahren – noch einmal unsere Fluchtburg für eine „kleine,  aber feine“ LiZi-Produktion werden. Alles ist offen und im Fluss. Nobody knows, what’s going on.

 

DER NACKTE WAHNSINN Doch Anfang Juli geht’s mit dem „Nackten Wahnsinn“  in der Aula erst noch einmal in den  Showdown. Das Stück des englischen Autors Michael Frayn, ein Kritiker hat es einmal die „Mutter aller Komödien“ genannt,  feiert seit  fast dreißig Jahren weltweit Riesen-Erfolge. Es wird in der laufenden Spielzeit an den Städtischen Bühnen Heidelberg und am Staatstheater Darmstadt gespielt. Und nun auch in Heppenheim.

 

INHALT Das Stück zeigt den Alltag eines britischen Tourneetheaters. Regisseur Lloyd Dallas versucht mit seinem Ensemble die Boulevardkomödie „Nackte Tatsachen“ auf die Bühne zu bringen. Aber mehr als den ersten Akt wird das Publikum nie zu sehen bekommen. Diesen aber gleich in dreifacher Ausführung. Zunächst bei der chaotischen Generalprobe, die schon das kommende Desaster vorausahnen lässt. Nachdem die ersten Vorstellungen mit Ach und Krach bewältigt wurden, bahnt sich inmitten der Tournee durch die englische Provinz schon das heillose Chaos an. Während auf der Bühne der Schein einer stringent und fehlerfrei laufenden Aufführung gewahrt wird, bricht hinter der Bühne der anarchische Kleinkrieg „aller gegen alle“ aus. Und der Zuschauer erlebt das „Tohuwabohu“  hautnah mit, denn die Kulissen sind gedreht und man sieht, was „backstage“ und in den Garderoben „abgeht“. Affären, Eifersuchtsszenen, verschwundene Schauspieler, verlorene Kontaktlinsen und jede Menge Sardinen und Alkohol lassen das Ganze für alle Beteiligten zum Alptraum werden. Und am Ende der Tournee läuft die letzte Aufführung – nun wieder von vorne sichtbar – gänzlich „aus dem Ruder“.

Das Stück interpretiert die Theaterkunst als einen Akt der Welterschaffung und Weltzerstörung, als ein vertracktes Zusammenspiel von Vorder- und Hinterbühne. Auf der Bühne müht sich ein verschworenes Ensemble, hinter der Bühne aber tummelt sich eine Horde manischer Einzelkämpfer.

 

INSZENIERUNG  „Lasst die Finger davon. Ihr blickt irgendwann selbst nicht mehr durch, was ihr da macht“, riet uns ein erfahrener Schauspieler des Heidelberger Theaters nach der Vorstellung. Seine Warnung blieb ungehört, und so haben wir den ganzen Wahnsinn des „Tür auf – Tür zu“ und „Rein und Raus“ und „Hin und Her“ bis zum Exzess erfahren. Und der Schauspieler hatte recht, wir wussten oft nicht mehr, was wir da eigentlich machten. Und doch hatten alle Beteiligten einen Riesen-Spaß bei den Proben, denn das Stück, angesiedelt zwischen Klamotte und slapstick-comedy, Boulevard-Komödie und Farce, bietet eine Menge schauspielerischer und komödiantischer Möglichkeiten.

Die Schwierigkeiten bestehen vor allem in den unablässigen dynamischen Ortswechseln, zwischen denen kaum Zeit zum Atemholen bleibt. Und es sind fast immer alle in Bewegung – eine gewaltige physische Anstrengung für die Schauspieler. Dennoch sind wir voll auf unsere Kosten gekommen. Und das Gleiche wünschen wir auch Ihnen. Allerdings: erwarten Sie keinen tieferen Sinn, keine Aussage, keine Belehrung, genießen Sie einfach nur das, was Theater (und LiZi) immer war und immer sein wird: einfach nur DER NACKTE WAHNSINN.

 

Aufführungsdauer: ca. 2 1/2 Stunden (Pause nach dem 1. Akt)

 

Die Aufführung wird für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 empfohlen.