Im Netz geht nichts verloren

Im Netz geht nichts verloren

In den siebten Klassen wurde der Film „Verklickt“ gezeigt, der den digitalen Alltag junger Menschen mit seinen Problemen und Gefahren aufzeigt. Im Anschluss stand Bettina Noll, Schulbeauftragte der Polizeidirektion Bergstraße, Rede und Antwort und gab Tipps. Verlegenes Gelächter bei einer der ersten Fragen Nolls: „Habt ihr auch alle die AGBs durchgelesen, bevor ihr diese akzeptiert habt?“ Das hatte keiner. Aber auch die wenigsten Erwachsenen setzen sich damit auseinander.

Einwände wie „Bei Snapchat sieht man das Bild, das ich einstelle ja nur wenige Sekunden, dann ist es weg“, wischte die Expertin weg. Auch diese Fotos werden gespeichert. Nichts geht verloren im World Wide Web. Zudem verliert man auch die Rechte an allem, was man einstellt. Also muss man aufpassen, was man öffentlich einstellt, mit wem man es teilt und alles ist gut? Nein. Denn was, wenn die Freundin ein Bild schießt und einstellt? Oder der erste feste Freund vertrauliche Fotos weiterleitet? Nolls Appell: „Überlegt euch sehr, sehr gut, was ihr von euch preisgebt. Meistens geht es gut. Aber manchmal eben nicht.“ Ein Bild, das einmal im Internet kursiert, dort wieder herauszubekommen – „das ist nicht möglich.“

Die Polizeibeamtin warnte auch vor der Kontaktaufnahme durch Unbekannte. Hier sollten Kinder und Jugendliche auf der Hut sein. Steckt ein Pädophiler hinter der Freundschaftsanfrage? Ein Trickbetrüger? Aber wie erkennt man das? Vorsicht, wenn Unbekannte ganz schnell ein Foto oder skypen wollen. Da sollte man aufs Bauchgefühl hören, nicht auf einen Dialog eingehen, denjenigen blockieren.

Ein Vertrauensverhältnis zu den Eltern sei enorm wichtig. Diese sollten für Notfälle die Passwörter der Kinder haben. Das heißt nicht, dass Mama und Papa die Chats mit den Freunden lesen sollen. Man könne die Passwörter in einem Umschlag versiegeln, der erst geöffnet werden darf, wenn Gefahr im Verzug scheint.

Bei Cybermobbing sollten sich Betroffene so schnell wie möglich an die Eltern oder den Lehrer des Vertrauens wenden. Denn je früher man sich wehrt, umso eher kann man verhindern, dass es immer schlimmer wird. Am Starkenburg-Gymnasium gibt es das Projekt „No Blame Approach“. Dort kann man sich jederzeit hinwenden.

(c) Echo Online 08.02.17