LIZI-Aufführungen 17.06., 18.06., 20.06., 21.06.

LIZI-Aufführungen 17.06., 18.06., 20.06., 21.06.

„THIS IS THE END – THE END MY FRIEND“ (Jim Morrison) Mit der diesjährigen Inszenierung endet eine lange Theatertradition am Starkenburg-Gymnasium. LiZi wurde in den „mythischen Urzeiten“ der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zunächst als Lesezirkel gegründet und mutierte in den 90er Jahren zu einer reinen Theatergruppe. Am 21. Juni 2017 schließt sich nun der Vorhang in der Aula unter der jetzigen Leitung für immer – bzw. er schließt sich nicht, da er schon seit einiger Zeit nicht mehr funktioniert. Das Ende findet also auf offener Bühne statt. Vielleicht gibt es aber noch ein „Nachspiel“ an einem anderen Ort und möglicherweise einen überraschenden Neuanfang. Man wird sehen.

 

„GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT“ Das Stück „Geschlossene Gesellschaft“ („Huis clos“), 1945 von dem französischen Philosophen und Schriftsteller Jean Paul Sartre (1905-1980) verfasst, führt den Zuschauer direkt ins Inferno – vielleicht kein schlechter Abgang nach einer so langen Zeit. Das Kammerspiel, das nur mit wenigen Rollen besetzt ist, gilt als eines der wichtigsten Werke des französischen  Existentialismus und ist keine „leichte Kost“.

Drei Menschen, die sich nach ihrem Tod in der „Hölle“ wiederfinden, zwei Frauen, die reiche Estelle und die Postangestellte Inès, sowie der Journalist Garcin, werden von einem  geheimnisvollen Kellner in einen einfachen Raum geführt. Es gibt – wie in der Hölle eigentlich zu erwarten – keine Folter und keine körperlichen Qualen. Nur eine leichte Hitze ist zu verspüren. Eingeschlossen und isoliert versuchen sich die Protagonisten  an die Gründe für ihre Höllenfahrt heranzutasten, ohne sich zunächst ihre Schuld auf Erden einzugestehen. Erst allmählich wird ihnen klar, dass sie selbst zu ihren eigenen Folterknechten bestimmt sind, indem sie sich gegenseitig ihre bisher verdrängten Lebenslügen entreißen. Ein kurzes Aufflackern von Solidarität erlischt aus Angst und aus gegenseitigem Hass. Jeder ist dazu verurteilt, die anderen beständig zu quälen und selbst von den anderen gequält zu werden: „Die Hölle, das sind die anderen“. Selbst als sich schließlich die Tür öffnet, erschrecken sie vor der vermeintlichen Falle der Freiheit. Niemand verlässt den Raum. „Also – machen wir weiter“, sagt Garcin am Ende, zur ewigen psychischen Qual verdammt.

 

VORSPIEL IN DER HÖLLE Weil das Stück „Huis clos“ im Original nur vier Rollen enthält, aber acht Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr „unbedingt“ Theater spielen wollten, haben wir das Figuren-Repertoire um zwei weitere Kellner, einen Praktikanten und eine Lyrikerin erweitert, die nun in einem „Vorspiel in der Hölle“ den Raum für die drei Protagonisten vorbereiten und dabei – ähnlich wie viele Nebenfiguren Shakespeares – über „Gott und die Welt“, über Kunst, Musik und Literatur und die Vorzüge der alten und die Nachteile der neuen Zeit „philosophieren“. Dem ernsten Stück von Sartre wird damit  ein komödiantisch-satirisches Präludium vorangestellt.

 

INSZENIERUNG  Zusammen mit den beiden LiZi-Inszenierungen von Samuel Becketts Theaterstücken „Warten auf Godot / Endspiel“ (2011) und „Glückliche Tage“  (2016) bildet „Geschlossene Gesellschaft“ eine „existentialistische Trilogie“, die sich bei allen drei Stücken schon rein äußerlich in der Verwendung eines  identischen Bühnenhintergrundes und einer bewusst minimalistischen Ausstattung zeigt. Auch Licht und Ton sind karg und funktional eingesetzt, so dass sich die Inszenierung ganz auf das Spiel der Personen konzentriert.

 

Aufführungsdauer: ca. 2 1/2 Stunden (Pause nach dem 1. Teil)

Die Aufführung wird für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 empfohlen