Heiße Luft und Harry Potter: Schüler des Starkenburg-Gymnasiums präsentieren Ergebnisse der Projektwoche

Heiße Luft und Harry Potter: Schüler des Starkenburg-Gymnasiums präsentieren Ergebnisse der Projektwoche

Nichts als heiße Luft am Donnerstagnachmittag im Foyer des Starkenburg-Gymnasiums. Aber stopp: Das soll keine Kritik an Schule oder Lehrern sein. Nichts als heiße Luft benötigt man, wenn man einen Heißluftballon aus Plastikfolie steigen lassen möchte. Und die produzierten die Schüler mithilfe eines Föhns. Wenige Minuten später erhob sich das aufgeplusterte Oval vom Boden und schwebte Richtung Decke.

Verantwortlich für die Demonstration mit Aha-Effekt war eine Gruppe Schüler, die vier Tage lang Papierflieger gebastelt hat. Papierflieger? Komischer Unterricht für ein Gymnasium. Mitnichten. Denn was am Donnerstag stattfand, war die Präsentation all der Dinge, die die Mädchen und Jungen während der Projektwoche erleben durften. Und da ging es einmal nicht darum, Chemie-Formeln oder Latein-Grammatik zu büffeln. Hier ging es um klassen- und jahrgangsübegreifendes Miteinander, das Einbringen von Stärken jenseits des Schulstoffes, um Spaß haben, aber auch um das Beschäftigen mit durchaus ernsthaften oder kreativen Themen.

Kurz bevor der Heißluftballon seine Reise startete, hatte sich der Innenhof mit fröhlich tanzenden Schülern gefüllt. Eine coole Salsa-Choreografie animierte zum Mitmachen. Während sich ein Teil der Besucher erst einmal mit Kaffee, Kuchen, Waffeln oder Produkten der Stark´n Bakery stärkten, zogen die anderen los, um Raum für Raum und das Gelände zu erkunden. In der Aula konnte man gleich zwei Theaterstücke betrachten: Entweder „Die Erbse“ oder eine englischsprachige „Harry Potter“-Espisode. Oder beide. Gähnende Leere herrschte zu Beginn noch im einladend hergerichteten Yoga-Raum. Noch hatte keiner Zeit zur Muße. Die Kinder hatten in der Sporthalle Spaß bei „Fun-Ball“ und beim Badminton-Turnier. Beachvolleyball vermittelte kurz vor den großen Ferien schon einmal Strand-Feeling. Trockenen Fußes den Schulhof zu überqueren gelang nicht jedem – das Feuerwehr-Projekt demonstrierte Präsenz mit einem Löschfahrzeug – und die Schüler „löschten“ eifrig mit den Schläuchen. Ein Bauwagen erstrahlte nach vier Tagen kreativen Tuns ebenso in neuem Glanz wie der Kletterparcours: Dessen Betonwände wurden mit Stencil Art verschönert. Fortan zieren Elefant, Giraffe und Panther die Anlage. Am Baumlehrpfad war ein Steinzeitdorf entstanden.

Auch Tierschutz ist ein Thema

Beeindruckende Ausstellungsobjekte gab es in den Kunstsälen: In dem einen waren Automodelle aus Sperrholz ausgestellt, Formel-1-Flitzer, den Originalen sehr nahe kommend. Textil gestaltet worden waren Patchworkdecken und Fantasiegestalten mit Häkel-/Strickkörper und Drahtgliedmaßen .

Eine Projektgruppe hatte sich des Tierschutzes angenommen, in den vier Tagen unter anderem den Gnadenhof L(i)ebenswert besucht, sich mit Massentierhaltung auseinandergesetzt und am letzten Tag „tierleidfreie“ Apfel- und Spinattaschen gebacken.

Die Foto-AG präsentierte beeindruckende Arbeiten. Ein Film dokumentierte schweißtreibende Anstiege und rasante Abfahrten, die diejenigen erlebt hatten, die im Laufe der Woche mit Fahrrad unterwegs waren. Spaß und wohl auch Muskelkater hatten die Kajak-Fahrer. Ganz viele Heranwachsende beteiligten sich am Tennisprojekt. War aller Anfang zunächst noch schwer, konnte man – so zeigte es ein Film – nach ein paar Tagen bereits gute Fortschritte erkennen.

Kunst einmal anders erlebte eine Gruppe von Schülern. Gefühle und die Erfahrung mit sich selbst sollten sie einbringen beim freien Gestalten. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Weiter ging es, vorbei an „Vive la France“, an Dino-Modellen auf gemalten Landschaften hin zu einem Raum, in dem Miniatur-Theater und -Welten ausgestellt waren. In Schuhkartons schwammen Fische und kämpften Einhörner. Ein prächtiges Zirkuszelt war ebenfalls zu bewundern. Origami konnte man selbst ausprobieren.

(c) Starkenburger Echo 01.07.17