Starkenburg Gymnasium als „gesundheitsfördernde Schule“ zertifiziert

Starkenburg Gymnasium als „gesundheitsfördernde Schule“ zertifiziert

Eltern und Kinder sind nicht selten genervt: Immer wieder fällt Unterricht aus. Ein Lehrer ist krank. Ärgerlich. Aber wohl kaum zu vermeiden. Denn wo viele Menschen beieinander sind – wie etwa in der Schule – ist auch die Ansteckungsgefahr entsprechend hoch. Und natürlich stehen auch die Lehrer etwa zu Erkältungszeiten nicht selten vor halb leeren Klassen und somit vor dem Problem, den Stoff nicht an alle zur gleichen Zeit vermitteln zu können.

Doch bei Lehrern, und natürlich auch bei den Schülern, kommt ein weiterer Risikofaktor hinzu: Stress. Den hatten die Schüler des Heppenheimer Starkenburg Gymnasiums am Montag sicher nicht, als sie sich morgens noch einmal umdrehen und liegen bleiben durften. Es war nämlich schulfrei. Allerdings hatten die meisten Hausaufgaben mitbekommen. Die Lehrer mussten dagegen zu Unterrichtsbeginn geschlossen antreten – und lernten den Tag über allerlei Wissenswertes darüber, wie man stressresistenter wird, wie man gesünder bleibt.

  • DER REFERENT

Referent am Vormittag war Jimmy Little, Gründer und Direktor von „Move to Change“. Der US Amerikaner ist DSB-Diplom-Trainer, Gastreferent im Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln und verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Erwachsenenaus- und Fortbildung.

Themen der Workshops des Pädagogischen Tags am Heppenheimer Starkenburg Gymnasium waren unter anderem „Stress mental bewältigen“, „Stimme und Körpersprache“, „Kompetent mit alltäglichen Belastungen umgehen“ und „Bewusster Umgang mit der Zeit“. (rid)
Referent Jimmy Little hat in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltung- und Bewegungsförderung verschiedene Projekte und Initiativen für unterschiedliche Schulformen ins Leben gerufen. Am Heppenheimer Gymnasium stellte er am Montag sein Programm „Move to Change“ vor. Man ahnt es schon: Ohne Bewegung geht nichts. Und das gilt für Lehrende genauso wie für Lernende: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, so heißt es im Programm, dass Lernleistungen und Lernentwicklung bei Kindern und Jugendlichen „maßgeblich durch Bewegungsarmut und mediale Überschwemmung gestört werden“. Die oberflächlich erkennbaren Folgen: Übergewicht, Aufmerksamkeitsstörungen und Konzentrationsschwächen.

Nach dem Eröffnungsvortrag gab es für die Pädagogen einige Workshops zum Thema Lehrergesundheit, durchgeführt vom Medical Airport Service. Zum Thema Lehrergesundheit passte es auch gut, dass der Schule zu Beginn der Veranstaltung das Zertifikat „Gesunde Schule“ überreicht wurde.

Bessere Lernleistungen durch Sport und Bewegung

Schule und Gesundheit, so die stellvertretende Schulleiterin Katja Eicke, da habe man mitunter den Eindruck, beides sei sehr weit voneinander entfernt. Der pädagogische Tag solle beides zusammenbringen. Peter Rhein überreichte das Zertifikat im Auftrag des Hessischen Kultusministeriums als Vertreter des Staatlichen Schulamtes, ist selbst Pädagoge am Starkenburg Gymnasium. Zertifiziert war die Schule in früheren Jahren bereits schon einmal. Der mittlerweile pensionierte Norbert Paret hatte sich schon vor Jahren dieser Aufgabe angenommen. Dann kam eine Zeit, in der dieses Arbeitsfeld des Hessischen Kultusministeriums an der Schule aus dem Blickfeld geraten sei. Um 2014/15 kam die Nachfrage vom Schulamt, ob man nicht erneut eine solche Zertifizierung anstreben wolle. Der damalige Schulleiter Bernhard Zotz und Lehrer Nico Hentschel nahmen sich der Sache an.

Schulqualität hängt unmittelbar zusammen mit Gesundheit, so die Erkenntnis der Landesregierung vor einigen Jahren. Fazit: Man muss über die Bedingungen nachdenken. Was ist wichtig, um gesund zu bleiben? Ernährung und Bewegung zum einen, Sucht- und Gewaltprävention zum anderen zählen dazu. Auch Verkehrserziehung gehört in jüngeren Jahren dazu. Schließlich sollen die Kinder den Schulweg sicher allein bewältigen können. Hessen, so Rhein, werde von vielen anderen Bundesländern beneidet, was die Ausstattung der Schulen anbelange. Auch das Starkenburg Gymnasium könne sich in dieser Beziehung sehen lassen: Es gibt einen großen Bewegungsparcours auf dem Schulgelände, das Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten. Die Schüler können sich in der Pause zahlreiche Spielgeräte ausleihen.

Bei der Zertifizierung werde auch honoriert, wie Lehrer Bewegung in den Unterricht integrieren. Sicher keine leichte Aufgabe. Doch Nico Hentschel und Kollegin Franka Südbeck seien sehr aktiv und am Ende erfolgreich mit der Umsetzung der Anforderungen zur Zertifizierung gewesen. „Wichtig ist, dass Ihr das lebt“, gab Rhein dem Kollegium mit auf den Weg. Es gehe nicht darum, dass am Ende ein Zertifikat eingerahmt an der Wand hänge, sondern dass auch umgesetzt werde, wofür es stehe.

 

(c) Echo Online 22.08.17