Lernlandschaft Nibelungenland: Geballtes Wissen auf einen Klick

Lernlandschaft Nibelungenland: Geballtes Wissen auf einen Klick

Das pädagogische Angebot „Lernlandschaft Nibelungenland“ bleibt weiterhin dynamisch. Elf Jahre nach dem Start haben die Macher ihre umfangreiche Datenbank jetzt erneut modernisiert und damit benutzerfreundlicher gemacht. Durch die professionelle Anpassung lässt sich die Plattform ab sofort auch auf Tablets und Smartphones besser darstellen.

„Die medialen Nutzungsgewohnheiten haben sich verändert. Wir mussten darauf reagieren“, erläutert Peter Lotz. Der konzeptuelle Erfinder des Bergsträßer Online-Projekts hat die neue Version jetzt im Starkenburg-Gymnasium der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dabei war der langjährige Studiendirektor Rolf Nothnagel, der mit seinem damaligen Informatik-Kurs an der Heppenheimer Schule die systemischen Grundlagen der Seite erarbeitet hatte. Aus einem Unterrichtsprojekt wurde ein Lernwerkzeug, das mit seiner jüngsten Überarbeitung noch mobiler und interaktiver geworden ist.

Nothnagel und Lotz, letzterer viele Jahre Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim, entwickelten einen Datenpool, der sich zunächst an junge Referendare am Studienseminar für Gymnasien in Heppenheim richtete, um ihnen relevante Informationen über praktische Lernanlässe im Kreisgebiet näher zu bringen: Orte mit einer besonderen historischen, wissenschaftlichen oder politischen Bedeutung. Aus dieser Idee wurde rasch die „Lernlandschaft Bergstraße“, die nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch Touristen und anderen Interessierten die Spezialitäten der Bergstraße auf einen Klick verfügbar macht.

120 verschiedene Angebote

Die derzeit 120 verschiedenen Lernanlässe können nach Orten, Altersstufen, Fächern, Schlagworten und Themenbereichen gesucht werden. Auf mehr als 800 Seiten Text- und Bildinformationen findet man unter anderem Gedenkstätten, Naturschutzgebiete, Steinbrüche, Burgen, Parks, kommunale Einrichtungen, Museen, Denkmäler und vieles mehr. Im Vordergrund stehen pädagogische, nicht kommerzielle Interessen, betont Peter Lotz. Die Seiten sind allen zugänglich, Nutzerbeschränkungen gibt es nicht.

„Die Bergstraße verfügt über eine vielfältige Natur- und Kulturlandschaft. Man muss nur aus dem Fenster schauen.“ Und genau das, so Lotz, passiere an den Schulen zu oft: Nur aus dem Fenster schauen und sich nicht nach draußen bewegen. Das Internet-Portal will dazu motivieren, hinauszugehen und die Umgebung zu erkunden. Das Angebot ist mit Geo-Umgebungsdaten verknüpft, via GPS erkennt das System den Standort des Nutzers und hilft bei der Navigation zu nahe gelegenen Lernorten. Auch der Unesco-Geopark liefert Futter für die Seiten.

Die innere Verknüpfung ist ebenfalls neu, wie der Informatiker Lukas Menzel erklärt. Der ehemalige Schüler des Starkenburg-Gymnasiums hat die Seite zur Nutzung in mobilen Endgeräten angepasst und im Detail optimiert.

Von Hopp-Stiftung unterstützt

Der Relaunch wurde von der Dietmar-Hopp-Stiftung unterstützt. Über die Neuerungen informierten sich in Heppenheim auch Thorsten Waizmann, Fachberater für IT/Medien am Staatlichen Schulamt für die Landkreise Bergstraße und den Odenwald, sowie Ralph Horstkötter als Leiter des Studienseminars. Sie wollen das Projekt als Multiplikatoren weiter in die pädagogische Zielgruppe tragen.

Doch die Lernlandschaft dürfte auch für andere interessant sein, ist sich Ex-Landrat Matthias Wilkes sicher. Er hat das Angebot vom Fleck weg als Schirmherr begleitet und unterstützt und lobt die Kontinuität des Projekts, dem er einen hohen Lerneffekt zuschreibt. „Das ist Heimatkunde auf digitalem Level, eine Art Wikipedia der Region“, sagte Wilkes in Heppenheim. Er rät, die Plattform noch breiter in die Öffentlichkeit zu tragen und möglichst viele Köpfe und Nischen einzubinden. Die weitere Vernetzung, thematisch wie personell, sieht er als große Chance für die Zukunft.

Auch Peter Lotz will „Wissbegierige aller Art“ ansprechen. Demnächst sollen sich noch mehr Akteure an das Portal andocken und es mit spannenden Informationen speisen. Gemeinsam will man weitere „Schätze heben“, die über einen digitalen Wegweiser erreichbar gemacht werden. Auch die Verlinkung der einzelnen Lernanlässe soll ausgebaut werden, hieß es in Heppenheim. Für die Pflege der Seite ist Christoph Burkert vom Starkenburg-Gymnasium zuständig. „Die Schulen profitieren von einem solchen Angebot auf jeden Fall“, kommentiert Fachbereichsleiterin Katja Eicke den optimierten Online-Auftritt. Die „Lernlandschaft Nibelungenland“ soll weiter wachsen.

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 14.12.2017