„DAS KUNSTSEIDENE MÄDCHEN“

„DAS KUNSTSEIDENE MÄDCHEN“

THEATER_PROJEKT[E] HP lautet der Arbeitstitel für eine Initiative, die sich vor allem an junge Menschen wendet, die Lust haben, Theater zu spielen und mit uns in Heppenheim eine freie Theatergruppe aufbauen möchten. Wir, Anna Pidan und Erich Henrich, haben langjährige Theater-Erfahrung. Wir haben bis jetzt noch keine feste Spielstätte, aber wir besitzen Leidenschaft, Experimentierfreude und viele  Ideen. Wer bei uns einsteigen möchte, sollte sich bald melden. Schauspielerische Erfahrung ist nicht zwingend erforderlich, aber die Interessenten sollten Theaterbegeisterung, Ernsthaftigkeit und Zeit mitbringen.

In diesem Sinne ist die Inszenierung von „Das kunstseidene Mädchen“ im Marstall des Kurmainzer Amtshofs ein „Pilot-Projekt“.

„DAS KUNSTSEIDENE MÄDCHEN“ Der 1932 erschienene Roman von Irmgard Keun spiegelt die Zeit der Weimarer Republik während der Weltwirtschaftskrise wider. Im Mittelpunkt der  Handlung steht die achtzehnjährige Doris, die von einem Leben „wie Film“ träumt. Als Schreibkraft in der Provinz hält es die ehrgeizige Achtzehnjährige nicht lange aus. Sie will in der glamourösen Metropole Berlin „ein Glanz“ werden. Der Traum vom mondänen Leben entpuppt sich aber bald als Illusion und es beginnt der nackte Existenzkampf.

Irmgard Keun ist es vor allem durch die Sprache gelungen, das „kunstseidene Mädchen“ zu charakterisieren und ungemein lebendig und authentisch wirken zu lassen. Doris redet und erzählt von ihrem Leben und ihren Männern, „wie ihr der Schnabel gewachsen ist“ – und in diesem von Syntax- und Grammatik-Absurditäten wimmelnden schnoddrigen Ton schreibt sie auch.

Ebenso faszinierend wie die ungewohnte Sprache ist die Figur selbst. Doris ist naiv und gewitzt zugleich, auf ihren Vorteil bedacht, aber auch bereit, anderen Menschen selbstlos zu helfen. Trotz, und vielleicht gerade wegen ihrer Naivität verfügt Doris über eine erstaunliche Menschenkenntnis. Die Treffsicherheit, mit der die Protagonistin psychologische Vorgänge beschreibt, trägt maßgeblich zur Wirkung des Romans bei.

„`Das kunstseidene Mädchen´ ist nicht düster, sondern ein durch pointierten Sprachwitz funkelnder tragikomischer Roman“, schrieb Kurt Tucholsky  über das Buch, das in den 30er Jahren in Deutschland verboten wurde, weil die Protagonistin nicht dem „hehren Frauenbild“ der nationalsozialistischen Ideologie entsprach.

INSZENIERUNG  Unserer Inszenierung liegt eine Theaterfassung des Romans von Gottfried Greiffenhagen zugrunde. Ohne Vorhang und Bühne und nur mit zwei Scheinwerfern und wenigen Utensilien ausgestattet, beruht die Wirkung des Stückes  ganz auf der Präsenz, der Sprache, der Mimik und der Gestik einer einzigen Schauspielerin.

AUFFÜHRUNGSDAUER ca. 2 Stunden (Pause nach dem 1. Teil)

ERICH HENRICH Studium Bildende Kunst und Grafik-Design an der Kunstakademie Kassel / 1985 bis 2017 Kunstlehrer am Starkenburg-Gymnasium / seit 1996 Leiter der Theater AG „LiZi“ / zahlreiche Inszenierungen von klassischen und modernen Theaterstücken.

 ANNA PIDAN 2009 Abitur am Starkenburg-Gymnasium / Schauspielerin bei „LiZi“ / 2010 bis 2013 Studium im Fach „Drama“ (Schauspiel / Regie / Theaterwissenschaft) an der Manchester Metropolitan University (Bachelor of Art) / Regieassistentin am Staatstheater Darmstadt (Produktionen: u.a. Prinz von Homburg / Datterich).

 KONTAKT / KARTENRESERVIERUNG Erich Henrich (erich.henrich@web.de) oder telefonisch: 06251/73899 (Festnetz); 01522 6238584 (mobil) oder bei Anna Pidan (apidan13@aol.com);  017661852609 (mobil)