Russische Lehrerinnen und Schüler besuchen das Starkenburg Gymnasium Heppenheim

Russische Lehrerinnen und Schüler besuchen das Starkenburg Gymnasium Heppenheim

Von Astrid Wagner

HEPPENHEIM – „Ich fühle mich hier wie Zuhause“ – ein Satz, der im Gespräch mit den russischen Austauschschülern des Heppenheimer Starkenburg- Gymnasiums immer wieder fällt. Zehn Tage haben zwei Lehrerinnen und 14 Schüler bei Gasteltern in der Kreisstadt gewohnt. Schulleiterin Jelena Polomoschnova ist das erste Mal an der Bergstraße. Im August fahren die Heppenheimer zum Gegenbesuch nach Russland.

Oxana Mikhailova ist Deutschlehrerin an der russischen Gesamtschule, an der Deutsch erste Fremdsprache ist. In der ersten Klasse lernen die Sechs- bis Siebenjährigen die deutsche Sprache freiwillig am Nachmittag in Kursen. Ab der zweiten Klasse ist das Fach obligatorischer Teil des Stundenplans. Einige träumen davon, einmal in Deutschland studieren zu können. Im Starkenburg-Gymnasium lernen 50 Schüler derzeit Russisch. Unterrichtet werden sie von Gabriele Vogel und Henrike Busse.

Mit dem Austauschprogramm habe man nur gute Erfahrungen gemacht, sagt Mikhailova. Über die sozialen Netzwerke bleiben die Schüler beider Länder auch über die Besuche hinaus in Kontakt. Früher habe man Briefe geschrieben, eingescannt und dann verschickt, erinnert sich die Lehrerin. Nun sei alles einfacher geworden.

Die Schüler aus St. Petersburg haben in den vergangenen Tagen interessante Städtereisen unternommen, zum Beispiel nach Frankfurt, Mainz und Heidelberg. Gute Erfahrungen haben sie aber alle in ihren Gastfamilien gemacht.

Aufenthalt in Heppenheim ist eine Premiere

Galina, Lisa und Daniel (alle 16) sind bereits in Deutschland gewesen – der Besuch in Heppenheim war für das Trio aber eine Premiere. Durch eine Städte-Rundreise mit ihren Eltern und einen Schüleraustausch nahe Köln, habe Galina Deutschland bereits kennengelernt. Heppenheim, so findet sie, sei eine sehr nette Stadt mit lockeren Menschen, mit denen man sich richtig gut unterhalten könne. Was sie besonders mag, ist das Wetter – in St. Petersburg regne es häufig.

Lisa war im Alter von zehn Jahren mit der Mutter in Düsseldorf und 2017 per Schüleraustausch in Leipzig. Am Starkenburg-Gymnasium und bei den Gastfamilien fühle sie sich wie Zuhause. Die Menschen seien lustig und herzlich, die Atmosphäre gemütlich. Ihr gefällt das Schulgebäude mit seiner modernen Einrichtung ganz besonders gut.

Daniel, der einen technischen Beruf anstrebt, meint: „Nur in einem kleinen Städtchen kann man echten deutschen Geist verstehen“, erklärt er. Auch er war im vergangenen Jahr in Leipzig, mag das gemütliche Heppenheim mit seiner schönen Landschaft und Atmosphäre. Galina und Lisa wollen am liebsten einmal Medizin studieren.

Schulleiterin Jelena Polomoschova ist zum dritten Mal in Deutschland. Sie freut sich über neu geschlossene Freundschaften mit den deutschen Kolleginnen. Auch sie fühlt sich wie daheim. Zuhause, das ist für den Besuch aus Russland ein Ort, an den man gerne noch einmal kommen möchte. Und Gabriele Vogel ergänzt: „Es ist fast wie ein Familientreffen.“

 (c) Echo Online 10.05.18