Eine Welt für alle

Eine Welt für alle

HEPPENHEIM – „An unserer Schule unterrichten wir Schüler mit weit über 20 Nationalitäten – diese Vielfalt ist unsere größte Stärke.“ Katja Eicke, die kommissarische Leiterin des Heppenheimer Starkenburg-Gymnasiums freute sich am Freitagvormittag darüber, dass zum Auftakt der Interkulturellen Woche ein Kunstprojekt vorgestellt werden konnte, das zum überwiegenden Teil im Rahmen der Ganztagsbetreuung entstanden ist.
Rund um eine Erdkugel reihen sich im Foyer der Schule Tonfiguren aneinander. Bunt sind sie, haben unterschiedliche Hautfarben, manche tragen Fußballtrikots, andere tanzen Ballett oder sitzen im Rollstuhl, es gibt kleine, große, dicke und dünne Exemplare. Es ist ein Abbild der Gesellschaft und alle stehen sie vereint um die Erde herum. Inmitten der Installation steht das Lampedusa-Flüchtlingskreuz, das nach seiner Tour durch die Heppenheimer Kirchen jetzt einen Stammplatz im Haus der Kirche hat. Das schlichte Kreuz hat der Tischler und Künstler Francesco Tuccio, der auf Lampedusa wohnt, aus Wrackteilen zerschellter oder gekenterter Flüchtlingsboote zusammen gefügt.
Auch Plakate und Collagen zum Thema Vielfalt und Miteinander haben die Schüler gestaltet, so sieht man eine weiße und eine schwarze Hand, die gemeinsam die Weltkugel halten. Die Mädchen und Jungen der Intensiv-Klasse haben ihre Gedanken zu Deutschland zu Papier gebracht. Dort kann man nachlesen, was den Heranwachsenden im neuen Heimatland gut gefällt: Die Antworten reichen vom Schließen neuer Freundschaften, dem Kennenlernen einer neuen Kultur, der Begegnung mit freundlichen und höflichen Menschen bis hin zu profaneren Dingen wie dem Winter, dem Fußball und den Zoos.
„Feststehen, zusammenwachsen, weiterdenken“ ist das Motto des Starkenburg-Gymnasiums. Wortspiele sind gewollt: Zusammenwachsen bedingt, dass man zusammen wächst. Um aus einzelnen Kindern und Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Elternhäusern, Kulturen und Ländern kommen, eine echte Gemeinschaft zu bilden, müsse man lernen, Unterschiede auszuhalten, diese als etwas Positives wahrzunehmen.
Das Miteinander jeden Tag zu leben und weiterzugeben sei einer der Kerne des Bildungsauftrags der Schule, so Eicke. Religions- und Kunstlehrer Axel von Studnitz der die ausgestellten Kunstwerke erläuterte, betonte, Buntheit mache das Leben und die Schule interessanter. Er verwies darauf, dass die überwiegende Mehrheit aller Menschen der Erde nicht hell- sondern dunkelhäutig sei. Das große Banner, das seit drei Jahren im Foyer der „Schule ohne Rassismus“ hängt und sechs Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Kulturen zeigt, wurde vom damaligen Kunst-Leistungskurs als Bühnenbild für die Interkulturelle Woche gestaltet. „Es passt genau zu unserer Schule“, hob von Studnitz hervor.
Der Unterstufenchor unter der Leitung von Sophia Brumby sorgte für die musikalische Umrahmung. Religionslehrer Bartho Forchner-Thöne erläuterte den Schülern alles Wissenswerte zum Lampedusa-Kreuz. Mit dem Mitmach-Lied „Lasst uns miteinander singen, spielen, tanzen“ endete die Aktion.
(c) Bürstädter Zeitung 21.09.18