Hey, dein Körper spricht!

Hey, dein Körper spricht!

Auf Einladung der Sparkassenstiftung Starkenburg, vermittelt und organisiert von Stiftungsmanagerin Andrea Helm, erhielten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 des Starkenburg-Gymnasiums die Gelegenheit, den international gefragten Referenten, Trainer und Coach Stefan Verra aus Österreich zu erleben. In Ergänzung zum Methodentraining „Rhetorik“ erläuterte Verra, weshalb das Thema „Körpersprache“ so wichtig ist. In einem ebenso munteren wie spannungsgeladenen, zweieinhalbstündigen Vortrag brachte er dies den Jugendlichen nahe, immer wieder unterbrochen durch praktische Übungen, die er an und mit Einzelnen aus dem Publikum demonstrierte.

Verra zeigte in anschaulicher und überaus unterhaltsamer Form, wie schnell beim Gegenüber der Eindruck entsteht, ob eine bis dahin völlig unbekannte Person sympathisch, interessant, abweisend  oder gar aggressiv erscheint. Sehr zum Erstaunen der meisten Zuhörer entstehe dieser Eindruck nämlich in weniger als einer halben Sekunde, und dieser könne durchaus zum Beispiel für den Erfolg eines Bewerbungsgesprächs entscheidend sein.

Es gelang Verra schnell, seine Zuhörer da abzuholen, wo sie sich gerade befinden, nämlich mitten in der Pubertät. Er ging ausführlich auf die Körpersignale ein, die sich schon in der evolutionsbiologischen Entwicklung der Primaten bewährt haben und auch im Verhältnis von Mann und Frau über Erfolg und Misserfolg beim anderen Geschlecht entscheiden können. Hier demonstrierte er anschaulich die Bedeutung einer ausgeprägten Schulterbreite als männliches Symbol für Stärke und Sicherheit und typisch weiblicher Attribute, wie lange Haare und ein geschminktes Gesicht, die von Männern als attraktiv wahrgenommen werden. Anders als bei allen anderen Tieren sei die Körpersprache beim Menschen von besonderer Bedeutung, weil die äußerlichen Geschlechtsunterschiede weit weniger deutlich ausgeprägt seien. Auch sei es wichtig, sich stets darüber bewusst zu sein, welche Wirkung die eigene Köpersprache auf die Umgebung habe und diese auch gezielt einzusetzen, um zum Beispiel bei Gefahr adäquat reagieren zu können oder sich im entscheidenden Moment gegenüber anderen durchsetzen zu können.

In seinem Fazit verdeutlichte er am Beispiel von Politikern und Fußballtrainern, wie wichtig es sei,  die Körpersignale für Stabilität und Sicherheit zu beherrschen. Gleichzeitig ermutigte er seine Zuhörer, ihren eigenen Weg zu gehen und sich nicht von Widerspruch von außen davon abbringen zu lassen. Es gelang Stefan Verra durchgehend, sein Publikum in Bann zu ziehen, was als Lob an die aufmerksamen Zuhörer zurückgegeben wurde. Zum Dank erhielt er seinerseits tosenden Applaus und den dringenden Wunsch nach einer Wiederholung dieser oder einer ähnlichen Veranstaltung.

 

gez. Christiane Wüstner