Neues vom Räuber Hotzenplotz im Starkenburg-Gymnasium

Neues vom Räuber Hotzenplotz im Starkenburg-Gymnasium

Das Starkenburg-Gymnasium beteiligt sich zum wiederholten Male am bundesweiten Vorlesetag. Unter anderem gab es den „Kleinen Prinzen“ auf klingonisch.

Chemie ist, wenn es stinkt und kracht? Weit gefehlt. Chemiker können auch anders. Zumindest jene des 12er Chemie-Leistungskurses von Michael Schmid. Hier drehte sich am Freitag in der sechsten Stunde alles um Räuber Hotzenplotz, Aluhüte und eine Mondrakete aus Pappe. Was das mit Chemieunterricht zu tun hat? Gar nichts. Das Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium beteiligte sich zum wiederholten Male am bundesweiten Vorlesetag. Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste lasen über den Tag aus Büchern und Theaterstücken.
Der Chemie-Lk war mittlerweile zum dritten Mal mit von der Partie. Maxim Brückmann, Katja Hoch, Lara Pavlitschek, Alessia Häckl, Anna-Isabell Milnarik und Nils Hinkel lasen mit verteilten Rollen eine Geschichte von Otfried Preußlers Räuber Hotzenplotz. Doch sie lasen nicht aus den wohlbekannten Büchern des Kinderbuchautors. Im Nachlass Preußlers wurde das bislang unveröffentlichte Manuskript von „Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ entdeckt. Am vergangenen Sonntag wurde es in Düsseldorf uraufgeführt.
Chemielehrer Schmid hatte von dem Fund des Stückes im Sommer aus der Zeitung erfahren. Und er schaffte es tatsächlich, dass er die Rechte bekam, dieses Stück mit Schülern seines Leistungskurses vorzutragen. Die über hundert Schüler lauschten denn auch gespannt der neuen Geschichte von einem der „Helden“ ihrer Kindergarten- und Grundschulzeit. Und so ganz nebenbei erfuhr man auch noch, dass Erlenmeyerkolben die besten Blumenvasen sind – standsicher und oben eng zulaufend, sodass der Strauß zusammengehalten wird.
Die Initiatoren des bundesweiten Vorlesetages sind „Die Zeit“, die Stiftung Lesen und Deutsche-Bahn-Stiftung. Mit rund 30 verschiedenen Vorleseangeboten hatte man im Starkenburg-Gymnasium gestern die Qual der Wahl. Organisiert haben die Veranstaltung an der Schule Oberstudienrätin Susanne Kubitza sowie Corinna Müller und Patricia Fuhr von der Mediothek des Starkenburg-Gymnasiums und Claudia Dames von der Schülerbücherei. (rid)
Wie Max Brückmann mit verstellter rauer Stimme den Hotzenplotz gab, das war schon klasse. Aber auch die anderen fünf machten ihre Sache prima. Und so erfuhren die Zuhörer, wie man einen „gerissenen ausgerissenen Räuber“ mithilfe einer Mondrakete wieder hinter Schloss und Riegel bringt.
Auch anderes wurde am Freitag vorgetragen. Schülerin Marlene Elise Tillack-Jainzik las aus Corinna Funkes „Tintenherz“ vor, der ehemalige Schulleiter Bernhard Zotz griff zum „Handbüchlein der Moral“ von Epiktet. Lehrer Steffen Müller las aus dem Kleinen Prinzen von Saint-Exupéry – auf klingonisch! Die Französin Sylvie Dressler, Mutter eines Schülers, trug Auszüge aus „Un aller simple“ von Didier van Cauwelaert in französischer Sprache vor. Lehrer Axel Rauch las aus Frank McCourts „Die Asche meiner Mutter“ vor – wie es sich für einen Englisch-Lehrer gehört natürlich in englischer Sprache. Irene Menninger von der Buchhandlung May überraschte mit „Lost Boy“ von Johannes Groschupf. Der Grundkurs Französisch der Jahrgangsstufe 10 von Susanne Kubitza las deutsch-französische Texte zum Thema Freundschaft.
Roland Kubitzas Zuhörer wurden darüber informiert „Wie gefährlich ist Donald Trump? – 27 Stellungnahmen aus Psychologie und Psychiatrie“. Und Pfarrer Frank Sticksel trug Auszüge aus Christian Nürnbergers „Mutige Menschen“ zum Thema Widerstand im Dritten Reich vor, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Fazit: Es war also wieder für jeden Geschmack und jedes Lesealter etwas dabei.
(c) Echo-Online, 17.11.18