Herwig Bendl übernimmt die Leitung des Starkenburg-Gymnasiums

Herwig Bendl übernimmt die Leitung des Starkenburg-Gymnasiums

Als Bernhard Zotz mit Ende des Schuljahres 2016/17 seinen Posten als Leiter des Heppenheimer Starkenburg-Gymnasiums aufgab, um ans Staatliche Schulamt zu wechseln, dachte wohl keiner, dass es über anderthalb Jahre dauern würde, bis ein Nachfolger gefunden sein würde. Nun ist die Zeit des Provisoriums beendet: Herwig Bendl übernimmt mit Beginn des neuen Halbjahres am 1. Februar das Amt.

Für den ein oder anderen aus dem Lehrerkollegium ist Bendl kein Unbekannter. Denn der gebürtige Weinheimer hat am Starkenburg-Gymnasium in der Zeit von 1999 bis 2001 sein Referendariat in den Fächern Erdkunde und Sport absolviert. Er habe sich dort sehr wohl gefühlt, sagt der Pädagoge im Gespräch mit dieser Zeitung.

Aufgewachsen ist der heute 47-Jährige im badischen Sulzbach, wo er bis zu seinem 20. Lebensjahr wohnte. Sein Abitur machte er am Weinheimer Wirtschaftsgymnasium. Es folgte der Zivildienst als Rettungshelfer bei den Johannitern Viernheim, dann das Lehramtsstudium in Darmstadt. Gewohnt hat er in dieser Zeit immer an der Bergstraße.

Rainer Kilian, Direktor des Staatlichen Schulamts, ist froh, dass die Stelle des Schulleiters am Starkenburg-Gymnasiums endlich wieder besetzt ist. Das Vergabeverfahren lag nicht in der Hand des Schulamtes, auch hier konnte man nur abwarten, was in Wiesbaden entschieden wird. Ausdrücklich lobt Kilian das kommissarische Schulleitungsteam, bestehend aus Nicola Wölbern, der Leiterin des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums in Bensheim, und dem Damentrio vor Ort: Katja Eicke, Gabriele Vogel und Christiane Wüstner hätten ihre Sache in der Übergangszeit hervorragend gemacht, betont Kilian. (rid)

Es musste schon diese Schule sein

Kaum hatte er alle Prüfungen des Zweiten Staatsexamens abgelegt, kam 2001 der Ruf an die Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim. Dort herrschte Lehrermangel. Seit 2008 ist er stellvertretender Direktor an der kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Während dieser Zeit sei der Wunsch entstanden, sich weiterzuentwickeln. In den vergangenen zwei bis drei Jahren wurde der Gedanke konkreter. Als er dann erfuhr, dass das Starkenburg-Gymnasium einen neuen Schulleiter sucht, war das für ihn wie ein Wink des Schicksals. „Ich hätte das nicht an jeder Schule gemacht“, unterstreicht er. „Ich erinnere mich gern zurück an die Zeit meines Referendariats dort und habe mich deswegen beworben.“

Privater Lebensmittelpunkt von Herwig Bendl ist mittlerweile Fürth. Dort ist sein Eigenheim entstanden, in dem er mit seiner Frau und den beiden Kindern wohnt. Er freut sich, dass er beruflich wieder an die Bergstraße zurückkehrt. Der Weg zur Arbeit bleibt von der Distanz her ungefähr der gleiche.

Am Tag der offenen Tür des Starkenburg-Gymnasiums für die künftigen Fünftklässler am Samstag (26.) wird Bendl schon einmal zugegen sein. In diesem Sommer stand er selbst vor der Frage, welche weiterführende Schule seine Tochter besuchen soll. Er könne sich also gut in die Situation der Eltern und Kinder hineinversetzen und sicher das ein oder andere zum Thema sagen. Seine Tochter wechselte schließlich an die Schule, an der der Papa in der kommenden Woche seinen letzten Tag haben wird. Dass er nun die Schule wechselt, fand sie nicht so schön. „Aber in vier Jahren sähe das wahrscheinlich anders aus“, scherzt Bendl, der als Hobbys neben Freizeitaktivitäten mit der Familie auch Musizieren und Sport angibt.

Der neue Schulleiter wünscht sich an seiner neuen Wirkungsstätte eine gute Arbeitsatmosphäre: „Denn nur so gelingt Schule.“ Er wolle für den Einzelnen da sein, Schüler dürften nicht nur Nummern sein. Über das Kollegium habe er nur Gutes gehört. Bendl wünscht sich, „dass alle Gremien gut miteinander arbeiten“, dass vor allem auch die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern stimme. Hier versprach er, eng mit der Schülervertretung zusammenarbeiten zu wollen.

Viel wiederzuerkennen gibt es nicht

Als Bendl sein Referendariat machte, war am Starkenburg-Gymnasium noch Norbert Köhler der Schulleiter. Der sei es auch gewesen, der seinen Wechsel nach Reichelsheim in die Wege geleitet habe, wofür er ihm sehr dankbar sei. Ein Treppenhaus habe er in der sanierten Schule wiedererkannt – und ein paar ehemalige Kollegen. Der Schwerpunkt „Medien“ am Stabugy interessiert Bendl sehr. In seiner bisherigen Schule habe er die ersten beiden Computerräume installiert. Nun möchte „der Neue“ erst einmal ankommen, sich ein Bild machen, zuhören – und nicht alles gleich verändern.

Den Skandal um die von Schülern in Umlauf gebrachten Fotomontagen von Lehrern hat er nur in der Presse verfolgt. Hier sei es wichtig, Gespräche zu führen. Er wolle die Opfer anhören, und man müsse neu überlegen, wie man künftig mit dem Thema Smartphone umgeht.

Im April hatte das Besetzungsverfahren begonnen, kurz vor Weihnachten kam dann endlich der Brief mit seiner Berufung. Auch für ihn sei das eine ganz schön lange Zeit des Wartens gewesen.