Safer Internet Day am Starkenburg-Gymnasium Heppenheim

Safer Internet Day am Starkenburg-Gymnasium Heppenheim

Bei den Sechstklässlern des Starkenburg-Gymnasiums hat sich am Dienstag alles um Sicherheit im Internet gedreht. Anlässlich des Safer Internet Day klärte die Schule gemeinsam mit Polizeioberkommissarin Bettina Noll über Tücken auf, die im Netz lauern.

Noll sprach mit den Kindern unter anderem darüber, was ein sicheres Passwort ausmacht. Danach konnten die Schüler gleich die Probe aufs Exempel machen: Im Atrium standen Laptops, an denen die Schüler mit einem Programm testen konnten, wie sicher ihre eigenen Passwörter sind. Darüber hinaus lernten die Schüler, dass Passwörter nie den besten Freunden verraten werden sollten. Dass das nach hinten losgehen kann, hatten die Schüler im zuvor gezeigten Film „Verklickt“ gesehen. Dieser thematisierte unter anderem Cyber Mobbing und finanzielle Abzocke.

 

Als die Beamtin den Kindern riet, Eltern das Passwort anzuvertrauen, ging ein Raunen durch die Menge. „Im Leben nicht“, schüttelte einer entsetzt den Kopf. Auch andere hatten mit diesen Vorschlag ganz offensichtlich Probleme. „Die lesen dann alles, ich bin doch nicht doof“, hörte man es ein paar Plätze weiter hinten flüstern. Doch für die Skeptiker hatte Noll einen Vorschlag: „Ihr könnt den Zettel mit dem Passwort ja in einen zugeklebten Umschlag packen, der nur im Notfall geöffnet werden darf.“ Denn im Notfall könne es lebenswichtig sein, dass die Eltern wüssten, was das Kind im Chat geschrieben oder zu wem es Kontakt gehabt habe.

PASSWÖRTER

Ein sicheres Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen lang sein, aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Ziffern bestehen, lernten die Schüler.

Namen von Familienmitgliedern, Haustieren, Freunden, Stars oder Geburtsdaten sind tabu. Man könne sich beispielsweise einen Satz ausdenken, und die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter zum Passwort machen.

Wenn man dann noch einzelne Buchstaben durch eine Zahl oder ein Sonderzeichen ersetzt, ist man auf der sicheren Seite. (rid)

Zudem warnte die Polizisten die Schüler davor, Bilder von sich zu verschicken. „Ihr habt faktisch keine Chance mehr, so ein Foto jemals wieder einzufangen.“ Noll ermahnte die Mädchen und Jungen auch dazu, bei jeder App die AGBs durchzulesen. Sie informierte über Bezahlfallen, über illegales Downloaden von Filmen, das horrende Rechnungen nach sich ziehen kann: „Aus der Nummer kommt ihr beziehungsweise eure Eltern, nicht raus. Die sind im Recht.“

Die Schüler lernten, dass das Verbreiten von pornografischen Inhalten strafbar ist. Noll warnte vor Pädophilen, die sich als Gleichaltrige ausgeben. „Ich will nicht, dass ihr paranoid werdet, sondern nur, dass ihr kritischer alles hinterfragt“, so die Polizeioberkommissarin. „Macht nicht alles mit euch selbst aus, sucht euch Hilfe.“

Nur wenige trauten sich, etwas zu sagen, die meisten hörten aber interessiert zu. Schülerin Daria trug einiges dazu bei, dass die Veranstaltung nicht zu einem Monolog wurde. Sie erklärte beispielsweise, dass man bei vielen Apps die geforderte Standortmitteilung auch einfach abschalten kann.

Wenn man sich den Eltern nicht anvertrauen wolle, könne man sich an die Vertrauenslehrer der Schule wenden oder sich im Sekretariat die Telefonnummer von Noll geben lassen: „Ich nehme euch ernst und habe da immer ein offenes Ohr“, versprach die Beamtin.

(c) Bürstädter Zeitung 06.02.2019