Tobias Steinfeld, Autor des Jugendromans „Scheiße bauen – sehr gut“, zu Gast am Starkenburg-Gymnasium

Tobias Steinfeld, Autor des Jugendromans „Scheiße bauen – sehr gut“, zu Gast am Starkenburg-Gymnasium

„Was habe ich mit einer Förderschule zu tun?“ – Das fragten sich sicherlich viele Achtklässler am Donnerstagmorgen in der Aula des Starkenburg-Gymnasium, wo Tobias Steinfeld aus seinem Jugendroman „Scheiße bauen – sehr gut“ vorlas. Denn der Roman spielt in einer Förderschule. Dass aber die Lebenswelt dort durchaus in einigen Punkten viel mit der der Gymnasiasten zu tun hat, wurde den Schülern schnell klar. So ist die Hauptfigur Paul Schüler an einem Gymnasium und mit seinen 15 Jahren nur wenig älter als die Zuhörer an diesem Tag.

Als Paul ein „Schnupperpraktikum“ absolvieren soll, verpasst er es, sich selber um eine spannende Stelle zu kümmern, und so wird er von seiner Schule kurzerhand an eine Förderschule geschickt. Das, war er dort erlebt, lässt die Achtklässler des Starkenburg-Gymnasiums schnell aufhorchen. Es gibt dort nämlich eine Spielestunde, z.B. im Spieleraum mit einer Playstation. Außerdem können sich die Schüler in Stresssituationen in einen Ruheraum mit Whirlpool zurückziehen. Da kann man schon mal neidisch werden… .

Insgesamt gelang es Tobias Steinfeld, durch die ansprechende Auswahl einzelner Kapitel schnell, die Aufmerksamkeit der Schüler zu gewinnen, und in kleineren Pausen bezog er sie in ein Gespräch über das Gehörte ein. Und während die Schüler lebhaft über die Wahl der Namen der Figuren oder die Ausstattung der Räume diskutierten, wurde ihnen deutlich, dass es doch einige Gemeinsamkeiten zwischen der Lebenswelt der Förderschüler und der der Gymnasiasten gibt und dass zwischen „Normalsein“ und „Anderssein“ keine klare Grenzziehung möglich ist.  Dies wird im Roman vor allem dadurch deutlich, dass Paul, als er an der Förderschule ankommt, für den Förderschüler Per gehalten wird und diese Rolle sogar annimmt. Auf diese Weise erlebt der Gymnasiast die Welt der Förderschule aus dem Blickwinkel eines Förderschülers, was ihn einerseits einige Clichés bestätigen, aber andererseits vor allem auch kritisch überdenken lässt. Diese Situation führte auch am Starkenburg-Gymnasium dazu, dass sich die Schüler sehr differenziert mit dem Thema auseinandersetzten. Nach 2 Unterrichtsstunden voller Konzentration und angeregter Diskussion wurde viel applaudiert und die Schüler konnten um eine Erfahrung bereichert wieder in den „normalen“ Unterricht ohne Spielestunde und Whirlpool gehen.