Der neue Chef ist ein Weinheimer

Der neue Chef ist ein Weinheimer

Das Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium hat einen neuen Schulleiter: Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres nahm Herwig Bendl seine Arbeit auf. Damit ist eine lange Zeit des Provisoriums vorbei: Seit Ende Sommer 2017 war der Posten vakant gewesen, weil Bendls Vorgänger Bernhard Zotz an das Staatliche Schulamt gewechselt war. Da es mehrere Bewerber für den Posten des Nachfolgers gab, zog sich das Bewerbungsverfahren in die Länge. Erst kurz vor Weihnachten fiel die Entscheidung für den gebürtigen Weinheimer.

Bis dahin hatte Nicola Wölbern, die Leiterin des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums in Bensheim gemeinsam mit den Lehrerinnen Katja Eicke, Gabriele Vigel und Christiane Wüstner die kommissarische Leitung des Gymnasiums übernommen. Mit Amtsantritt kehrt Bendl an die Schule zurück, an der er in der Zeit von 1999 bis 2001 sein Referendariat absolviert hat. Aufgewachsen ist der 47-Jährige in Baden-Württemberg, genauer gesagt im Weinheimer Ortsteil Sulzbach. Bevor er am Weinheimer Wirtschaftsgymnasium sein Abitur machte, besuchte er das BIZ in Hemsbach. Im Anschluss an die Schulzeit folgte der Zivildienst, den er als Rettungshelfer bei den Johannitern in Viernheim ableistete.

Erfahrung als Leiter einer Schule

In Darmstadt absolvierte Herwig Bendl sein Lehramtsstudium in den Fächern Erdkunde und Sport. Unmittelbar nach dem Zweiten Staatsexamen heuerte der frischgebackene Pädagoge an der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim an. Von 2008 bis zu seinem Wechsel an das Starkenburg-Gymnasium war Bendl an der kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe stellvertretender Direktor. Eine Schule zu leiten ist ihm also nicht fremd.

Als er dann erfahren hat, dass mit dem Starkenburg-Gymnasium ausgerechnet seine erste Station als angehender Pädagoge einen neuen Schulleiter suchte, stand für ihn fest: „Da bewerbe ich mich.“ Zu gut seien die Erinnerungen an seine Anfänge dort. Mit seiner Familie – seiner Frau, der zehnjährigen Tochter und dem achtjährigen Sohn – wohnt Bendl in Fürth. Die Tochter besucht mittlerweile seine bisherige Wirkungsstätte in Reichelsheim und findet es ein bisschen schade, dass sie morgens nun nicht mehr mit dem Papa dort hinfahren kann. Dafür nutzte der vor Kurzem anlässlich des Tages der offenen Tür die Gelegenheit, selbst einmal alles ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Was er da sah, gefiel ihm.

Auch vielen seiner neuen Kollegen hat er sich zu diesem Anlass bereits einmal vorstellen können. Einige kennt er bereits von früher. Beeindruckt zeigte sich „der Neue“ von der Verwandlung, die das Schulgebäude seit seinem Weggang durchlaufen ist. Kaum etwas erinnert an frühere Zeiten. An das ein oder andere Treppenhaus könne er sich noch erinnern, scherzte Bendl. Beeindruckt ist er vor allem auch von der technischen Ausstattung des Gymnasiums mit seinen Smartboards und den gut ausgerüsteten Fachräumen. Der Schwerpunkt „Medien“ findet Bendls Gefallen. Dieses Gebiet lag ihm schon in der GAZ am Herzen. Am Montag wurde der neue Schulleiter in einer internen Feierstunde willkommen geheißen. Die offizielle Ernennung wird nach einer gewissen Bewährungszeit dann öffentlich gefeiert. Nun hofft Bendl insbesondere auf eine gute Arbeitsatmosphäre – für ihn die Grundlage eines effektiven Wirkens.

Er hat ein offenes Ohr

Er verspricht stets ein offenes Ohr zu haben sowohl für das Kollegium als auch für die Schüler. Gerade auch mit der Schülervertretung will er eng zusammenarbeiten. Nun gilt es, erst einmal im Schulalltag anzukommen.

Ein Augenmerk des neuen Schulleiters wird sicher auch in der Aufarbeitung des Handy-Skandals liegen, der vor ein paar Wochen bundesweit für Negativschlagzeilen gesorgt hat. Schüler hatten bearbeitete Fotos von Lehrern in einer Social-Media-Gruppe verbreitet. Zwei Schüler der neunten Klasse wurden darauf hin der Schule verwiesen. Interne Informationen lagen Bendl vor seinem Amtsantritt noch nicht vor. Er versprach jedoch, alle Seiten zu hören. Das seit dem Vorfall geltende Handyverbot an der Schule wurde aus rechtlichen Gründen zu Beginn des neuen Schulhalbjahres wieder aufgehoben.

Nun müssen alle Gremien – unter anderem Gesamtkonferenz, Lehrerkonferenz und Schülervertretung – überlegen, wie künftig der Umgang mit dem Handy geregelt sein soll. aswa

(c) Weinheimer Nachrichten 07.02.2019