Was Heppenheimer Schüler über Europa denken

Was Heppenheimer Schüler über Europa denken

In Kooperation mit dem Haus am Maiberg veranstaltete das Starkenburg-Gymnasium für die Jahrgangsstufe 12 eine Podiumsdiskussion aufgrund der bevorstehenden Europawahl. Im Vorfeld wurden alle Jugendorganisationen der im Kreistag vertretenen Parteien eingeladen. Zugegen waren Philipp Ofenloch von den Jungsozialisten sowie vo n der Grünen Jugend Vanessa Vogel und Moritz Müller. Lennard an de Meulen von den Jungen Liberalen hat kurzfristig abgesagt.
Moderiert wurde die Runde von Louisa Bender und Laura Chylla. Mit einleitenden Fragen gestalteten Klara Nyssen, Anne Jakob und Nele Henkes die beiden Unterrichtsstunden. Alle fünf gehören einer der beiden Leistungskurse Wirtschaft und Politik von Nico Hentschel und Nadine Merten an. Die Powi-Lehrer hatten die Veranstaltung mitorganisiert.
Wie sehr es dem Schulleiter Herwig Bendl am Herzen liegt, dass seine volljährigen Schüler wählen gehen, hat er sie schon vor der Veranstaltung mit Durchsagen wissen lassen, tat Bendl zur Begrüßung kund. „Ihr seid die Zukunft Europas und habt die Möglichkeit, die Zukunft mitzugestalten“, erklärte der Schulleiter und verwies auf die Wichtigkeit der Europawahl. Sorgen muss er sich offenbar nicht, denn als sie von ihren Mitschülern befragt wurden, wer alles zur Wahl gehen wolle, gingen alle Hände hoch. Vor fünf Jahren seien nur 29 Prozent der Jugendlichen zur Wahl gegangen. Die meisten von ihnen planen, nach dem Abitur ins EU-Ausland zu gehen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es muss kein Geld gewechselt werden, Grenzkontrollen gibt es keine und für die junge Generation die vielleicht in der letzten Zeit wichtigste Errungenschaft der Europäischen Union – die Roaming-Gebühren wurden innerhalb der EU abgeschafft. Mal schnell nach Hause telefonieren, ohne dass die Eltern bei der anstehenden Smartphone-Rechnung Schnappatmung bekommen, ist noch gar nicht so lange möglich.
Dass manche Jugendliche Europa dennoch eher gleichgültig gegenüberstehen, liegt Müller zufolge an der Gewohnheit. „Wir können uns alle nicht vorstellen, wie es vorher war. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, Grenzen zu passieren“, sagte der Grüne. Aufgabe sei es jetzt, der jungen Generation klar zu machen, welch große Errungenschaft die EU sei und dass man sich für ihren Fortbestand einsetzen müsse.
Ein weiteres großes Thema war die Jugendarbeitslosigkeit. Während die hohen Arbeitslosenquoten in Südeuropa den meisten bekannt sind, waren viele überrascht, dass auch in Schweden etwa 20 Prozent der Jugendlichen erwerbslos sind. Ein Schüler wollte wissen, was die Politik dagegen zu tun gedenke. Ofenloch erklärte, dass es bei EU-Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit Fördermaßnahmen gebe. Wichtig sei, so Ofenloch, dass nicht nur Studierende von Förderprogrammen profitierten. Mit „Erasmus Plus“ werde es auch Auszubildenden ermöglicht, im Ausland Erfahrungen zu sammeln.
Allen drei Jungpolitiker appellierten, dass die Jugendlichen an der Europawahl teilnehmen, um vor allem ein Zeichen gegen Nationalismus und Rechtspopulismus zu setzen. „Geht wählen!“, gab Jugendlichen mit auf den Weg. Europa brauche Engagement, hieß es. Eine lebenswerte Zukunft hänge nicht zuletzt von Klimaschutz-Initiativen wie „Fridays for Future“ ab.
(C) Bürstädter Zeitung 20.05.19