Vorlesetag an Heppenheimer Schulen

Vorlesetag an Heppenheimer Schulen

Bei Gedichten, Krimis und Jugendbuchklassikern lernen Schüler das Zuhören.

„Ich muss noch schnell zuhause vorbei radeln und das Buch für die Martin-Buber-Schule holen.“ Es ist gegen 9.30 Uhr am Freitagmorgen, als Bürgermeister Rainer Burelbach vor dem Starkenburg-Gymnasium Urkunde und Rose auf den Fahrrad-Gepäckträger klemmt und losradelt. Gerade hat er vor den Schülern der Klasse 5a aus dem Buch „Space Kids“ von Andreas Schlüter vorgelesen. Gleich geht es weiter in der Haupt- und Realschule. Dort hat um 8 Uhr schon die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz vorgelesen – denn es ist bundesweiter Vorlesetag.

Die Martin-Buber-Schule nimmt zum ersten Mal Teil an dieser Aktion. 74 Schüler von der 5. bis zur 7. Klasse haben sich freiwillig gemeldet, treffen sich zunächst in der Mediothek. „Mord ist nichts für junge Damen“ von Robin Stevens heißt der Krimi, aus dem die Kreispolitikerin fesselnd vorliest. Doch zunächst erklärt sie den Mädchen und Jungen, dass zur selben Zeit rund 700 000 Schüler in ganz Deutschland Vorlesern jeder Art zuhören.

Mucksmäuschenstill ist es im Raum. Später steht dann ein Lese-Roulette auf dem Plan. An vier verschiedenen Stellen der Schule warten Vorleser auf einzelne Gruppen von Kindern, wie Referendarin Anne Kirschner erklärt. Dort liest Lehrer Christian Vock aus „Harry Potter – Stein der Weisen“, seine Kollegin Christine Pinecker aus „Momotaro der Pfirsichjunge“. Zarina aus der 9. Realschulklasse liest aus Jack Londons „Wolfsblut“ vor, ihr Jahrgangskollege Pascal aus „Der Fluch des David Ballinger“ von Louis Sachar.

Im Laufe des Vormittags lernen die Kinder noch einige Bücher mehr kennen. Später kamen mit Hans-Bernhard Petermann und Gabriele Hoffmann aus Heidelberg sogar noch zwei professionelle Vorleser vorbei.

Im Starkenburg Gymnasium lesen Lehrer, Schüler, Eltern und Externe den Schülern vor. Lehrer Axel Rauch hat sich den dritten Band „Goldstein“ des Gereon-Rath-Zyklus ausgesucht. Teil 1 diente als Vorlage für die Krimi-Serie „Babylon Berlin“. Rauch greift ganz modern zum Tablet, um vorzulesen. Die jugendlichen Zuhörer ab der 10. Klasse lauschen konzentriert und gespannt.

Ein bisschen unruhiger sind da schon die Sechst- und Siebtklässler, die Maya Eck aus der achten Klasse beim Lesen aus Katherine Catmulls „Vogelherz“ zuhören – oder eben nicht. Auch der ehemalige Schulleiter Bernhard Zotz schaut vorbei. Er hat Liebesgedichte für die älteren Schüler dabei. Katja Hoch, eine ehemalige Schülerin, hat eine Lesung aus dem Band „Arctic Adventure“ von den „Drei Fragezeichen“ angekündigt. Spaß verspricht auch der Titel „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“, den Selja Lemke und Finja Kredel aus der Zehnten den Jüngsten der Schule vorlesen wollen.

Die Bandbreite am Starkenburg reichte von geschichtlichen Werken wie Fernaus „Deutschland, Deutschland über alles“ über ein Buch zum Thema Depression („Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben“ von Matt Haig) bis hin zu Gedichten, Krimis, zu Jugendbuchklassikern wie etwa den „Fünf Freunden“ oder der „Unendlichen Geschichte.“

(c) Starkenburger Echo 16.11.2019