Mit der Killerkatze zum Erfolg

Mit der Killerkatze zum Erfolg

Nele Koob heißt die Siegerin des Vorlesewettbewerbs des Heppenheimer Starkenburg-Gymnasiums. Die Sechstklässlerin setzte sich in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen neun Mitbewerber durch und darf die Schule nun beim Regionalentscheid des bundesweiten Wettbewerbes Anfang kommenden Jahres vertreten.

Die Schülerin las aus dem Buch „ Tagebuch einer Killerkatze“ von Anne Fine, einer schrägen Geschichte über Katze Kuschel, die Nachbars Hasen Hoppel mausetot mit nach Hause bringt. Die Familie ist entsetzt: Der Hase muss wieder zurück in seinen Stall, das ist klar. Und zwar frisch gewaschen, gebürstet und geföhnt.

Jeweils die Klassensieger und die Zweitplatzierten hatten ihre ausgewählten Bücher mitgebracht, um im Musiksaal vor einer Jury vorzulesen. Der zweitplazierte Sebastian Ruh las aus „Die drei ??? – Der unheimliche Drache“, andere aus dem Buch „Pullerpause in der Zukunft“, dem Klassiker von Astrid Lindgren „Kalle Blomquist“ und anderen Büchern.

Nach dem Lesen aus dem eigenen Buch war es an den Heranwachsenden, aus dem nicht vorbereiteten Fremdtext vorzulesen: „Bruder Geheimnis“ vom Emiel de Wild. Ob sie das Buch demnächst auch in der Schulbibliothek ausleihen wollten, fragte Corinna Müller, Mitarbeiterin der Mediathek und Teil der Jury. Ein einstimmiges Ja ertönte von den Schülern der 5a, die während des Wettbewerbs sehr aufmerksame Zuhörer gewesen waren.

Die Entscheidung fiel schwer

Kaum war das letzte Wort gelesen, war es allen klar: Eine Entscheidung zu treffen, wer gewonnen hat, dürfte richtig schwer werden, so nahe lagen die Leistungen beieinander.

Doch wie wurde eigentlich bewertet? Zunächst einmal stand die Lesetechnik auf dem Prüfstand: Wird sicher und flüssig gelesen, deutlich ausgesprochen? Ist das Lesetempo angemessen, werden Pausen gemacht? Wie passen Betonung und Stimmlage zum Text? Versprecher wurden nicht gewertet: Die können auch den Profis mal passieren.

Bei den inhaltlichen Kriterien galt es zu beachten, ob der Text inhaltlich und atmosphärisch gut erfasst und umgesetzt wurde. Ist der Vortrag lebendig und umfangreich gestaltet? Aber auch nicht zu sehr übertrieben vorgetragen? Bekommt die Handlung durch entsprechende Betonung eine eigene Ausdruckskraft und Dynamik? Auch die Auswahl der Textstelle wurde berücksichtigt.

Die Jurymitglieder Katja Eicke, Mitglied der Schulleitung, Deutschlehrerin Gabi Krieger und Corinna Müller verteilten während des Vorlesens im Bewertungsbogen Punkte für die einzelnen Kandidaten.

Kaum hatte man sich zurückgezogen, war guter Rat teuer, denn jede der Frauen hatte andere Favoriten und ganz individuelle Ansichten zu den einzelnen Vorträgen. Klar war nur: Es würde eine hauchdünne Entscheidung werden.

„Ihr habt gemerkt, wir haben unglaublich lange gebraucht, weil es unheimlich schwer war“, so Eicke zu den aufgeregt wartenden Wettbewerbsteilnehmern. Die Jury lobte, dass die Kinder sich viel Mühe mit der Auswahl der Texte und deren Ausgestaltung gemacht haben. Großen Beifall gab es für alle. Für Nele Koob geht es dann 2020 in die nächste Runde. rid

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 07.12.2019