Für jedes Kind ein Angebot

Für jedes Kind ein Angebot

Beim Tag der offenen Tür zeigt sich das Starkenburg-Gymnasium von seiner besten Seite.

Schicke Frisur: Physiklehrer Stephan Endres lässt sich mit einem Versuch die Haare zu Berge stehen. Auf diese Weise erläutert er den staunenden Kindern die Auswirkungen elektrostatischer Aufladung. (Foto: Sascha Lotz)

HEPPENHEIM – Aus den Boxen tönt ein Hip-Hop-Beat. Jugendliche tanzen dazu. Via Beamer-Projektion prangen Informationen an der Wand, ganz entfernt klingt der blecherne Sound der Bläserklasse. Im Physik-Zimmer poltert es, im Sprachen-Trakt duftet es nach französischen Waffeln. Beim Tag der offenen Tür des Starkenburg-Gymnasiums (SGH) ließen sich Schüler und Lehrer nicht lumpen. Alle wollten ihre Fächer und Themen anpreisen. Und das ist ihnen augenscheinlich gelungen. Viele Eltern waren mit ihren schulpflichtigen Kindern ins Haupthaus der Schule gekommen, um einmal reinzuschnuppern. Über allem schwebte dabei natürlich die Frage: „Ist das SGH die richtige Schule für mein Kind?“

Wenn der Neuntklässler Lennard Neuankömmlingen erklären soll, warum er sich damals für das Starkenburg-Gymnasium entschieden hat, ist die Antwort klar: „Das Profil der Medienschule hat mich interessiert. Bis heute habe ich meine Entscheidung nicht bereut und konnte viele verschiedene Technik-Angebote schon ausprobieren.“

Lennard ist in der Schülervertretung aktiv. Gemeinsam mit Klassenkamerad Max führt er an diesem Tag Gruppen durchs Gebäude. „Das Interesse ist groß und den Leuten scheint es bei uns auch zu gefallen“, stellen die beiden fest. Allerdings hätten sich die Anforderungen an eine Schule mit dem Lauf der Zeit verändert. Davon weiß beispielsweise Axel von Studnitz zu berichten. Er kümmert sich um die Nachmittagsbetreuung. Also ums Hausaufgabenmachen und ein abwechslungsreiches kreatives Angebot. Weil am SGH auch Oberstufenschüler Betreuer werden können, hat man große Kapazitäten. „Aktuell sind bei uns rund 90 Schüler in der kostenlosen Ganztagsbetreuung. Tendenz steigend.“ Auch unterm Jahr könnte man sich noch anmelden. „Wie es eben in die Lebensentwürfe der Familien passt“, fügt von Studnitz hinzu.

BESONDERE SCHWERPUNKTE

Medienpädagogisches Konzept ab Klasse 5, Arbeit mit geleasten Notebooks ab Klasse 7, Lernplattform und interaktive Whiteboards in allen Räumen, Gütesiegel des HKM zur Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler, Klimaschutzschule, „Schule denkt Zukunft“-Gütesiegel, Gesundheitsfördernde Schule, Teilzertifikat „Bewegen und Wahrnehmen“, Externe Kunstausstellungen und Konzerte, Schulsanitätsdienst, Mitglied im Netzwerk „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“.

Weitere Informationen im Internet auf www.starkenburg-gymnasium.de. (pam)

Zahlreiche AGs und Kurse stehen zur Wahl. Auch der Musikbereich freut sich über regen Zulauf. Das sei nicht nur für die Entwicklung der jungen Menschen gut, sondern auch der Gesellschaft zuträglich, wie Big-Band-Leiter Bernhard Godbersen sagt. „Musikalische Menschen sind einfühlsam, aufeinander bedacht.“ Deshalb freut man sich auch über Neuzugänge, die mit ihrem Instrument noch bei Null beginnen.

Aktuell lernen am SGH 902 Schüler bei 71 Lehrern. Das Angebot ist dabei so groß, dass jedes Kind seine Berufung finden kann. „Ich habe einfach gemerkt, dass ich Sprachen liebe“, formuliert die Zwölftklässlerin Rebekka. Beim Tag der offenen Tür backt sie mit ihren Leistungskurs-Kollegen Waffeln. „Ich möchte nach der Schule was mit Sprachen machen. Französisch spreche ich auch im Privaten so oft, wie es geht: Reise oft ins Nachbarland oder nach Korsika“, sagt sie. Auch während der Schulzeit wäre dies möglich gewesen. Austausche nach Le Chesnay und Belfort werden organisiert. Außerdem ins amerikanische West Bend oder nach Sankt Petersburg. Etwas von der Welt sehen und sich für das Leben da draußen vorbereiten, lautet die Devise. „Aber vorher muss man sich auch erst einmal selbst verstehen lernen“, weiß die elfjährige Larem. Ihr Lieblingsfach ist Biologie. „Wegen der Versuche.“ Freundin Pauline lernt hingegen gerne englische Vokabeln, und Franziska findet Mathe spannend. Das ist nicht nur klasse, sondern zugleich auch gelebte Schulkultur. Hier hat man beim SGH nämlich für sich definiert: „Jede und jeder von uns besitzt Würde, ist einmalig und unersetzbar und soll daher Achtung und Anerkennung der anderen erfahren, aber auch Achtung und Anerkennung den anderen entgegenbringen.“ Beim Tag der offenen Tür geschah das beispielsweise oftmals in Form von Applaus.

(c) Lampertheimer Zeitung 10.02.2020