Großes Angebot bei Nachmittagsbetreuung am Starkenburg Gymnasium

Großes Angebot bei Nachmittagsbetreuung am Starkenburg Gymnasium

In vielen Familien sind beide, Mutter und Vater, berufstätig. Damit sie ihren Job auch guten Gewissens nachgehen können, hat man am Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim (SGH) eine flexible Nachmittagsbetreuung etabliert. Doch betreuen bedeutet nicht nur „auf Kinder aufpassen, bis die Eltern wieder Zeit haben“, wie Katja Eicke, Mitglied der Schulleitung, betont. Beim Ganztagsangebot werden die Kinder von einem großen Team aus Schülern, pädagogischen Mitarbeiterinnen und Lehrern durch den Nachmittag begleitet: bei den Hausaufgaben, beim freien Spiel und bei vielen verschiedenen Angeboten. Eicke weiß, flexible Betreuungszeiten sind wichtig: „Es macht ja keinen Sinn, ein Kind in der Schule festzuhalten, wenn die Eltern zuhause sind und Zeit haben.“ Aus diesem Grund könnte man Woche für Woche Tage und Zeiten neu buchen – alles kostenfrei. Denn die Schule erhält dafür Mittel vom Träger, dem Kreis Bergstraße.
Wenn es also um 13.05 Uhr zum Schulschluss klingelt, dann machen sich die Kinder auf den Weg zu den Betreuungsräumen im Erdgeschoss. Bis 14 Uhr haben sie nun Zeit, zu entspannen.
Im Spielezimmer gibt es eine Reihe von Gesellschaftsspielen – außerdem einen Kicker, einen Airhockey- und zwei Billardtische. Draußen gibt es zudem einen Spielecontainer mit vielen Spielgeräten – zum Beispiel Bällen und Sprungseilen. Nach einem gemeinsamen Essen in der Mensa beginnt um 14 Uhr die Hausaufgabenzeit. „Dabei werden die Kinder von Oberstufenschülern betreut: entweder in großen, kostenfreien Gruppen oder in kleineren Gemeinschaften. Das kostet dann einen kleinen Beitrag“, erklärt Eicke. Im Anschluss können sie aus einem großen Aktiv-Angebot wählen. Auch Kindern mit besonderer Begabung oder mit Förderbedarf legt man die Teilnahme nahe. Sie steht aber prinzipiell allen Schülern offen. „Manche kommen dann nach dem heimischen Mittagessen zum Nachmittagsangebot wieder an die Schule zurück“, fährt Eicke fort. Dass die Kinder am Starkenburg-Gymnasium also nicht nur untergebracht sind, sondern auch etwas Sinnvolles machen, ist allen Beteiligten sehr wichtig. Die Anforderungen an eine Schule haben sich eben mit dem Lauf der Zeit verändert.
Axel von Studnitz ist federführend mit der Nachmittagsbetreuung betraut. Mit den beiden pädagogischen Fachkräften Heide Wagner und Christel Kegenhof kümmert er sich um alle Belange. Außerdem gibt es eine weitere Betreuerin, die Mediation anbietet – also Streit schlichtet und gerne zuhört: „Das ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt: Da die Schüler in der Ganztagsbetreuung nicht die Möglichkeit haben, am Mittag ihren Eltern vom Erlebten zu berichten, braucht es dafür natürlich Ersatz“, weiß Schulleitungsmitglied Eicke. Außerdem werden auch Oberstufenschüler zu Paten geschult. Sie sind ebenfalls für die Kinder da – helfen, begleiten, wenn dies gewünscht und gebraucht wird. Zwar habe man noch nicht verifiziert, wie viele der Engagierten am Ende auch einen sozialen Beruf ergreifen; allerdings habe sich das Konzept etabliert und die Gemeinschaft, das Miteinander gestärkt. Das ermöglicht auch größere Betreuungskapazitäten. „Aktuell sind bei uns rund 90 Schüler gemeldet – Tendenz steigend“, so von Studnitz. Das umfasse vor allem Kinder in der fünften und sechsten, manchmal noch siebten Klasse. Auch unterm Jahr könnte man sich noch anmelden. „Wie es eben in die Lebensentwürfe der Familien passt“, fügt von Studnitz hinzu.
(c) Bürstädter Zeitung , 26.02.2020