Gute Noten für Bergsträßer Schulen

Gute Noten für Bergsträßer Schulen

Der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt (CDU) geht davon aus, dass für die Zeit, in der Betreuungseinrichtungen und Kindergärten geschlossen sind, keine Gebühren erhoben werden. „Eltern sollen nicht für Leistungen bezahlen, die sie nicht in Anspruch nehmen können“, sagte Engelhard am Donnerstag in einer Pressekonferenz, in der per Video auch die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (CDU) und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug (SPD) zu Wort kamen. Der Landrat und die beiden Dezernenten fassten zusammen, wie sich die Corona-Pandemie auf ihre jeweiligen Zuständigkeitsgebiete auswirkt.

Schulen und Betreuungseinrichtungen dürfen seit mehr als einem Monat von den meisten Kindern nicht betreten werden, weil sie vom Land Hessen im Kampf gegen Corona geschlossen wurde. „Die Kosten für das Personal der Dienstleister laufen weiter“, sagte der Landrat. Deshalb dürfte der Kreis nicht von sich aus darauf verzichten. Engelhardt sieht vor allem das Land in der Pflicht, den Kommunen durch eine vollständige Kostenübernahme zu ermöglichen, die Gebühr zu erlassen.
Monatlich geht es laut Engelhardt für den Kreis um Elternbeiträge von mehr als 500 000 Euro. Weil der Kreistag das letzte Wort hat, seien die Eltern darüber informiert worden, dass zunächst weiter gezahlt werden könne, aber mit einer Rückerstattung zu rechnen sei.

ZWEI NEUE CORONA-FÄLLE

Im Kreis Bergstraße gab es am Donnerstag zwei neue nachgewiesene Corona-Infektionsfälle. Am Freitag kam keiner mehr hinzu. Insgesamt sind damit 311 nachgewiesene Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie im Kreis Bergstraße bekannt.

Die für das Gesundheitswesen zuständige Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (CDU) berichtete, dass es zunehmend schwieriger werde, zu ermitteln, wo sich die Virusträger infiziert haben. Zur Unterbrechung von Infektionsketten sind solche Erkenntnisse wichtig. Obwohl die Dezernentin die Lage im Kreis als entspannt bezeichnete, verwies sie darauf, dass im gesamten Versorgungsgebiet die Stufe 2 für das Gesundheitswesen ausgerufen wurde. Das heißt, dass 50 Prozent aller dafür vorgesehenen Betten in den Krankenhäusern mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug (SPD) sagte, dass die Quarantäne für die Flüchtlingsunterkunft in Heppenheim Ende der Woche aufgehoben werden kann, wenn dort kein neuer Coronafall auftritt. Unter Quarantäne stehen zwei weitere Unterkünfte. In Lampertheim sind laut Karsten Krug sechs Personen betroffen, in Viernheim 40. (ai/reb)

Corona: Lage „entspannt“

Die für das Gesundheitswesen zuständige Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (CDU) berichtete, dass von den 309 registrierten Corona-Patienten 80 Prozent genesen seien und sechs stationär behandelt werden müssten. Dabei werde es zunehmend schwieriger zu ermitteln, wo sich die Virusträger infiziert haben. Zur Unterbrechung von Infektionsketten sind solche Erkenntnisse wichtig. Obwohl die Dezernentin die Lage im Kreis Bergstraße als entspannt bezeichnete, verwies sie darauf, dass im gesamten Versorgungsgebiet, das die Region Starkenburg umfasst, die Stufe 2 für das Gesundheitswesen ausgerufen wurde. Das heißt, dass 50 Prozent aller dafür vorgesehenen Betten in den Krankenhäusern mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug (SPD) sagte, dass die Quarantäne für die Flüchtlingsunterkunft in Heppenheim Ende der Woche aufgehoben werden kann, wenn dort kein neuer Coronafall auftritt. Unter Quarantäne stehen zwei weitere Unterkünfte. In Lampertheim sind laut Krug sechs Personen betroffen, in Viernheim 40. (ai)

Die Bürgermeister im Kreis hätten vereinbart, vergleichbar zu handeln: die Eltern vorläufig zu entlasten, also die Gebühren zu stunden, und dann abschließend zu entscheiden.
Zufrieden zeigte sich der Landrat mit dem Neubeginn des Schulunterrichts nach sechs Wochen Zwangspause. Er lobte Schulleitungen, die Lehrerkollegien und die Schülerschaft, die in kurzer Zeit die Hygienevorgaben umgesetzt hätten. Auch die Grundschulen seien gewappnet gewesen, um Viertklässler unterrichten zu können. Durch das Gerichtsurteil, das diesen Jahrgangsstufen den Unterricht verwehrt, seien diese Vorbereitungen vergeblich gewesen.
Insgesamt sieht der Landrat die Corona-Krise als „Herausforderung an das System Schule“. Gerade deshalb sei es wichtig, über den neuen Schulentwicklungsplan noch vor den Sommerferien im Kreistag abstimmen zu können. In diesem Plan solle festgeschrieben werden, dass die Kirchbergschule in Bensheim in ihrer Form erhalten bleibt. Dort werden Grundschüler und Kinder mit Förderbedarf unter einem Dach unterrichtet. Zunächst war vorgesehen, den Grundschulzweig zu schließen, was zu Protesten geführt hat.
Die Lage der Handwerksbetriebe im Kreis beschrieb Engelhardt nach einer Telefonkonferenz mit der Kreishandwerkerschaft als angespannt, aber noch nicht in einer schwierigen Lage.
Die Stärke des Kreises als Wirtschaftsstandort mit 12 000 Unternehmen könne indes nicht verhindern, dass die Zahl der Arbeitslosen steigt. Diana Stolz, zuständig für das Jobcenter, berichtete von einem Anstieg der Arbeitslosenquote im April von 3,4 auf 3,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. In Hessen ist die Quote im April von 4,5 auf 5,2 Prozent gestiegen.
Das Lob, das Engelhardt als Schuldezernent ausgesprochen hat, bekräftigte der Kreisbeigeordnete Krug als Dezernent, der unter anderem für den Öffentlichen Personennahverkehr und damit für die Schülerbeförderung zuständig ist. Er habe sich an verschiedenen Haltestellen persönlich davon überzeugt, dass Gesichtsmasken getragen und Abstandsregeln eingehalten werden.
(c) Starkenburger-Echo 01.05.20