Starkenburg-Schüler zeigen ihr künstlerisches Talent

Starkenburg-Schüler zeigen ihr künstlerisches Talent

Starkenburg-Schüler zeigen ihr künstlerisches Talent
Das Heppenheimer Gymnasium zeigt, was im Kunstunterricht entstanden ist. Die Schüler trauen sich auch an Warhol, van Gogh und Hokusai.

Normalerweise wimmelt es nur so von Menschen bei der Vernissage der Sonderausstellung aus dem Kunstunterricht des Starkenburg-Gymnasiums (SGH) im Stadtmuseum. Ausgewählte Werke der Kunstarbeiten aus den Jahrgangsstufen 5 bis 12 finden regelmäßig im Heppenheimer Museum für Stadtgeschichte und Volkskunde große Aufmerksamkeit. Stolze Eltern und ihr Nachwuchs drängen sich dann vor den Kunstwerken. Nicht so in diesem Jahr.
Die Kunstlehrenden hoffen aktuell zumindest auf eine Finissage der Sonderausstellung „Hommage und Piraterie“ Ende Mai. Interessierte können sich in der Zwischenzeit im Stadtmuseum einen Eindruck des künstlerischen Schaffens der Schülerinnen und Schüler des Heppenheimer Gymnasiums verschaffen, die im Marstall und im Ausstellungsraum auf zwei Ebenen ihre Werke präsentieren; Besucher müssen sich anmelden und auf Corona-Regeln befolgen.

Möglicherweise nehmen Besuchende den Eindruck von Altbekanntem in neuer Form wahr und es wird in ihnen eine Begeisterung entfacht, die die fünf Kunstlehrenden des SGH im Fachbereich Kunst durchaus gut vermittelt haben. Nur schade, dass beispielsweise die talentierten Künstler Jakob Heß, Louis Maurer und Kimmo Henkes so gar nicht vorhaben, eine musische Karriere einzuschlagen. „Wir tendieren eher in Richtung Sport“, heißt es unisono von den Dreien.
Die Schüler der Jahrgangsstufe 10 haben sich mit farbigem Linoldruck beschäftigt. Ihre Linolschnitte kopieren Werke bekannter Künstler. Henkes hat Andy Warhols Marylin Monroe in drei Ebenen verarbeitet. Hintergrund, Gesicht und Haare wurden jeweils auf unterschiedlichen Platten geschnitten. Maurer hat eine Sonnenblume von Vincent van Gogh und Heß die Welle von Katsushika Hokusai für das Hochdruckverfahren als Vorbild genommen. „Das Bild von Warhol hat mich angesprochen“, erklärt Henkes.
Viel Arbeit ist es, die verschiedenen Linolschnitte für das grafische Verfahren zu erstellen. Die Schüler hätten sich nicht nur mit weltbekannten Künstlern auseinandergesetzt und diese in einem anderen Verfahren umgesetzt, ihre mehrfarbigen Linolschnitte lehnten sich außerdem an die Ausstellung des Heppenheimer Künstlers Hans-Werner Meinberg an.

Auch die Kopffüßler von Horst Antes finden Beachtung. Es sind Bleistiftzeichnungen unterschiedlicher Jahrgangsstufen entstanden, in denen sich seine bekannten Plastiken in der pittoresken Szenerie des Marktplatzes wiederfinden. Im Marstall fangen außerdem zwei berühmte Werke von Leonardo da Vinci, die in einem Werk verarbeitet wurden, den Blick der Betrachtenden. Die „Dame mit Hermelin“ und die „Mona Lisa“ sind zumindest in der westlichen Welt so ziemlich jedem Menschen schon einmal begegnet. In einer Collage verschmelzen beide Werke ineinander. Aus der Mona Lisa ragt der Hermelin der Dame hervor und wurde in einem Werk sogar mit gleichmäßigen feinen Zickzack-Nähten handvernäht nach Kollagen von Annegret Soltau versehen, wie Kunstlehrerin Silvia Schrader begeistert versichert. Dadurch würden sie Schönheitsideale der Kunst der Renaissance geprüft und neu geordnet. Sehr vertraut wirken die Werke, die dem Kubismus entlehnt wurden: Stillleben von Pablo Picasso und George Braque sollten in einer tatsächlich räumlichen Rekonstruktion der geometrischen Zersplitterung als Relief sichtbar werden. Gesichter des Kubismus springen den Besuchenden als plastische Masken förmlich entgegen. Eine Schülerin arbeitete sogar mit Gummibärchen.
„Die Schwierigkeit bestand in der raumgreifenden Umsetzung“, erklärt Christoph Burkert. Schade findet Kunstlehrerin Christine Interthal, dass keiner der drei Linolschnittkünstler beabsichtigt, Kunst zu studieren. Eine, die das wolle, sei Fabienne Heid, sagte Interthal. Sie stellt großformatige Blumenbilder in Acryl aus. Als Teil des Abiturs hatte Heid praktische Arbeiten angefertigt und einen ganzen Raum mit floralen Motiven gestaltet. Ihre erfolgversprechenden Arbeiten befänden sich dann in guter Gesellschaft mit Werken von Antes, Meinberg und Thomas Zipp. Die Künstler mit großem Renommee waren allesamt Schüler des Starkenburg-Gymnasiums.
Dankbar ist die Fachschaft Kunst des SGH über die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum, die auch mit der neuen Museumsreferentin Luisa Wipplinger weitergeführt wird. Interessierte können sich unter der Rufnummer 06252-69 11 2 oder per E-Mail an museum@stadt.heppenheim.de für den Besuch der Ausstellung zu den bekannten Öffnungszeiten anmelden.

(C) Echo-Online 22.03.21