„Lasst Euch nie einreden, Ihr hättet nur Corona-Abi gemacht“

„Lasst Euch nie einreden, Ihr hättet nur Corona-Abi gemacht“

Zeugnisübergabe am Starkenburg-Gymnasium Heppenheim: 76 Schüler haben die Hochschulreife in der Tasche. Der Jahrgang erreicht einen Notenschnitt von 2,17; dreimal gab es die 1,0.

Die akademische Feier des Abiturjahrganges am Starkenburg-Gymnasium fand Pandemie-bedingt nicht in der Eingangshalle der Schule, sondern in der Sporthalle statt. Marie Andes aus Lorsch war die Erste, die ihr Abiturzeugnis überreicht bekam. (Foto: Dagmar Jährling)

Anders als in den Vorjahren war die Übergabe der Abiturzeugnisse nicht in der Eingangshalle des Starkenburg-Gymnasiums, sondern Pandemie-bedingt in der Sporthalle. Doch immerhin konnten alle Abiturienten und Abiturientinnen an der Feier gemeinsam teilnehmen. Genügend Abstand konnte gewahrt werden, und reichlich Luftzufuhr gab es in der Halle auch. Im Vorjahr hatten die Tutorien noch einzeln ihr Abitur gefeiert.

Der Jahrgang erreichte mit einem Gesamtnotenschnitt von 2,17 ein gutes Ergebnis. 15 von 76 Schüler und Schülerinnen hatten einen Notendurchschnitt von 1,5 und besser. Dreimal gab es den Schnitt von 1,0.

„Diese Leistungen waren ganz ‚normale‘ Leistungen. Lasst Euch niemals einreden, Ihr hättet ja bloß ein Corona-Abi gemacht, denn das ist nicht wahr. Wir haben bei Euch keine Abstriche gemacht, nicht im Schriftlichen und nicht im Mündlichen. Und daher könnt Ihr sagen: Diese Leistungen haben wir nicht wegen Corona erbracht, sondern trotz Corona. Seid stolz darauf“, sagte Schulleiterin Katja Eicke in ihrer Abiturrede. Ihr Dank ging im besonderen Maße an die Eltern, die die vergangenen Monate weniger darauf achten mussten, dass ihre Kinder zu spät vom Feiern nach Hause kamen, aber dafür desto mehr Frustration, Einsamkeit und Verzweiflung hätten auffangen müssen – und dies in einer Zeit, in der viele von Existenzangst, Aussichtslosigkeit und Sorge um das Wohlergehen von Familien und Freunden durchlebten.
76 SCHÜLER ERHALTEN REIFEZEUGNIS AM STARKENBURG-GYMNASIUM

Heppenheim: Theresa Antes, Katharina Bauer, Leah-Mia Becker, Alena Benikova, Justin Paul Bert, Pirmin Beuerlein, Johanna Dönicke, Zakariya El Hachmi, Robin Ensinger, Siem Gezehey, Nadia Günter, Maurice Guthier, Annika Hänssler, Ben Hoffmann, Anna Sophie Johannsen, Samuel Jonschker, Hannah Koglin, Sina Kohl, Aylin König, Julian Kraus, Matthias Lang, Maximilian Langolf, Katharina Lapp, Franziska Lautenscheidt, Maren Hanna Lautenschläger, Alexandra Leonov, Cedric Lesch, Yannick Mades, Julian Meister, Dennis Müller, Nico Müller, Steven Peèerin, Noah Peschel, Leon Pohl, Jan-Cedric Rojahn, Julian Schäfer, Jennifer Schöll, Selina Eva Schön, Jan Julius Schuster, Jannik Schweden, Laura Trefftz, Louis Trost, Timo Vietor, Marvin Von den Berken, Jannis Wehrle, Anna Maria Weller, Timothy Wigand, Dominik Wigger, Niclas Wohlfart, Emirhan Orhan Yalcin.

Hambach: Melisa Andes, Julia Röder, Ricarda Schneider. Kirschhausen: Lucas Dippel, Luca Mink, Vanessa Schaffer. Sonderbach: Leonie Jabs, Natascha Röhrig. Erbach: Tom Rothermel, Miriam Schmitt.

Bürstadt: Nicolas Kalmár. Einhausen: Christoph Borrmann. Grasellenbach: Ann-Marie Teichert. Laudenbach: Nikolas Knust. Lorsch: Marie Luisa Andes, Helen Heist, Laura Kessler, Miriam Lannert. Mörlenbach: Sam Linus-Mittermaier, Leon Wedekind. Weinheim: Cedric Patzelt. Zwingenberg: Clemens Kilian, Nikola Rehak.
Offenbar hatte die Schülerschaft die Herausforderung der vergangen 18 Monate gut angenommen und sich sogar gesteigert. Die große Bewunderung ihrer Tutoren für die Leistungssteigerung, das Durchhaltevermögen und die Flexibilität in ungewissen Zeiten war ihnen gewiss. Um ihr Reifezeugnis schwarz auf weiß in Händen halten zu dürfen, mussten sie eine Melodie als die ihres Tutoriums erkennen. Ein besonderer Spaß, den sich die stellvertretende Schulleiterin Bettina Reinhardt ausgedacht hatte – und eine Hürde, die ein Tutorium zunächst sitzen bleiben ließ.

Jana Tittle, Vorsitzende des Schulelternbeirats, wünschte den Abiturienten, dass ihre Träume zu Zielen würden und sie von der Familie in der Umsetzung Unterstützung und Liebe erführen. „Danke“, „Danke“ und noch einmal „Danke“ sagte Schulsprecher Nicolas Kalmár in Richtung Lehrer und Jahrgangskameraden. „Ich danke allen, dass sie meine Schulzeit zum Schönsten gemacht haben, was ich mit meinen 19 Jahren erleben durfte“, sagte Kalmár.

Für einige Schüler gab es zusätzlich zum Abiturzeugnis nicht nur eine Rose, sondern zusätzliche Auszeichnungen als Anerkennung für ihre guten Leistungen, sowohl im schulischen als auch sozialen Bereich, darunter einen Buchpreis des Vereins West Bend und einen Abiturpreis des Unternehmens Merck für besondere Leistungen in den Mint-Fächern.

Fachbereichsleiterin Christiane Wüstner überreichte Nadia Günter, Yannick Mades und Anna Weller die Zusage für das „Arbeitsstipendium 4.0“. Unter 13 Bewerbern wurden sie von SAP in Walldorf und ABB Power Grids in Mannheim ausgewählt. Sie werden acht Wochen Einblick in die Arbeitswelt global tätiger Unternehmen werfen und mit einem Stipendium von je 400 Euro des Fördervereins der Schule unterstützt. Sie hätten sich nicht nur durch ihr Leistungsbild ausgezeichnet, sondern auch durch ihre ausgeprägten Softskills.

(C) Echo-Online 05.07.21