I. Das Starkenburg-Gymnasium und sein Umfeld

Das Starkenburg-Gymnasium ist das einzige Gymnasium in der Kreisstadt Heppenheim; Schulträger ist der Landkreis Bergstraße.

Es wird besucht von ungefähr 850 Schülerinnen und Schülern vor allem aus der Kernstadt, den Stadtteilen und umliegenden Städten und Gemeinden.

Die Schule liegt in einem ruhigen, parkähnlichen Gelände im Westen der Stadt (Gerhart-Hauptmann-Str. 21)

Die auswärtigen Schülerinnen und Schüler erreichen die Schule über Linien- bzw. spezielle Schulbusse, die direkt vor dem Schulgebäude halten. Dort werden sie auch wieder abgeholt.

Das Kollegium besteht aus etwa 60 Lehrerinnen und Lehrern. Das Starkenburg-Gymnasium ist außerdem Ausbildungsschule für Referendare, die ebenfalls in der Unterrichtsarbeit mitwirken.

Die Elternschaft ist über die Elternvertretung in den Klassen und Jahrgangsstufen, im Schulelternbeirat, in der Schulkonferenz, durch Mitwirkung in Fach- und Gesamtkonferenzen, aber auch durch vielfältige Mitarbeit bei Projekten und Festen eng in die Schularbeit einbezogen. Intensiv wirken Eltern auch im Lehrer-Eltern-Schüler-Chor, im Orchester, in der Schülerbücherei und beim Schulprogramm mit.

Der „Verein der Freunde und Förderer des Starkenburg-Gymnasiums e.V.“ unterstützt die Schule vor allem in materieller Hinsicht und hält zugleich die Verbindung zu den ehemaligen Schülerinnen und Schülern.

Das Starkenburg-Gymnasium pflegt einen engen Kontakt mit den Grundschulen seines Einzugsbereichs. Durch einen wechselseitigen Informationsaustausch und durch stetige Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule und des Gymnasiums kann die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit abgestimmt und der Übergang zur neuen Schule für die Schülerinnen und Schüler erleichtert werden. Die gleiche Sorgfalt erfahren Schüler, denen nach der 10. Klasse der Realschule der Besuch der Gymnasialen Oberstufe empfohlen wird.

Ein Aufzug und eine behindertengerechte Toilette ermöglichen auch Körperbehinderten den Besuch unserer Schule.

Geplant ist eine Cafeteria im Innenhof der Schule als allgemeiner Aufenthalts- und Kommunikationsraum, vor allem als ein Ort der Verköstigung in der Mittagspause.

Eine lebendige Schule ist weit offen zu ihrem gesellschaftlichen Umfeld; deshalb gibt es bereits vielfältige Kooperationen mit den örtlichen Kultur- und Sportvereinen, Wirtschaftsunternehmen, Kirchengemeinden und Musikschulen. Diese gegenseitige Unterstützung und Förderung möchten wir noch erweitern und vertiefen.

Die besondere Offenheit unserer Schule zeigt sich auch in den engen Verbindungen zu unseren Partnerschulen in Le Chesnay (Frankreich), Prag (Tschechische Republik), Ballina (Republik Irland), West Bend (Wisconsin, USA) und Simferopol (Halbinsel Krim, Ukraine).

Dem internationalen Austausch dient ebenso unser Engagement als koordinierende Schule im Comenius-Projekt der Europäischen Union. Hier kommt der Nutzung der neuen Kommunikationsmedien besondere Bedeutung zu.

Ausländische Schülerinnen und Schüler sind als reguläre Schüler und als zeitweilige Gäste stets herzlich willkommen und stellen eine Bereicherung unseres Schullebens dar.

Das Starkenburg-Gymnasium ist erreichbar über Telefon, Telefax und E-Mail; Informationen zur Schule enthalten eine Grundschulbroschüre, die Elternbriefe und eine eigene Homepage im Internet. Die Schulzeitung „Der Starkenburger“ und dokumentiert das Leben der Schule.


II. „Schulkultur“ und „Schulprogramm“

Zur Entstehungsgeschichte

Bei einem Pädagogischen Tag des Starkenburg-Gymnasiums im Herbst 1993 kam der Gedanke auf, eine neue Schulordnung für unsere Schule zu entwerfen.

Schon bei den ersten Entwürfen einer Arbeitsgruppe stellte sich heraus, dass es schwer sein würde, im Kollegium einen inhaltlichen Konsens zu finden; schon der Begriff einer „Schulordnung“ war umstritten, noch mehr aber das Vorhaben einer Gruppe, der Lehrer, für eine andere, die Schüler, eine „Ordnung“ vorzugeben.

Daraufhin wurde eine andere Vorgehensweise versucht: Es bildete sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der drei Pfeiler der Schulgemeinde, aus Lehrern, Schülern und Eltern also. Ziel war es, eine gemeinsame, für jede der drei Gruppen verbindliche Beschreibung der Art und Weise des Zusammenlebens im Lebens- und Lernraum Schule zu erarbeiten. Dafür wurde, in kritischer Auseinandersetzung mit den Begriffen „Schulordnung“ und „Schulverfassung“ die Bezeichnung „Schulkultur“ vereinbart.

Auf dem Weg der Moderationstechnik, teilweise auch mit außerschulischen Moderatoren, wurden die inhaltlichen Schwerpunkte gefunden und in einer langwierigen, sich über drei Jahre erstreckenden Arbeit besprochen und zu von allen akzeptierten Ergebnissen gebracht. Dabei stellte es sich als günstig heraus, mehr grundsätzliche Gedanken einerseits und konkrete Regelungen für den Alltag andererseits in zwei getrennten Kapiteln zu formulieren.

Dabei war für alle Beteiligten von Anfang an klar, dass der lange Gesprächsweg wichtiger als der endlich vorliegende Text sein könnte. Das hat sich bewahrheitet. Wichtig für alle Mitwirkenden war das gemeinsame, völlig gleichberechtigte Ringen um eine für alle gültige, von allen mitzutragende und zu verantwortende Lebensordnung.

Die ..Schulkultur“ des Starkenburg-Gymnasiums wurde schließlich, nach mehreren Einsprüchen und Änderungsvorschlägen, am 10. Juni 1996 von der Schulkonferenz beschlossen und mit der Absicht verbunden, sie allen Schulneulingen und ihren Eltern am ersten Schultag feierlich zu überreichen. Die Erarbeitung der „Schulkultur“ erwies sich als gute Grundlage bei der Gestaltung des Schulprogramms. Im September 1997 traf sich die Arbeitsgruppe zum ersten Mal. Als Einstieg in die Arbeit diente die im Rahmen eines pädagogischen Tages von Eltern, Schülern und Lehrern geleistete kritische Bestandsaufnahme der Stärken und Versäumnisse der schulischen Arbeit. In nahezu monatlichem Rhythmus tagte die Arbeitsgruppe, während sich Fachkonferenzen jeweils mit den fachbezogenen Teilaspekten des Schulprogramms beschäftigten. Pädagogische Tage bündelten die gewonnenen Ergebnisse und gaben weitere Impulse zur Ergänzung und Aktualisierung. Beim pädagogischen Tag im Februar 2001 wurde es nochmals soweit überarbeitet, dass die Fülle der Beiträge zu einem homogenen Ganzen geformt und im Sommer dem Schulamt vorgelegt werden konnte.


III. Das Miteinander in der Schulgemeinde:

Unsere „Schulkultur“

Schon lange vor der Arbeit am Schulprogramm haben Lehrer, Schüler und Eltern Grundlinien der gemeinsamen Arbeit und des Umgangs miteinander entwickelt und sie unter dem Titel „Schulkultur“ zusammengefasst. Diese „Schulkultur“ bildet einen zentralen Bestandteil unseres Schulprogramms:

S c h u l k u l t u r

Lehrer, Eltern und Schüler des Starkenburg – Gymnasiums,

vertreten in der Schulkonferenz,

haben sich auf einige Grundprinzipien verständigt,

die beim Zusammenleben und -arbeiten als Richtschnur

und beim dauernden Bemühen um die Verbesserung unserer Schule

als Leitbild dienen sollen.

Alle Mitglieder der Schulgemeinde verpflichten sich,

diese Grundprinzipien nicht nur anzuerkennen,

sondern sie in ihrem täglichen Tun und Lassen nach Kräften zu verwirklichen.

Sie sind zugleich Maßstab für das Verständnis und die Umsetzung

der im zweiten Teil getroffenen praktischen Regelungen.

Erster Teil:

Jeder Mensch besitzt Würde; er ist einmalig, unersetzlich und unverzichtbar. Er hat daher das Recht, Achtung und Anerkennung zu erfahren und die Pflicht, Achtung und Anerkennung jedem anderen entgegenzubringen.

Als mündiger Mensch denkt er kritisch, entscheidet selbstverantwortlich und trägt die Folgen seiner Entscheidungen. Er erkennt allgemeingültige Gesetze, geltende Normen und sachdienliche Regeln an. Er zeigt Mut, für die eigene Überzeugung einzustehen, auch wenn dadurch persönliche Nachteile entstehen könnten.

Verantwortung bedeutet,

dass ich für mein Handeln mir und anderen gegenüber Antwort geben kann, für dessen Folgen einstehe und den von mir verursachten Schaden nach Kräften wiedergutmache.

Leistung dient sowohl der Selbstfindung und Selbstverwirklichung des einzelnen als auch dem Gesamtwohl.

Lehrer, Schüler und Eltern sind in gleicher Weise verpflichtet, ihren Beitrag zum Gelingen von Schule zu leisten:

  • der Lehrer, indem er seine Dienstpflichten gewissenhaft erfüllt, den Schüler bestmöglich fördert, sich schrittweise bei der Lenkung der Lernprozesse zurücknimmt und beispielhaft selbst ein Lernender bleibt.
  • der Schüler, indem er sein Wissen und Können mehrt, sein Lernen zunehmend selbst bestimmt und zu einer offenen, sich selbst fordernden Lernhaltung findet;
  • die Eltern, indem sie ihrer Tochter oder ihrem Sohn dabei Rückhalt geben, sie unterstützend begleiten und angemessenen Freiraum geben.

Kommunikation heißt,

dass Gesprächspartner offen und ehrlich miteinander reden, einander zuhören und bemüht sind, sich in den anderen hineinzuversetzen.

Toleranz verlangt,

dass wir die Mitmenschen achten und in ihrer Andersartigkeit annehmen. Wir bemühen uns, ihre Ansichten und Interessen zu verstehen, ihre Rechte zu wahren und auf ihre Gefühle Rücksicht zu nehmen. Intolerantes Verhalten nennen wir beim Namen und versuchen, daraus entstehende Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Unter Partnerschaft verstehen wir

die vertrauensvolle und ehrliche Zusammenarbeit an gemeinsamen Aufgaben und Zielen. Bei wechselseitiger Wahrung von Rechten und Erfüllung von Pflichten können so bessere Ergebnisse erzielt werden, als sie für den einzelnen erreichbar wären.

MiteinanderFüreinander

Im Bemühen um ein gelingendes Leben des heranwachsenden Menschen finden sich die gemeinsamen Ziele von Schülern, ihren Eltern und Lehrern. Zum menschenwürdigen Zusammenleben und zu wirkungsvoller Arbeit soll und darf jeder das beitragen, was er selbst vermag; er bekommt die nötige Hilfe, wenn er sie braucht. Gegenseitige Rücksichtnahme und Unterstützung sollen das Zusammenleben erleichtern und beim Lernen, Lehren und Erziehen helfen.

Umweltbewusstsein

erfordert, dass ich die Natur als Quelle unseres Lebens achte, sie sorgsam schütze und sie in Verantwortung auch für die kommende Generation nutze. Dazu gehört auch, privates und öffentliches Eigentum zu respektieren und die von der Gesellschaft bereitgestellten Räume und Sachen pfleglich zu behandeln.

Ordnung

ist ein sinnvoller, durch aktive Gestaltung geschaffener Zusammenhang von Sachen, Gedanken, Meinungen und Personen. Sie begünstigt die eigene Arbeit, erleichtert das tägliche Zusammenleben, erfordert die Anerkennung der Ziele, denen sie dient, und ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Ein notwendiges Maß an Ordnung ist zugleich die Bedingung für die Möglichkeit und Sicherung individueller Freiheit.

Zweiter Teil:

I) 1. Jede Art von Diskriminierung, Beleidigung, Bedrohung und Gewaltanwendung – auch mit Worten – ist in unserer Schulgemeinde unzulässig. Das Beispiel von Eltern und Lehrern im Gebrauch einer angemessenen und menschenwürdigen Sprache ist von großer Bedeutung.

2. Konfliktregelung: Bei Verstößen gegen die folgenden Regelungen, aber auch bei Konflikten jeder Art, soll zunächst im Sinne der Schulkultur der Weg über Kommunikation und Einsicht gesucht werden: Sollten sich Schüler untereinander trotzdem nicht einigen können, sollte der Klassenlehrer bzw. ein Vertreter der SV hinzugezogen werden.

Bei Konflikten von Lehrern untereinander, zwischen Lehrern einerseits und Schülern und/oder Eltern andererseits sollten ebenfalls zunächst im Gespräch der Betroffenen beide Positionen offen wahrgenommen werden. Auch hier können der Klassenlehrer/Tutor, der Verbindungslehrer, der Klassen oder Kurssprecher oder ein anderer Vertreter der SV hinzugezogen werden. Erst wenn diese Gespräche keine Verständigung ergeben, wird der Schulleiter eingeschaltet.

Leitgedanke soll dabei immer sein, den jungen Menschen in seiner Entwicklung zu fördern und den der Schulgemeinde eventuell zugefügten Schaden einzusehen und nach Möglichkeit wieder gutzumachen. Dabei sind alle Beteiligten aufgerufen, Konflikte offen darzulegen und auf eine friedliche Lösung hinzuarbeiten. Dabei können, wenn es die Situation erfordert auch weitere pädagogische Maßnahmen und Ordnungsmaßnahmen (§ 82 Schulgesetz) angewandt werden.

II) 1. Lehrer und Schüler bereiten sich gewissenhaft auf die Stunde vor:

  • Sache des Lehrers ist es, einen interessanten und lehrreichen Unterricht zu planen und durchzuführen,
  • Sache des Schülers, die geforderten Vorarbeiten und die nötigen Hilfsmittel bereitzuhaben und aktiv am Gelingen des Unterrichts mitzuwirken

Auch Vertretungsstunden sind verantwortlich zu gestaltende Unterrichtsstunden.

2. Die Hausaufgaben

  • dürfen den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen nicht überschreiten;
  • sollen rechtzeitig gestellt und bei Bedarf erläutert werden; – müssen von den Schülern sorgfältig und eigenständig erledigt und
  • von den Lehrern im Unterricht aufgegriffen und überprüft werden.

Die Eltern schaffen die erforderlichen häuslichen Voraussetzungen und fördern das eigenständige Arbeiten.

3. Der Unterricht beginnt und endet für Lehrer und Schüler pünktlich; bei jüngeren Kindern wirken die Eltern bei der Erziehung zur Pünktlichkeit mit.

Sollte ein Lehrer fünf Minuten nach Stundenbeginn nicht erschienen sein, informiert der Klassensprecher/Kurssprecher die Schulleitung.

4. Die Unterrichtsräume, Wandtafel, Mobiliar und Geräte sind pfleglich zu behandeln und nach der Stunde sauber zu hinterlassen. Anfallender Müll wird getrennt gesammelt und entsorgt. Die Müllmenge sollte durch entsprechendes Konsumverhalten möglichst gering gehalten werden. Eltern und Lehrer wirken dabei beispielhaft mit. Die Gruppe regelt alle erforderlichen Zuständigkeiten..

5. Die Klassenräume werden in den großen Pausen und nach Unterrichtsende verschlossen; die Schüler der Klassen 5 – 10 gehen in die Pausenhöfe. Bei schlechtem Wetter (Regen, Eisglätte) dürfen sie sich in den Fluren aufhalten.

6. Die Außenanlagen und die Spielgeräte im Hof sollen pfleglich behandelt werden. Gesundheitsgefährdende Spiele und Fahrradfahren sind hier nicht erlaubt. Um die Sicherheit und Unbeschwertheit in den Pausen zu gewährleisten, sind Lehrer zur Aufsicht bestellt; deren Dienst ist von den Schülern zu respektieren und zu unterstützen und von den Kollegen solidarisch mitzutragen.

7. Im Treppenhaus sind Gedränge und Herumrennen zu vermeiden und gegenseitige Rücksicht erforderlich. Das gilt auch beim Einkauf am Kiosk und beim Einsteigen in die Busse.

8. In den Freistunden stehen getrennte Aufenthaltsräume für die Unter- und Mittelstufe bzw. für die Oberstufe zur Verfügung. Sie sind ebenfalls sauber zu halten und zu schonen. Bibliothek und Lesesaal sind für Oberstufenschüler immer dann geöffnet, wenn eine Aufsicht vorhanden ist.

Das Verlassen des Schulgeländes während der Unterrichtszeit ist Minderjährigen aus ver­sicherungsrechtlichen Gründen nur gestattet, wenn sie eine entsprechende schriftliche Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten vorweisen können.

9. Trotz der gesundheitlichen Gefährdung und dem schlechten Beispiel den Jüngeren gegenüber wird das Rauchen von Schülern über 16 Jahren auf dem ausgewiesenen Platz an der Südseite des Hauptgebäudes toleriert.

Der Konsum aller anderen Drogen (Alkohol u.ä.) ist Schülern und Lehrern auf dem Schulgelände verboten. In besonderen Fällen (Schulfeste, Geselligkeiten der Lehrer u.ä.) kann Alkohol zugelassen werden.

10. Besucher der Schule (Gäste, Freunde, ehemalige Schüler) sind willkommen, sollen sich aber beim Schulleiter anmelden.

11. Die Verhaltensregeln für den Brand- und Katastrophenfall sind in den Unterrichtsräumen ausgehängt und müssen im Ernstfall (auch beim Probealarm) genauestens befolgt werden.

12. Die ministeriellen Verordnungen über Versetzungen, Klassenarbeiten, Beurteilung von Schülerleistungen, Erziehungsmittel und -maßnahmen werden regelmäßig den Eltern auf den Elternversammlungen und den Schülern in der Klassen mitgeteilt..

Diese Beschreibung der angestrebten Schulkultur wird jedem Schüler, seinen Erziehungsberechtigten und den Lehrern des Starkenburg-Gymnasiums ausgehändigt.

Sie bestätigen ihre Kenntnisnahme durch Unterschrift; sie sind aufgefordert, ihren Teil zu deren Verwirklichung beizutragen.

Zu Beginn eines jeden Schuljahres besprechen Klassenlehrer und Tutoren die Elemente unserer Schulkultur mit ihren Schülern altersgemäß und gründlich. Sie halten dies durch einen Vermerk im Klassenbuch /Kursheft fest.

Die Schulkonferenz hat heute den vorliegenden Vereinbarungen zugestimmt. Sie treten mit Beginn des Schuljahres 1996/97 in Kraft.

Heppenheim, 10. Juni 1996

Köhler

(Vorsitzender der Schulkonferenz)


IV. Die Unterrichtsarbeit

a) Allgemeine Zielsetzungen

Der Unterricht dient zum Erwerb der grundlegenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Werthaltungen, die den SchülerInnen gemäß dem Bildungs- und Erziehungsauftrag im Hessischen Schulgesetz zu vermitteln sind (s. §§ 2 und 6 HSchG).

Neben den in der Schulkultur dargestellten pädagogischen Zielsetzungen sehen wir als oberstes Ziel der unterrichtlichen Arbeit die in der Abiturprüfung zu bescheinigende Studierfähigkeit, verstanden als die Befähigung

  • selbstständig zu lernen, zu arbeiten und über das eigene Lernen, Denken, Urteilen und Handeln zu reflektieren;
  • sich mit den jeweiligen Sachverhalten kritisch zu befassen, sich eine eigenständige Meinung zu bilden und sich mit den Auffassungen anderer offen und tolerant auseinander zu setzen,
  • auch ohne Anleitung durch die Schule weiter zu lernen in Studium und/ oder Beruf.

Der Unterricht soll geistige Beweglichkeit und Kreativität fördern und Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit und Ausdauer als wesentliche Verhaltensweisen des Lernens und Arbeitens stärken.

Eine gute Schule basiert

  • einerseits auf der Qualität des von einem engagierten Lehrer gehaltenen fachlich soliden und methodisch ansprechenden Unterrichts und
  • andererseits auf der kulturellen Wertschätzung von Schule, Bildung und Leistung und der Anstrengungsbereitschaft aller Beteiligten.

Sie braucht darüber hinaus den Konsens, das einvernehmliche Verfolgen der formulierten Bildungs- und Erziehungsziele durch die Eltern, das Lehrerkollegium und die Schulleitung und die Kooperation und gegenseitige Achtung aller Akteure.

Der Unterricht am Gymnasium ist als Fachunterricht organisiert, weil nur so anspruchsvolles, systematisch organisiertes Wissen gewonnen, Einblick in die Methoden und die Grenzen des jeweiligen Faches erreicht und wissenschaftspropädeutisch gearbeitet werden kann.

Gleichwohl kann auf ein multiperspektivisches Denken und die Verknüpfung der in den einzelnen Fächern gewonnenen Erkenntnissen nicht verzichtet werden, damit ein geordnetes Bild der Welt entstehen kann und begründete private und politische Entscheidungen möglich sind.

Zudem sind in der Regel menschliche Erkenntnisprozesse an auftretenden Problemen orientiert.

Deshalb sollte jeder Lehrer beispielhaft in seinem Unterricht immer wieder die Grenzen seines Faches aufzeigen und über sie hinaus weisen.

Eine besondere Chance, fächerverbindendes und fachübergreifendes Lernen zu ermöglichen und einzuüben bieten neben dem Fachunterricht der Wahl-Pflicht-Unterricht (WPU) in Klasse 9 und 10 und die Arbeitsgemeinschaften. In der Gymnasialen Oberstufe werden fächerverbindende Kurse angeboten.

Auch Projektage und –wochen dienen in besonderer Weise der aufgezeigten Zielsetzung.

Nach den überaus positiven Erfahrungen mit dem Goethe-Projekt 1999 und der Projektwoche 2000 soll im Abstand von zwei/drei Jahren jeweils eine Projektwoche durchgeführt werden. Dadurch hat jeder Schüler die Chance, in Unter-Mittel- und Oberstufe an einer Projektwoche teilzunehmen.

Schon ab der Klasse 5 sollen alle Schülerinnen und Schüler das Lernen lernen, d.h. zunehmend mehr effektive und zeitökonomische Methoden und Strategien des Lernens kennen, üben und bewusst einsetzen; entsprechende Materialien, die wir dazu erarbeitet haben, werden den Schülern zur Verfügung gestellt. Der Klassenlehrer ist für ihre schrittweise Einführung verantwortlich; die anderen Mitglieder des Lehrerteams sind informiert und wirken bei der Einübung mit.

Diesem Zweck dient auch die Einrichtung von speziellen Lehrerteams für die Jahrgangsstufe 5/6: Dadurch, dass der Unterricht von möglichst wenigen Lehrern gehalten wird, wird der Übergang von der Grundschule mit nur wenigen Bezugspersonen auf die weiterführende Schule erleichtert. Andererseits ist der kleineren Lehrergruppe eine besonders enge und kontinuierliche Zusammenarbeit möglich.

Was zunächst zu tun ist: Für die jeweiligen Lehrerteams der Jahrgangsstufen 5 und 6 wird dazu eine gemeinsame Freistunde im Stundenplan ausgespart.

Die Übung in den Kulturtechniken und die Hinführung zu den fachspezifischen Methoden ist fortlaufend zentraler Unterrichtsgegenstand auch in der Mittelstufe.

Was zunächst zu tun ist: Im Hinblick auf den Übergang in die Gymnasiale Oberstufe und deren spezifische Anforderungen muss das Lernkonzept der Mittelstufe auf seine Effektivität überprüft und in seiner Stringenz verbessert werden.

Zur erneuten Reflexion und verstärkten Hinführung zum eigenständigen Lernen dient der bereits eingeführte Studientag für die Jahrgangsstufe 11, jeweils im Oktober.

Für ein erfolgreiches Lernen des Lernens ist der Konsens und die Kooperation des gesamten Lehrerkollegiums unabdingbar. Das bedeutet einen kontinuierlichen Prozess der Vereinbarung und Abstimmung unter den eine Klasse unterrichtenden Lehrkräften.

Information Wissen Bildung:

Zum Lernen lernen gehört wesentlich die selbstständige Nutzung der verschiedenen traditionellen und modernen Informationsquellen und ein sachgerechter Umgang mit den so gewonnenen Materialien.

Hinzu gehört aber auch unabdingbar die Fähigkeit, die einzelnen Informationen zu werten, zu ordnen und sie mit dem bereits vorhandenen Wissensbestand zu vernetzen.

Das Ziel einer allgemeinen Bildung wird jedoch nur erreicht, wenn das erworbenen Wissen zu einer prägenden und die gesamte Person gestaltenden Kraft wird.

In unserer Schule besitzt die Heranführung und der Umgang mit den gedruckten Medien, vor allem dem Buch, nach wie vor höchste Priorität. Die in der Bibliothek/Internetstation bereitgestellten Nachschlagewerke müssen weiter ausgebaut werden; gegebenenfalls können dort auch Handapparate zu einzelnen Kursen bereitgestellt werden.

Die Schülerbücherei von einer Lehrerin geleitet und mit großem Engagement von Seiten der Eltern verwaltet- wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert und für das genannte Ziel genutzt.

Die mit dem Computer eröffneten neuen Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und die erweiterten Wege von Problembeschreibungen und –lösungen stellen einen besonders wichtigen, das zukünftige Leben weithin bestimmenden Faktor dar. Deshalb ist dieses das Weltbild und die Denkstrukturen prägende Element ein unverzichtbarer Bestandteil auch des gymnasialen Bildungsgangs.

Schon in der Jahrgangsstufe 7 erhalten die Schüler, anknüpfend an einen erweiterten Physik-Unterricht, eine Informationstechnische Grundbildung (IKG), durch die sie in den Gebrauch des Computers eingeführt und mit seinen Möglichkeiten und Grenzen vertraut werden. Vertiefende Zugänge werden im Informatik-Unterricht der Oberstufe und durch spezielle Arbeitsgemeinschaften eröffnet.

In der Internet-Station, aber auch in einzelnen Fachbereichen besteht bereits für Lehrer und Schüler Zugang zu den Informationsquellen des Internets, der noch schrittweise erweitert werden soll. Die Schüler sollen so den Gebrauch dieses Mediums lernen, sich in der Nutzung der Informationsfülle üben, aber auch erfahren, dass die Sichtung und Auswertung der angebotenen Materialien keineswegs mit geringerer Mühe als bei den traditionellen Medien verbunden ist.

Besondere Aufmerksamkeit muss den Schülerinnen und Schülern gelten, die überwindbare Lernschwierigkeiten haben. Neben der Unterstützung im Unterricht werden flankierende Maßnahmen angeboten, soweit es die personellen Möglichkeiten erlauben. So finden z. Bsp. schon seit Jahren Englisch-Stützkurse in den Jahrgangsstufen 6 und 7 statt; zur Zeit gibt es einen Verstärkungsunterricht in Französisch in der Jahrgangsstufe 9.

Gleichzeitig misst die Schule der Förderung besonders begabter und interessierter Schüler und Schülerinnen große Bedeutung bei. In gleicher Weise wie Überforderung kann auch Unterforderung zu Desinteresse und zu allen Arten von Schulproblemen führen.

Der Förderung dieser Schülerinnen und Schüler dienen einmal die angebotenen Arbeitsgemeinschaften, die besondere Schwerpunktbildungen und Vertiefungen auf dem jeweiligen Interessengebiet ermöglichen.

Aber auch im normalen Unterricht ist es denkbar, besonders Interessierte und Leistungsstarke mit speziellen Aufgaben zu betrauen, deren Ergebnisse für den allgemeinen Lernprozeß nutzbar gemacht werden können.

Ebenso werden diese Schüler an landes- und bundesweit ausgeschriebene Wettbewerbe herangeführt und während dieser Arbeit von Fachlehrern beraten und betreut.

Daneben gibt es schulinterne Wettbewerbe, die noch erweitert werden sollen; die jeweiligen Sieger werden in der Schulgemeinde gebührend bekannt gemacht.

Besondere Schülerleistungen (z. Bsp. Referate, bildnerische oder literarische Werke …) werden der gesamten Schulgemeinde zugänglich gemacht.

Diese allgemeinen Zielsetzungen stellen einen direkten Auftrag dar an alle Fachkonferenzen, konkrete und verbindliche Schritte einer fachspezifischen Umsetzung festzulegen.

Zur Umsetzung aller dieser Ziele ist aber auch eine wesentlich verbesserte, den Anforderungen angemessene Lehrerversorgung unabdingbar.

Grundsatz

Der Übergang zwischen Grundschule und Gymnasium ist ein entscheidendes Ereignis im Leben eins Kindes. Damit dieser möglichst reibungslos und behutsam erfolgt, gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen den Grundschulen und dem Starkenburg Gymnasium besonders eng und intensiv. Die Zusammenarbeit wird dabei auch durch den überschaubaren Einzugsbereich unserer Schule begünstigt.

Bisherige Gestaltung der Zusammenarbeit

Vertreter der Schulleitung des Starkenburg Gymnasiums besuchen die Informationsveranstaltungen in den Grundschulen. Sie informieren darüber, welche Voraussetzungen ein Kind, das das Gymnasium besuchen will, mitbringen sollte. Darüber hinaus geben sie Auskunft über rechtliche Vorgaben.

Am „Tag der offenen Tür“ haben die Schüler der 4. Klassen Gelegenheit, unsere Schule kennen zu lernen. Sie erhalten dabei nicht nur einen Eindruck von Klassen- und Fachräumen, sondern gewinnen eine konkrete Vorstellung vom Biologie- ‚ Physik- und Chemieunterricht. Sie begegnen dabei erstmalig zukünftigen Lehrern und Mitschülern, die entweder Projekte vorstellen oder experimentieren.

Bevor die Entscheidung für die Schulform endgültig fällt, besuchen die Viertklässler im Januar/Februar eines Schuljahres den Unterricht der 5. Klassen. Wegen des regen Interesses wurde mittlerweile die Hospitation auf die 6. Klassen ausgedehnt. Die Grundschüler nehmen zunächst am regulären Fachunterricht teil und haben in einem anschließenden Rundgespräch Gelegenheit Fragen zum Übergang zu stellen. Umgekehrt geben die Sextaner ihre eigenen Erfahrungen an die Viertklässler weiter.

Am ersten Schultag werden die neuen Sextaner feierlich (d.h. mit Musik und ggf. einem kleinen Theaterstück) in unsere Schulgemeinde aufgenommen. Danach begrüßt der Schulleiter jedes neue Mitglied unserer Schulgemeinde namentlich und überreicht unsere Schulkultur. Die neuen Sextaner werden anschließend ihrem(r) Klassenlehrer(in) anvertraut. Die Bildung der neuen fünften Klassen orientiert sich dabei an der Zusammensetzung der Grundschulklassen. Nach einem Klassenfoto und einem kurzen Besuch im eigenen Klassenraum erwarten die Sextaner die Spiele der Schüler der sechsten Klassen. Unter dem Motto „Mit allen Sinnen lernen“ werden spielerisch erste Kontakte geknüpft und Berührungsängste abgebaut.

Am ersten regulären Unterrichtstag findet ausschließlich Klassenlehrerunterricht statt. zudem verfügt der Klassenlehrer in der 5. Klasse über eine zusätzliche Stunde, die vornehmlich mit pädagogischen und erzieherischen Inhalten gefüllt wird.

Die Unterrichtsgestaltung knüpft an die Methoden der Grundschule an und führt diese weiter. So werden die Sextaner in der Klassenlehrerstunde und im Fachunterricht mit Lernstrategien vertraut gemacht, basierend auf einer hauseigenen Broschüre und dem Heft „Gewusst wie“ (s. dazu Zielsetzung 1).

In den fünften Klassen unterrichtet nur eine verhältnismäßig überschaubare Anzahl von Lehrkräften. Sie bilden ein Team und sind in ständigem Austausch über den Entwicklungsstand ihrer Schüler. Alle Lehrer unterrichten jeweils für zwei Jahre in den Klassen.

Die fünften Klassen erhalten einen eigenen Klassenraum, mit dem sie sich erfahrungsgemäß stark identifizieren und für den sie auch Verantwortung übernehmen. Zur Festigung der Klassengemeinschaft besuchen darüber hinaus alle Sextaner ein Schullandheim.

Turnusgemäß finden im fünften Schuljahr zwei Pädagogische Konferenzen statt, und zwar nach den ersten drei Monaten und am Ende des Schuljahres. In der ersten Pädagogischen Konferenz wird über jedes einzelne Kind beraten, um es bestmöglich zu fördern. Dabei erweist sich der intensive Austausch mit den Grundschulen als äußerst hilfreich. Denn bereits vor dieser ersten pädagogischen Konferenz findet regelmäßig nach ca. 10 Wochen an der neuen Schule ein Erfahrungsaustausch zwischen den ehemaligen und den neuen Klassenlehrern statt. Im Rahmen dieser Zusammenkunft werden pädagogische Fragen erörtert, Informationen über den Entwicklungsstand der neuen Sextaner ausgetauscht und Abschlussprofile der Grundschule für die Einstufung ins Gymnasium vorgestellt. (s. geplante Vorhaben unter Zielsetzung 2). In der zweiten Pädagogischen Konferenz am Ende des Schuljahres wird unter anderem über die Möglichkeit der Querversetzung entschieden, wobei die Eltern aber bereits über die rechtlichen Vorgaben beim ersten Elternabend zu Beginn des Schuljahres informiert worden sind.

Kooperation findet einerseits durch schulformübergreifende Konferenzen, andererseits auch durch wechselseitige Hospitation statt. So besuchen die potentiellen Klassenlehrer der neuen fünften Klassen im zweiten Halbjahr (meist im April) die vierten Klassen der Grundschulen. Sie erhalten dadurch Einblick in die Unterrichtsgestaltung der Grundschulen und lernen auch ihre zukünftigen Schüler kennen (s. Zielsetzung 3).

Zusätzlich zu den bestehenden Kontakten mit den Heppenheimer Grundschulen nimmt die Koordinatorin zwei bis dreimal jährlich am Kontaktlehrertreffen der Bensheimer Schulen teil, wobei interessierte Kollegen und Kolleginnen die jeweiligen Inhalte dieser Zusammenkünfte den Protokollen entnehmen können.

Zielsetzung

Das Konzept wird beibehalten.

  1. Geplant ist, dass Klassenlehrer und Fachlehrer künftig verbindlich einzelne Teilbereiche der Lernstrategie in ihrem Unterricht jeweils fächerspezifisch thematisieren, um eigenständiges Lernen voranzubringen.
  2. Im Rahmen des Kontaktlehrertreffens der Heppenheimer Schulen wird die Koordinatorin des Starkenburg Gymnasiums zwei Veranstaltungen durchführen.
  3. Im April 2002 findet eine Konferenz zum Thema „Methodenkompetenz und Arbeitstechniken“ statt. In der daran anknüpfenden Sitzung geht es um „Förderung besonders begabter Schüler in Grundschule und weiterführender Schule“.
  4. Angestrebt wird ein Austausch von Klassenarbeiten in den Hauptfächern (Deutsch und Mathematik).

Evaluation

Rückmeldungen von Eltern, Lehrern und Grundschulkollegen sowie von den Sextanern selbst; Unterrichtsergebnisse, Klassenarbeiten; Wiedervorlage in Konferenzen.


Schwerpunkte innerhalb des regulären Unterrichts:

Die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens stehen im Mittelpunkt des Deutschunterrichts.

Die Lesefähigkeit bedarf kontinuierlicher Förderung durch intensive Textarbeit. Außerdem bemüht sich vor allem der Deutschunterricht, die Schüler an das Medium Buch heranzuführen, indem einerseits Ganzschriften exemplarisch besprochen werden, regelmäßig Buchvorstellungen stattfinden und die Kooperation mit der Schülerbücherei gepflegt wird. In der Jahrgangsstufe 6 wird ein Vorlesewettbewerb durchgeführt.

Genauso wichtig ist die Verbesserung der Schreibfähigkeit: Dem dient einerseits die Erweiterung der Stundentafel in der Jahrgangsstufe 8 von 3 auf 4 Stunden, andererseits die Verlängerung der Arbeitszeit der Oberstufenklausuren in Deutsch und Englisch (Leistungskurs), um mehr Sprachrichtigkeit und Ausdrucksgenauigkeit zu ermöglichen. Ein Schreibwettbewerb in Klasse 5 hat die gleiche Intention.

Dem Erlernen und Vertiefen von Fremdsprachen kommt größte Bedeutung zu:

  • Erste Fremdsprache ist Englisch ab Klasse 5.
  • Für die zweite Fremdsprache ab Klasse 7 besteht die Wahl zwischen Latein und Französisch.
  • Im Rahmen des Wahl-Pflicht-Unterrichts (WPU) kann in der Jahrgangsstufe 9 als dritte Fremdsprache zwischen Latein, Französisch und Russisch gewählt werden. Da diese Kurse übergreifend auch für die Jahrgangsstufe 11 angeboten werden, ist einerseits die erforderliche Kursstärke gesichert, andererseits kann dadurch auch in Jahrgangsstufe 11 mit einer zweiten (für Realschüler, die zur Gymnasialen Oberstufe zugelassen sind), dritten bzw. sogar vierten Fremdsprache begonnen werden.

Erfreulicherweise wählt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs eine dritte Fremdsprache; diese Motivation soll weiterhin erhalten und gestärkt werden.

Russisch als 3. Fremdsprache hat an unserer Schule eine langjährige Tradition, die von unseren Schülern mit steigendem Interesse aufgegriffen und weitergeführt wird. Russischkurse werden von Jahrgangstufe 9 – 13 belegt, wobei für die Schüler nicht nur die Motivation für das Erlernen einer weiteren Fremdsprache entscheidend ist, sondern auch das Erwerben zusätzlicher Qualifikationen im Hinblick auf sich öffnende Perspektiven angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung unserer östlichen Nachbarn.

Russisch ist darüber hinaus bei den Abiturienten als mündliches Prüfungsfach beliebt.

Für Schüler mit Russisch als Muttersprache bietet unsere Schule die Möglichkeit, sprachliche und landeskundliche Kenntnisse und Erfahrungen im Unterricht gewinnbringend einzusetzen. Unter dem Aspekt des interkulturellen Lernens findet ein lebendiger Austausch zwischen zwei Kulturkreisen statt, von dem die Muttersprachler im sozial-integrativen Bereich sehr profitieren.

Der seit 1993 bestehende Schüleraustausch mit der Schule Nr. 4 in Simferopol/Krim bietet allen Russischschülern bereits ab Klasse 9 die Möglichkeit, neben der Anwendung ihrer Sprachkenntnisse im Land der Zielsprache einen ihnen bis dahin noch unbekannten Kulturkreis persönlich kennen zu lernen und zu erleben. Die persönliche Begegnung mit ukrainischen bzw. russischen Jugendlichen öffnet für beide Seiten neue Sichtweisen und trägt dazu bei, Vorurteile zu hinterfragen und als solche zu erkennen. Die vielen positiven Rückmeldungen der Schüler über ihre Erfahrungen im Austausch bilden die Grundlage für das Fortführen der Austauschfahrten.

Spanisch wird im Rahmen von freiwilligen Arbeitsgemeinschaften unterrichtet.

Der Übung und Vertiefung der Fremdsprachenkenntnisse dienen unsere vielfältigen Partnerschaften mit Schulen in Frankreich, Irland, den USA und der Ukraine. Austauschfahrten finden regelmäßig statt.

Der Schüleraustausch mit Le Chesnay im 8. Schuljahr ermöglicht es einer großen Gruppe von Schülern, die ersten erlernten Französisch-Kenntnisse in die Praxis umzusetzen, ihre Freude am Sprechen in der Fremdsprache zu wecken und zu erhalten und die Motivation für den Unterricht zu stärken. Durch diesen frühen direkten Kontakt mit den französischen Gastfamilien werden Klischees abgebaut, und die Schüler lernen die Sitten und Gebräuche unseres Nachbarlandes unmittelbar kennen. Sie können so das in der Landeskunde Gelernte verifizieren.

Durch das im Austausch verankerte Besichtigungsprogramm bekommen die noch sehr jungen Schüler ein Gefühl für die kulturelle Vielfalt und werden für die französische Lebensart, für die Schönheit der Architektur in Paris und für die Kunst (Louvre, Versailles) sensibilisiert.

Darüber hinaus dient der Aufenthalt in Frankreich auch der Persönlichkeitsbildung, da sich die Schüler in einer ihnen fremden kulturellen Umgebung zurechtfinden müssen. Von Seiten der Schule werden die Partner angehalten, die geknüpften Kontakte privat fortzuführen und so den Entwicklungsprozess zur Weltoffenheit zu vertiefen.

Durch die projektorientierte Kooperation mit mehreren europäischen Schulen im Rahmen des Comenius-Programms der EU gewinnt die Kommunikation in den fremden Sprachen einen besonderen Stellenwert.

Das vorhandene Sprachlabor wird schrittweise in eine Sprachwerkstatt umgewandelt, in der die neuen elektronischen Kommunikationsmittel eingeübt und dem internationalen Austausch (Internet, E-Mail) nutzbar gemacht werden.

Latein am Starkenburg-Gymnasium:

Latein, die einstige Weltsprache und im gesamten Mittelalter bis an den Rand der Neuzeit die Gelehrtensprache Europas, spricht heutzuta­ge so gut wie niemand mehr. Wozu also eine Sprache lernen, die man gar nicht spricht! Gibt es Gründe, sich diese alte Sprache anzueignen? Oder sollte man nicht von vorn herein eine weitere moderne Sprache ins Auge fassen? Ist das Lateinlernen Zeitverschwendung?

Auf diese bekannten Argumente wollen wir in allen Einzelheiten antworten:

  1. Es existierte einst das gewaltige Römerreich, das von den Grenzen Schottlands bis an den Euphrat, vom Rhein bis zur Wüste Sahara reichte. Dieses Imperium Romanum übernahm die glanzvolle Kultur des im Reich integrierten klassischen Grie­chenland, entwickelte sie eigenständig weiter und machte den Geist Griechenlands zu einem festen Bestandteil unserer Kultur. In einem Ozean der Barbarei war also verstand sich das Reich der Römer als die blühende Oase der Kultur: Der Westen sprach hauptsächlich Latein, der Osten im Wesentlichen Griechisch, die andere antike Weltsprache. Seit dem vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung setzte sich bei den Römern allmählich die christliche Religion durch und errang schließ­lich die Stellung einer Staatsreligion. So wurde das griechisch-römische Element durch das Christentum überlagert und neu formuliert, genau so, wie sich das Chri­stentum durch den Geist der Antike formen ließ. Aber die neue Religion war schon früh in die lateinische und griechische Form des Gottesdienstes gegliedert. Missio­nare zogen dann im allmählich beginnenden Mittelalter in diejenigen Gebiete, die der römische Legionär nicht hatte erobern können und brachten die römische Kultur dorthin mit: Der Osten Europas (Russland – Bulgarien – Serbien) wurde von den griechischen („orthodoxen“) Missionaren in die Zivilisation eingeführt (z.B. „kyrillische“ Schrift vom Missionar „Kyrillos“ aus der griechischen entwickelt), das übrige Europa wurde vom lateinischen Teil der antiken Kultur beflügelt: Man übernahm die lateinische Schrift; die Kirchensprache und damit die Schul­sprache wurde Lateinisch; die „barbarischen“ Sprachen wurden mit Hilfe der Strukturen der lateinischen Basissprache allmählich in den Stand versetzt, zur Schriftsprache überzugehen. Daher ist Latein so etwas wie die Mutter unserer mo­dernen europäischen Sprachen, vor allem natürlich der romanischen Sprachen (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch; aber auch die ande­ren Sprachen Europas sind auf zahllose lateinische Vokabeln angewiesen) und hat sich deshalb auch bei den modernen Wissenschaften als Fachsprache durchgesetzt und behauptet; Pflanzen und Tiere besitzen z.B. einen internationalen lateinischen Namen? Ehe Medizin benutzt ein umfangreiches lateinisches Vokabular. Bei allen anderen Wissenschaften ist es ähnlich. Wir schreiben ja auch mit lateinischen Buchstaben, und unser Deutsch hat nach wie vor i. W. die lateinischen Lautwerte beibehalten, auch wenn das Lateinische viel unkomplizierter ist: Man schreibt, wie man (als Deutscher) spricht; es gibt nur Kleinschreibung (außer Eigennamen), und auch die vielen Besonderheiten des Duden kennt das Latein (zum Glück) nicht. So ist also die Sprache der Römer ein integraler Bestandteil unserer Kultur. Wenn wir das Latein aus unseren Schulen tilgen, rütteln wir entschieden an unserer kul­turellen Basis. Der griechische Staatspräsident Konstantinos Karamanlis hat dies einmal so ausgedrückt: „Europäische Kultur ist die Synthese des griechischen, des lateinischen und des christlichen Geistes; ist eine Synthese, zu der der griechische Geist die Idee der Freiheit, der Wahrheit und der Schönheit beigetragen hat, der römische Geist die Idee des Staates und des Rechtes und das Christentum den Glauben und die Liebe.“
  2. Latein ist also, wie wir gesehen haben, der Lehrmeister der modernen Sprachen Europas, und damit auch der ganz Amerikas, Australiens und Neuseelands. Dieser Tatsache trägt unser moderner Lateinunterricht Rechnung: Es geht uns nicht dar­um, eine weitere Sprache sprechen zu lernen sondern darum zu vermitteln, was ganz allgemein Sprache überhaupt ist und wie Sprache aufgebaut ist. Unser La­teinunterricht findet also in deutscher Sprache statt. Lateinunterricht ist immer auch Deutschunterricht: Mit Hilfe lateinischer Texte lehren wir systematisch und mit der Geduld einer Frist von mindestens drei Jahren die allgemein gültige Grammatik, lehren, wie man Verben konjugiert und Nomina dekliniert, zeigen, wie sich ein Gebilde aus Haupt- und Nebensätzen aufbaut usw. Beim Übersetzen gibt es kein Ausweichen. Ziel ist nach einer „Grobübersetzung“ das Erreichen eines angemessenen deutschen Ausdrucks. Dabei hilft uns auf allen Gebieten der unvergleichlich regelmäßige Aufbau des Lateinischen, der nur noch durch eine Computersprache übertroffen werden könnte.
  3. Latein an der Universität: Immer wieder stellt man die Frage nach dem prakti­schen Nutzen des Lateinlernens. Wer sich von obige Ausführungen vom Sinn die­ses Unterrichts nicht überzeugen lässt, sollte wissen, dass viele Universitäten je­de kann das im Einzelnen selbst bestimmen für viele Fächer mehr oder weniger viel Latein verlangen. In „Studien- und Berufswahl“ gibt die Bund-Länder-Komission jährlich die Anforderungen bekannt. Im Wesentlichen sind folgende Fächer betroffen: Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch (Romanistik, dazu gehören auch andere romanische Sprachen), Latein, Religion, z. T. Russisch; viel­fach wird es bei sonst „lateinfreien“ Fächern dann verlangt, wenn man auf der Universität promovieren will („Doktorexamen“). Mediziner und Naturwissen­schaftler benötigen kein Latinum, obwohl ihre Fachsprache aus lateinischen Voka­beln besteht. Es ist immer wieder bedauerlich, wenn das Angebot der Gymnasien nicht genutzt wird, und dann in den Hörsälen unserer Universitäten Großgruppen von über 200 Studenten versuchen, spät, aber noch nicht zu spät, das Latinum nachzuholen, oft genug vergebens und mit einem Wechsel des Studienfaches oder der Universität verbunden.
  4. Das Latinum heißt also die Zauberformel. Am Starkenburg-Gymnasium kann es auf zwei verschiedenen Wegen erreicht werden: Latein ab Klasse 7 bis Jgst. 11 (bzw. bis Jgst. 12, damit es auch in Baden-Württemberg anerkannt wird); oder Latein ab Klasse 9 im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes. In diesem Fall endet der Kurs „Latein als dritte Fremdsprache“ spätestens in der Jgst. 12, und wer das Latinum erreichen will, muss sich dann dem übrig gebliebenen Teil des Kurses an­schließen, der in Klasse 7 mit Latein begonnen hat. Dieses Latinum wird in Baden-Württemberg nicht anerkannt (angeblich zu wenig Lateinstunden …). Das Latinum wird im Abiturzeugnis vermerkt.
  5. Unsere Wunschvorstellung: Normal bis gut begabte Kinder sind nach unserer Meinung spielend in der Lage, Latein schon ab Klasse 5 neben Englisch zu betreiben. Latein muss man ja nicht sprechen, und so entsteht auch keine babylonische Sprachverwirrung. Aber mit einem früh beginnenden Lateinunterricht könnten wir, wie oben geschildert, allen anderen Sprachen auf der formalen Ebene nützlich sein. Unser schönes Fach könnte dann ggf. ab Klasse 9 im Rang eines Nebenfaches in Richtung Latinum weiterlaufen, während für alle dann Französisch verbindlich wäre, wozu dann noch Russisch stoßen könnte bzw. dürfte.
  6. Der Personalstand im Schuljahr 2001 – 2002: Wir verfügen derzeit über folgende Lehr­kräfte (alphabetisch mit zweitem Fach): Frau Dieter (Deutsch); Herr Krauth (Geschichte); Frau Lukat unterrichtet „fachfremd“ (Deutsch; Russisch); Herr Schulz (Geschichte); hinzu kommt ein Referendar: Herr Bunkus (Geschichte). Sowohl in Geschichte als auch in Latein ist die Personalsitua­tion angespannt. Daher hoffen wir im kommenden Schuljahr auf „Nachwuchs.“ Eine Zu­sage soll bereits vorliegen. Wenn uns nämlich Herr Bunkus im Herbst 2002 nach seinem Staatsexamen verlässt, haben wir große Probleme, den Unterricht noch abzudecken.
  7. Erreichen des Latinums – Latein im Abitur: Mit sehr wenigen Ausnahmen erreichen bei uns alle Schülerinnen und Schüler des Lateinkurses der Jahrgangsstufe 11 das Latinum. Wer es in Jgst. 11 noch nicht „gepackt“ hat, kann es ein Jahr später immer noch erwerben. – Nach Erhalt des Latinums beenden etliche den Lateinunterricht. Da aber in Baden-Württemberg das Latinum erst nach der 12. Klasse anerkannt wird, sind unsere Kurse i. d. R. auch in der Jgst. 12 noch relativ gut besucht. Im Lateinunterricht der Jgst. 13 finden sich dann folgende Schülerinnen und Schüler zusammen:
    1. Mit Latein als zweiter Fremdsprache in Vorbereitung auf das Abitur;
    2. mit Latein als dritter Fremdsprache, um das Latinum zu erreichen – ggf. auch, um zusätzlich Latein als Abiturfach zu wählen, wie das im Schuljahr 2000 – 2001 erstmals erfolgreich stattgefunden hat. Am Starkenburg-Gymnasium wird Jahr für Jahr Latein als drittes oder viertes Abitur-Prüfungsfach ge­wählt.

Eine Übersicht über die augenblickliche Situation (ca. 250 Lateinschüler):

Klasse bzw. Jahrgangsstufe Latein als 2. Fremdsprache Latein als 3 . Fremdsprache
1 37
8 48
9 37 16
10 26 19
11 23 16
12 19 2 (gemeinsam mit 10)
13 7 1 (gemeinsam mit l2)

Der musisch-künstlerische Bereich

Neben der intellektuellen Bildung darf die besondere Bedeutung der künstlerisch-kreativen Arbeit für die ganzheitliche Entwicklung eines Menschen nicht unterschätzt werden. In den Fächern Kunst und Musik sowie den Theater – AGs soll dieser Persönlichkeitsbereich besonders gefördert werden. Eine umfassende Kenntnis unseres kulturellen Erbes soll den Schülern ebenso vermittelt werden wie die Fähigkeit, ihre Umwelt auch unter ästhetischen Gesichtspunkten wahrzunehmen und zu beurteilen.

Kunst

1. Ziele im Fach Kunst

In unserer heutigen Gesellschaft sind die Schülerinnen und Schüler einer Flut von visuellen Eindrücken ausgesetzt, die noch vor 20 Jahren kaum denkbar waren.

Die Erzeugnisse der Optischen Massenmedien, der Architektur und Produktgestaltung prägen im Übermaß die Kultur unserer gegenwärtigen Zeit.

Kunstwerke sind durch die nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten der technischen Reproduzierbarkeit und die massenhafte Verbreitung ein Teil unserer Alltagswelt und Freizeitkultur geworden. Museen werden mittlerweile stärker frequentiert als Fußballplätze. Dies sind Phänomene, die sich in Zukunft wohl noch verstärken werden.

Darauf muss die Schule reagieren! Mehr denn je benötigen Schülerinnen und Schüler in einer solchen Situation die Fähigkeiten zur kritisch-analytischen und praktisch-handlungsorientierten Auseinandersetzung mit den Erscheinungen der visuellen Kultur, um den zunehmenden Beeinflussungen, Zwängen und Überflutungen sinnvoll begegnen zu können.

Dem Ziel der intellektuell-kognitiven Auseinandersetzung dient vor allem die Analyse von Werken der Bildenden Kunst, der Architektur, der optischen Massenmedien und des Designs innerhalb des theoretischen Unterrichts, während die individuelle künstlerische Auseinandersetzung mit Materialien, Techniken und Themen ein besonderes Augenmerk auf die Ich-Stärkung des einzelnen Schülers richtet, der in einer gestalterisch sich immer perfekter gebärdenden visuellen Welt eine besonders wichtige Rolle zukommt. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, der glatten und oberflächlichen Inszenierung, die ihnen z.B. die virtuellen Welten der Computerspiele vorgaukeln, eine individuelle künstlerische Sicht- und Gestaltungsweise entgegenzustellen.

Diese allgemeinen Ziele liegen auch dem Unterricht im Fach Kunst am Starkenburg-Gymnasium zu Grunde.

2. Die Situation des Kunstunterrichtes am Starkenburg- Gymnasium

Das Fach Kunst bildet traditionell einen Schwerpunkt im kulturellen Angebot des Starkenburg-Gymnasiums. Dies zeigt sich z.B. in der Einrichtung von Kunst-Leistungskursen, die seit Mitte der 80er Jahre eingeführt sind und sehr erfolgreich arbeiteten. Eine beachtliche Anzahl von Schülerinnen und Schülern dieser Leistungskurse hat mittlerweile ihren Beruf in einem gestalterischen Fach gefunden (z.B. Kommunikationsdesign, Industrial-Design, Architektur, Innenarchitektur, Freie Kunst, Kunstpädagogik).

Daneben nimmt eine große Zahl von Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen seit vielen Jahren auf regionaler und überregionaler Ebene erfolgreich am „Europäischen Wettbewerb“ teil. Das Starkenburg-Gymnasium stellt regelmäßig einen großen Anteil der Preisträgerinnen und Preisträger.

Weiterhin ermöglichen die engen Kontakte zum Heppenheimer Museum die Präsentation von Schülerarbeiten auch außerhalb der Schule, was bisher in vielfältiger Weise genutzt werden konnte (z.B. Präsentation von Arbeiten der Foto- AG, der Leistungskurse, Kunst-Aktionen usw.) und zukünftig noch weiter intensiviert werden soll.

Die gegenwärtige Situation am Starkenburg-Gymnasium ist jedoch insofern nicht zufrieden stellend, als mindestens eine Lehrkraft für den Kunstunterricht fehlt, was derzeit die Einrichtung von Leistungskursen sowie 3-stündigen Grundkursen verhindert.

Die Schülerinnen und Schüler finden jedoch auf der anderen Seite an der Schule nahezu optimale räumliche Gegebenheiten vor (3 Kunsträume im Erdgeschoss, davon ein Werkraum und ein Fotolabor im Keller), welche durch eine zur Zeit stattfindende Grundrenovierung auch optisch für ein angenehmes Arbeitsklima sorgen werden. Auch steht der Kunst ein gut ausgestatteter Maschinenraum mit Druckpresse, Brennofen, diversen Sägevorrichtungen sowie Werkzeug aller Art zur Verfügung.

Die Verbrauchsmaterialien werden durch einen sog. „Werkbeitrag“ finanziert, einem von der Elternschaft unterstützten und seit über 20 Jahren äußerst bewährten System.

Einschränkend muss jedoch festgestellt werden, dass der Einzug der neuen Medien in die Kunsträume erst ansatzweise stattgefunden hat. Es wird jedoch angestrebt, alle Räume mit mindestens einem PC und Internetanschluss auszustatten, um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu eröffnen, sich im Kunstunterricht mit Prinzipien digitaler Bildbearbeitung und Präsentation im Sinne einer Verbesserung ihrer Medienkompetenz auseinander zu setzen.

Die Fachschaft Kunst ist bestrebt – sobald die personelle Situation die erlaubt – einen WPU – Kurs Kunst anzubieten. Hier soll u.a. die Arbeit im 3-dimensionalen Bereich – plastisches Gestalten mit Ton, Holz, Stein und Metall – in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt werden, um somit den regulären Unterricht zu ergänzen und zu vertiefen, aber auch, um dadurch spezifische Erlebnismöglichkeiten zu eröffnen und gezielt Ausdrucksfähigkeiten zu entwickeln. Dies erscheint umso wichtiger, als bezüglich der handwerklichen Tätigkeiten die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler oft in einem starken Kontrast zu ihren tatsächlichen Fähigkeiten stehen.

Musik
Ziele im Fach Musik

Im gleichen Umfang wie Schülerinnen visuellen Eindrücken ausgesetzt sind, werden sie auch von akustischen Reizen überflutet. Alle Arten von musikalischen Erzeugnissen sind zum ständigen Begleiter in den unterschiedlichsten Lebens- und Alltagssituationen geworden. Die allgegenwärtige und massenhafte Konfrontation mit Musik einerseits und ihre unüberschaubare Vielfalt und nahezu uneingeschränkte Verfügbarkeit andererseits macht es erforderlich, dass Schülern im Musikunterricht Orientierungshilfen angeboten werden, die sie befähigen sollen, den massenmedialen Einflüssen kritisch zu begegnen. Es ist deswegen ein Ziel des Musikunterrichts, den Schülern das entsprechende Handwerkszeug zu reichen, das sie in Stand setzt, Musik rational zu analysieren und zu beurteilen. Dieses Ziel kann indes nur erreicht werden, wenn den SchülerInnen Hilfen geboten werden, sich ihrer Hörgewohnheiten bewusst zu werden und sie darin anzuleiten durch aktives Zuhören Neugier zu entwickeln gegenüber den verschiedensten Erscheinungsformen der Musik. Zudem gilt es die SchülerInnen für die „Handwerklichkeit“ musikalischer Praxis zu sensibilisieren. Angesichts der Perfektion musikalischer Konserven, elektronisch vorgefertigter Bausteine und den Möglichkeiten von Computer und Internet ist deshalb ein Ziel des Musikunterrichts, die SchülerInnen zu ermutigen, sich auch ohne das Beherrschen eines Musikinstruments mit einfachen Mitteln an musikalische Gestaltungsaufgaben heranzuwagen.

Im Musikunterricht sollen die SchülerInnen

  • Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Musizierens mit Stimme und Instrumenten erfahren,
  • Die Fähigkeit erlernen, die Verbindung zwischen Notenbild und Gehörtem herzustellen,
  • Einblick in die Möglichkeiten instrumentaler Besetzungen und Kenntnis wichtiger Klangbilder erhalten, auch unter Berücksichtigung elektronischer Musik,
  • Formale Gliederungen und Strukturen von Musik erkennen können
  • Die Ausdrucks- und Beschreibungsmöglichkeiten von Musik (besonders Programmmusik) erfahren
  • Musik als Ausdruck von Lebensgefühl und gesellschaftlichem Umfeld sowohl in der älteren als auch in der aktuellen Musik erkennen und
  • Die kulturelle und kommerzielle Dimension von Musik in der modernen Gesellschaft kennen lernen.

Neben der schrittweisen Erarbeitung theoretischer Kenntnisse und dem häufigen Hören von Musik sollen möglicht frühzeitig durch Singen, Musizieren in Klassenensembles, Experimentieren mit neuen Klangbildern und der Einbeziehung von sprachlichen, spielerisch – darstellenden und tänzerischen Elementen die Möglichkeiten des persönlichen Ausdrucks erweitert werden.

Die Unterrichtsarbeit in der Oberstufe

Auf Grund der unterschiedlichen Voraussetzungen der SchülerInnen in der Jgst.11 kommt dem Musikunterricht im Wesentlichen kompensatorische Funktion zu.

Es gilt an den Grundbestand von Kenntnissen und Fertigkeiten der Mittelstufe an­zuknüpfen, musikalische Grundbegriffe zu sichern und zu vertiefen, um die Schülerinnen nach und nach heranzuführen an umfassendere Fragestellungen und komplexere Betrachtungsweisen von Musik. Diese Erweiterung des Horizonts bei der Auseinandersetzung der Schülerinnen mit der Vielfalt musikalischer Erscheinungsformen leistet am ehesten ein Überblick über die Musikgeschichte, wobei bei der Beschäftigung mit der Musik unterschiedlicher Epochen stets trans­parent bleibt, dass Musik in Beziehung zu ihrem geistesgeschichtlichen Umfeld steht und Elementar- und Formenlehre auch immer an historische Entwicklungen gebunden sind.

Was die SchülerInnen in der Jgst. 11 im Zuge der diachronen Musikbetrachtung an zusätzlichem Wissen erworben haben, soll in der Jgst. 12 weiter ergänzt werden durch das Verständnis von Gestalt- und Formbildung. Schwerpunkt ist hier nicht allein die Kenntnis formaler Modelle, die leicht dazu führen kann, lebendige Kompo­sitionen auf abstrakte Formschemata zu reduzieren, von zentraler Bedeutung ist das Wissen und das Erfahren um die Eigenart jedes einzelnen Werkes im Spannungs­feld von Musterhaftigkeit und individueller Aussage. Deutlich zu machen und mög­lichst selbst umzusetzen sind die handwerklichen Aspekte, wie sich im Umgang mit dem musikalischen Material immer wieder neue Ausprägungen musikalischer Gestaltbildung entfalten und fortentwickeln.

Wünschenswert wäre es, und das nicht nur in Jgst. 12, Verbindungen zwischen Musik und anderen Künsten herzustellen, nicht nur deshalb, weil die SchülerInnen gewohnt sind in isolierten Fächern zu denken, sondern weil Musikerziehung im Sinne einer ästhetischen Erziehung per se über die Fachgrenzen hinausweist. Was hier so leichthin als „fachübergreifender Aspekt“ bezeichnet wird, muss sich in der Praxis erst erweisen, darauf muss in Zukunft hingearbeitet werden.

Mit dem Herausgreifen von Umbruchsituationen beschäftigt sich die Jgst.13. Sind in den vergangenen beiden Jahren bei der Auseinandersetzung mit musikalischen Werken auch immer Fragen der stilistischen Entwicklung und des Wandels an den Nahtstellen wechselnder Epochen mit eingeflossen, steht in dieser Jgst. ein grund­sätzlicher Wandel im Mittelpunkt, bei dem Prinzipien des Komponierens, wie sie sich in viele Epochen umfassenden Zeiträumen weiterentwickelt haben, an ihre Grenzen stoßen, um sich – ohne ihre Gültigkeit zu verlieren – schließlich aufzulösen und von einer neuen Systematik abgelöst zu werden (Übergang vom 19.zum 20.Jhdt.). Die SchülerInnen sollen diesen Zeitraum in der Musikentwicklung als einen der tiefgreifendsten und nachhaltigsten erleben, jedoch nicht im Sinne einer Verabsolutie­rung der „Neuen Musik“, sondern in Hinsicht auf eine Beschleunigung der Ent­wicklung und der Pluralität der musikalischen Erscheinungen bis in die Gegenwart.

Schwerpunkte außerhalb des regulären Unterrichts

Neben dem regulären Unterricht in Musik und Kunst erlaubt es ein breitgefächertes Angebot an Arbeitsgemeinschaften vor allem im musisch-künstlerischen Bereich (Vgl. die beigefügte Übersicht) den Schülerinnen und Schülern, ihre speziellen Neigungen zu folgen und Begabungen zu entfalten:

Die Kunst–AG richtet sich in erster Linie an künstlerisch hochmotivierte Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen einer kleinen Gruppe können individuelle gestalterische Ideen und Projekte in selbständiger Arbeit unter fachkundiger Betreuung und ohne Notendruck erprobt und realisiert werden. Denkbar sind Arbeiten in den Bereichen Malerei und Zeichnung, Druckgrafik, Plastisches Gestalten, Kommunikationsdesign, Industriedesign und Architektur, wobei alle in der Schule vorhandenen technischen Möglichkeiten ausgenutzt werden können. Freiwillige Ausstellungsbesuche in den wichtigsten Museen des Umlandes (Frankfurt, Mannheim, Darmstadt usw.) ergänzen die praktische Arbeit. Hier kann auch ein wichtiger Beitrag im Hinblick auf eine mögliche Berufsorientierung geleistet werden.

Die Foto–AG beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Schwarz-Weiß-Fotografie, wobei dort wiederum die Arbeit in der Dunkelkammer im Vordergrund steht. Im Gegensatz zur digitalen Fotografie und der Arbeit am Computer, wo in erster Linie die schnelle Verwertbarkeit und die immensen Möglichkeiten der Manipulation von Bedeutung sind, soll durch die konventionelle Laborarbeit vielmehr der Blick geschult und die eigene Kreativität gefördert werden. Auf dem Weg zu einer kreativen Bildgestaltung sind die SchülerInnen gezwungen, ihre Sehgewohnheiten zu überprüfen, sensibel und kritisch zu beobachten, auszuwählen und wegzulassen. Neben der Umsetzung selbst gewählter Projekte werden auch immer wieder kleinere schulinterne Auftragsarbeiten vergeben. Auch die Teilnahme am Wettbewerb „Fokus 2000“, veranstaltet von der Stadt Heppenheim, erwies sich als äußerst erfolgreich.

Theater-AG („LiZi“)

Einen wichtigen Bestandteil des kulturellen Schullebens am Starkenburg-Gymnasium stellt die Theater-AG („LiZi“) dar.

Ursprünglich aus dem Literarischen Zirkel (abgekürzt „LiZi“), einem kleinen Kreis literatur- und theaterinteressierter Oberstufenschülerinnen und -schüler hervorgegangen, besteht die Arbeitsgemeinschaft seit nunmehr über zwölf Jahren. Zunächst wurden nur szenische Lesungen veranstaltet, später erprobte sich „LiZi“ dann an Theaterstücken. Aus dem Lesekreis wurde allmählich eine Schauspieltruppe. Das Repertoire von „LiZi“ besteht vorwiegend aus Stücken des 20. Jahrhunderts (z.B. Brecht, Bond, Gombrowicz), aber auch einige ältere Werke haben bisher Eingang in die Produktionen gefunden (Gryphius, Büchner, Jarry). Die Auswahl der Stücke ist immer abhängig von der Anzahl der „Schauspieler“ und den räumlichen Gegebenheiten der Schulbühne in der Aula.

An einer Produktion arbeiten jeweils ca. 30 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 mit. Einerseits sind dies die „Schauspieler“, daneben ist „back-stage“ ein großer Stab an Helfern, von den Technikern bis zu den Bühnenbildnern notwendig. Mittlerweile ist auch eine Schülerband mit jeweils wechselnder Besetzung, die für die musikalische Untermalung sorgt, fester Bestandteil von „LiZi“.

Die Vorbereitung einer Aufführung dauert ca. ein Jahr. Jeweils nach den Sommerferien beginnt die Gruppe, die sich immer wieder mehr oder weniger neu zusammensetzt, mit der Arbeit an einem Stück, das schließlich kurz vor Schuljahresende zur Aufführung gelangt.

Ziel der Theater-AG ist es, den Schülerinnen und Schülern ganzheitliche Perspektiven aufzuzeigen, die über eine in isolierte Fächer „zersplitterte“ Unterrichtsarbeit hinausgehen. In diesem Sinne fasst die konkrete Theaterarbeit wesentliche Aspekte von Literatur, Kunst und Musik in einem Projekt zusammen.

Außerdem eröffnen sich den Schülerinnen und Schülern während der Inszenierung eines Stückes und bei der Aufführung vielfältige kreative und vor allem emotionale Ausdrucks- und Darstellungsmöglichkeiten (und damit auch Einblicke in Berufsfelder), die im weitgehend rational und analytisch geprägten Schulalltag kaum vermittelt und angesprochen werden.

Aus diesen und vielen anderen Gründen bildet die Theater-AG einen unverzichtbaren Teil unserer Schulkultur. Interessierte KlassenlehrerInnen beziehen – vorzugsweise in der Unterstufe – im Rahmen von Projekten darstellendes Spiel mit in den Unterricht ein. Es ist wünschenswert und bleibt zu hoffen, dass sich auch für die Anfänger im theatralischen Spiel (Unter- und Mittelstufe) wieder eine weitere Arbeitsgemeinschaft herausbilden wird.

Musik – Gruppen:

In Orchester, Big Band und Flötengruppe wirken SchülerInnen der Jahrgangsstufen 5 bis 13 mit. Die Peerless – Band wird hauptsächlich von SchülerInnen der Mittelstufe (Klassen 7 bis 10) gestaltet, während der Chor I in erster Linie für SchülerInnen der Klassen 5 und 6 angeboten wird. Der LES- (Lehrer-Eltern-Schüler-) Chor ermöglicht das gemeinsame Musizieren aller Mitglieder der Schulgemeinde; auch im Schulorchester und bei Projekt-Orchestern sind Kollegen und Eltern als Unterstützung willkommen.

Die einzelnen Ensembles proben in der Regel wöchentlich, um eine kontinuierliche Aufbauarbeit zu gewährleisten. Einmal jährlich (zur Vorbereitung des Sommerkonzertes) wird eine dreitägige Musikfreizeit durchgeführt, an der alle Gruppen außer dem LES-Chor teilnehmen.

In den vergangenen Jahren hat sich eine feste Konzerttradition entwickelt, die nach Möglichkeit so fortgeführt werden soll. Alle Konzerte sind öffentlich. Sie zeigen den Leistungsstand der musikalischen Arbeit und dienen der Öffnung der Schule nach außen.

Folgende Veranstaltungen haben im schulischen Jahresablauf ihren festen Platz gefunden:

  • Das Sommerkonzert (vor den Sommerferien):

alle Gruppen

  • Der musikalische Frühschoppen des Fördervereins:

Big Band

  • Das weihnachtliche Musizieren (letzter Schultag):

Chor I / Flöten- und Bläsergruppe

  • Das Neujahrskonzert im Kurfürstensaal (Ende Januar):

LES-Chor / Orchester / Chor I / Flötengruppe

  • Bei Abiturfeiern und anderen festlichen Anlässen wirken Orchester / Chor I / LES-Chor und Big Band mit.

Für musikalisch besonders begabte Schüler/innen soll im Rahmen eines alljährlichen Kammermusikabends Gelegenheit zum Vorspiel in der Schulgemeinde gegeben werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem solistischen Vorspiel oder dem Vorspiel in Kleinensembles.

Gepflegt wird auch die Kooperation zwischen den ortsansässigen Musikschulen und dem Starkenburg-Gymnasium, vor allem in Hinblick auf die Konzertorganisation.

Grundvoraussetzung für Musikveranstaltungen und Theateraufführungen ist allerdings eine brauchbare und gut ausgestattete Spielstätte (Bühne) mit den entsprechenden Räumlichkeiten zur Unterbringungen von Bühnenbildern und Requisiten. Dazu werden der Raum hinter der Aula und ein weiterer Kellerraum (ehemalige Fahrradwerkstatt) benutzt.

Die Aula soll in nächster Zeit zu einem Kulturzentrum mit dem notwendigen technischen Inventar ausgestaltet werden. LiZi hat dazu mit eigenen finanziellen Mitteln und der Unterstützung durch den Förderverein der Schule den Grundstein gelegt. Sechs veränderbare Podeste und eine umfangreiche variable Beleuchtungsanlage sind bereits angeschafft. Diese soll nun, als erster Schritt zum Kulturzentrum, in der Aula fest installiert werden. Danach sind der Einbau einer ständig benutzbaren Beleuchterbühne im rückwärtigen Teil der Aula und einer erweiterten Musik- und Tonanlage mit fest verlegten Anschlüssen vorgesehen.

Letztendlich soll durch eine Renovierung des Gesamtraumes dem neuen „Kulturzentrum“ ein adäquater architektonischer Rahmen verliehen werden

Der Beitrag der Fächer Sozial-/Gemeinschaftskunde und Geschichte zum Schulprogramm:

Es ist das Anliegen der Fächer Gemeinschaftskunde und Geschichte, die Schülerinnen und Schüler mit den Grundpfeilern der freiheitlich-demokratischen Grundordnung (z. B. Unver­letzlichkeit der Menschenwürde; Ver­fassungsprinzipien), politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen sowie Dimensionen politischen Handelns in der Geschichte und der heutigen Gesellschaft vertraut zu machen, wobei die Frage nach der Legi­timation politi­scher Herrschaft und die ihr zugrunde gelegten Wertvorstellungen und Menschenbilder ein zent­rales Thema des Unterrichts bilden. Darüber hinaus soll den Schülerinnen und Schülern Einsicht in ökonomische, ökologische und kulturhistorische Zusammenhänge vermittelt wer­den.

Sozial- und Gemeinschaftskunde:

Ein wesentlicher, über die curricularen Vorgaben hinausgehender Beitrag des Fachbereichs II liegt in der Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das Berufsleben. Dazu dienen insbesondere das Betriebspraktikum in Klasse 9 und die „Berufsorientierungstage“1 in der Jahrgangsstufe 12:

In der neunten Klasse erhalten die Schülerinnen und Schüler bereits frühzeitig erste Einblicke in Theorie und Praxis des Berufslebens. Dem eigentlichen Praktikum geht im Rahmen des SK-Unterrichts eine Einführung in das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland voraus, darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler eigenständig einen Produktionsablauf planen, ein Produkt herstellen und natürlich auch verkaufen. Der Erlös kommt wohltätigen Einrichtungen zugute. Die Wahl des Praktikumsplatzes liegt in der eigenen Verantwortung der Schülerinnen und Schüler, d. h. sie müssen sich im Vorfeld mit ihren individuellen Stärken und Schwächen ausein-andersetzen, daraus eine berufliche Präferenz ableiten und sich in ihren Bewerbungen dementsprechend präsentieren. Nach Beendigung des Praktikums werden die dabei gewonnen Erfahrungen in einem benoteten Bericht dargestellt und reflektiert.

Im Rahmen des SK-Unterrichts der Klasse 8 werden die Schülerinnen und Schüler zur Teilhabe am politischen Leben hingeführt und lernen hierbei kommunalpolitische Institutionen durch eigenes Erleben kennen: Erkundungen in Ämtern und Behörden, Gespräche mit Kommunalpolitikern und Parteivertretern, Teilnahme an Sitzungen des Stadtparlaments treten hier neben die innerschulische Informationsvermittlung.

Berufsorientierung am Starkenburg-Gymnasium

Seit dem Jahr 1999 veranstaltet das Starkenburg-Gymnasium in der zweiten Januarhälfte für die Jahrgangstufe 12 sog. „Berufsorientierungstage“; sie wurden bewusst an das Ende des ersten Semesters gelegt, da die meisten Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt am Anfang ihres Berufswahlprozesses stehen. Ihre Einrichtung vor nunmehr drei Jahren stellte einen Kompromiss zwischen der Forderung der Schülerschaft nach einem beruflichen Praktikum in der Oberstufe und dem Anliegen des Kollegiums, die Unterrichtszeit in der Jahrgangsstufe 12 nicht noch weiter zu verknappen, dar.

Zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung werden die Schülerinnen und Schüler mit den Anforderungen des heutigen Berufslebens vertraut gemacht, wobei die Informationen hauptsächlich auf einem Referat des Unternehmensberaters Dr. Manfred Sliwka mit dem Titel: „Was erwartet die Wirtschaft von Schulabgängern?“ basieren. Darüber hinaus werden exemplarisch einige der heute nahezu unüberschaubaren Informationsmöglichkeiten über berufsspezifische Anforderungsprofile vorgestellt, wie z. B. die in der Schule archivierten und ständig aktualisierten „Blätter zur Berufskunde“ und in zunehmendem Umfang entsprechende Seiten im Internet. Ehemalige Absolventen der Schule berichten über ihre Erfahrungen in Studium und Lehrlingsausbildung, Fachkräfte aus der Industrie legen allgemeine und betriebsspezifische Auswahlkriterien bei der Einstellung von Bewerbern offen, erfahrene Praktiker schildern ihren beruflichen Werdegang und Alltag.

Etwa die Hälfte der Berufsorientierungstage bleibt der Selbsttätigkeit der Schülerinnen und Schüler vorbehalten, die unter Anleitung eine schriftliche Bewerbung erstellen und an einem 90-minütigen Einstellungstest teilnehmen müssen. Auf besonders großes Interesse stößt das in der Industrie mittlerweile gängige Auswahlverfahren des Assessmentcenters, in dem die aktive Gruppe von ihren Mitschülerinnen und –schülern nach bestimmten Kriterien beobachtet und beurteilt wird. Das Engagement und die Offenheit, die alle Beteiligten während dieser Prozedur an den Tag legen, sind immer wieder frappierend und zeugen davon, dass sie sehr ernst genommen wird; deshalb soll diesen realitätsnahen Auswahlverfahren in Zukunft noch mehr Zeit gewidmet werden.

Die Orientierungstage werden durch die gleichzeitig stattfindende hobit in Darmstadt ergänzt und vertieft. Die Schülerinnen und Schüler sind während dieser Tage vom Unterricht freigestellt, müssen ihren Tutorinnen und Tutoren jedoch im Voraus einen Ablaufplan vorlegen und sich den Besuch der Veranstaltungen testieren lassen.

Abschließend bewerten alle Teilnehmer die einzelnen Veranstaltungen der Berufsorientierungstage und die hobit mit einem Fragebogen und sollen dabei auch eigene Verbesserungsvorschläge einbringen. Bei aller Kritik im einzelnen zogen die Schülerinnen und Schüler mit deutlicher Mehrheit ein positives Fazit der Berufsorientierungstage und äußerten fast ausnahmslos den Wunsch nach Weiterführung dieser innerschulischen Informationsveranstaltung; die hobit hingegen fand gerade in diesem Jahr wieder ein sehr zwiespältiges Echo.

Ausblick:

Trotz der positiven Resonanz der Berufsorientierungstage wäre für die nähere Zukunft dennoch ein Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 12 wünschenswert:

  • Viele Schülerinnen und Schüler haben zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich klare berufliche Vorstellungen und werden ihren Praktikumsplatz deshalb bewusster auswählen und nutzen als in Klasse 9.
  • In den Betrieben stehen ihnen als (fast) Erwachsenen mehr Betätigungs- und Informationsmöglichkeiten offen, und sie können ihr Arbeitsumfeld intensiver und kritischer wahrnehmen als Heranwachsende.
  • Im Idealfall bietet sich die Möglichkeit, seine Fähigkeiten so eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, dass sich aus dem Praktikum ein erstes Arbeitsverhältnis nach dem Abitur ergibt.

Da es aus personellen und schulorganisatorischen Gründen nicht möglich sein wird, sowohl in Klasse 9 als auch in der Oberstufe ein lehrerbetreutes Praktikum anzubieten, ergeben sich drei realisierbar erscheinende Möglichkeiten:

  1. Verlagerung des Praktikums aus der Klasse 9 in die Jahrgangstufe 11 oder 12. Gegen eine solche Maßnahme spricht, dass die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Sozialkundeunterrichts erste Einblicke in „Ökonomie und Arbeitswelt“ erhalten sollen, wobei ein Betriebspraktikum natürlich eine nützliche Vertiefung der im Unterricht vermittelten Kenntnisse darstellt. Darüber hinaus wird den Praktikanten ein Erfahrungsbericht abverlangt, der für viele die erste umfangreiche, selbstständig erstellte schriftliche Hausarbeit ihrer Schullaufbahn bedeutet.
  2. Wünschenswert und personell leistbar erscheint deshalb eine Ergänzung des betreuten Praktikums in der 9 durch ein unbetreutes in der Sek II, wobei sich in diesem Falle folgende Alternative ergäbe:
    1. Bereitstellung von 14 Unterrichtstagen unter Wegfall der Berufsorientierungstage und der Freistellung für die hobit;
    2. das Praktikum erstreckt sich über eine Woche Unterrichts- und eine Woche Ferienzeit unter Beibehaltung der Berufsorientierungstage und der Freistellung für die hobit.

Die endgültige Entscheidung liegt im Ermessen der zuständigen schulischen Gremien; es bleibt deshalb zu hoffen, dass sie überzeugt werden können, dass eine Änderung der bisherigen Praktikums-Regelung unter dem Aspekt einer besseren Berufs- und Lebensvorbereitung geboten erscheint.

Geschichte:

Der Geschichtsunterricht muss auf getreue, unverfälschte Darstellung der Vergangenheit gerichtet sein. Dabei sind in den Vordergrund zu stellen die großen Wohltäter der Menschheit, die Entwicklung von Staat, Wirtschaft, Zivilisation und Kultur, nicht aber Feldherren, Kriege und Schlachten“ (Art 56 (5) der Verfassung des Landes Hessen). Dementsprechend sollen die Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht

  • Kenntnisse über historische Ereignisse, Prozesse und Strukturen erwerben, die durch den Verfassungsauftrag, die Richtlinien der Lehrpläne und das schuleigene Curriculum vorgegeben sind. Dieses Wissen soll nicht nur zu einem besseren Verständnis der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart verhelfen. Durch die Einsicht in die Andersartigkeit vergangener Kulturen, sozialer und politischer Ordnungen und Mentalitäten wird ein wichtiger Beitrag zu Toleranz und Friedenserziehung geleistet.
  • Fachspezifische Arbeitsmethoden erlernen, d. h. vor allem mit Quellen und wissenschaftlichen Darstellungen fachgerecht umgehen können und um die Bedeutung wissen, die Standortgebundenheit und Eigeninteresse für die historische Forschung und Urteilsbildung haben. Diese Fähigkeiten erleichtern den Schülerinnen und Schüler den kritischen und bewussten Umgang mit der Fülle von Informationen, denen sie im Kommunikationszeitalter ausgesetzt sind.
  • Die Befähigung erwerben, historische Ereignisse, Prozesse und Strukturen unter spezifischer Fragestellung zu untersuchen und sie dabei in ihren jeweiligen historischen Kontext einordnen und in ihrer potentiellen Gegenwartsrelevanz erfassen zu können. Sie sollen dadurch in die Lage versetzt werden, sich auf der Grundlage eines methodengerechten Um­gangs mit Quellen und Sekundärliteratur ein eigenständiges, sachlich fundiertes Urteil über historische und aktuelle Sachverhalte zu bilden, und somit ihre Kompetenz zur Orientie­rung in der eigenen Lebenswelt erweitern.

Was ist uns in Geschichte wichtig?

  • Die frühzeitige Hinführung der Schülerinnen und Schüler zu den fachspezifischen Arbeitsmethoden: Bereits in Klasse 6 muss auf altersgemäßem Niveau mit Quellenarbeit und der Analyse von Sachtexten begonnen und im Verlauf von Sek I ständig intensiviert werden. In diesem Zusammenhang streben wir an, die Schülerinnen und Schüler zur privaten Lektüre historischer Darstellungen und vor allem zu vermehrter Nutzung der schulinternen Bibliotheken auch außerhalb der Unterrichtszeiten anzuregen.
  • Die stärkere Betonung der Neueren und vor allem der Zeitgeschichte, die durch Zeit­zeugen vermittelt werden kann. Sie können den Schülerinnen und Schülern historische Ereignisse aus eigenem Erleben schildern, können unmittelbar befragt werden und leisten somit einen wertvollen Beitrag zur Authentizität und Anschaulichkeit des Geschichtsunterrichts
  • Eine Intensivierung der Kontakte zu lokalen Institutionen (Stadtarchiv, Museum Heppenheim, Buberhaus, Museumszentrum Lorsch).

Mit welchen Mitteln wollen wir dies erreichen?

  • Verstärkte Einbeziehung der lokalhistorischen Informationsmöglichkeiten in die Unterrichtsarbeit. Für den Geschichtsleistungskurs der künftigen Jahrgangstufe 12 ist geplant, in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv in Heppenheim und dem Landesarchiv in Darmstadt das Schicksal der Zwangsarbeiter in Heppenheim zu erforschen und zu dokumentieren.
  • Gespräche mit Zeitzeugen: Die Mitglieder der Fachschaft Geschichte setzen es sich zum Ziel, in den Kursen der Jahrgangsstufen 12 und 13 nach Möglichkeit je einen Zeitzeugen einzuladen.
  • Intensivierte Nutzung von Medien wie Videos oder CDs mit Zeitzeugengesprächen; darüber hinaus bietet insbesondere das Internet eine Fülle von Seiten zum diesem Thema, manche bieten sogar die Möglichkeit interaktiver Kommunikation.
  • Eine stärkere Berücksichtigung des Gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes und insbesondere des Faches Geschichte im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts der Jahrgangsstufen 9 und 10. Falls die Personalsituation es erlaubt, ist bereits für das Schuljahr 2002/03 die Einrichtung eines zwei- oder gar dreistündigen Kurses mit dem Thema „Zeitgeschichte“ für die Klasse 10 vorgesehen.
  • Die baldige Einrichtung einer „Arbeitsgemeinschaft Geschichte“, falls die Unterrichts- und Personalsituation dies erlaubt.

Außerschulische Lernorte:

Die Fachschaft beschließt, vor allem mit den neunten und zehnten Klassen außerschulische Lern-orte wie Gedenkstätten, Museen, Industriedenkmäler u. ä. zu besuchen. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit ist dabei nicht an sog. „Jahrgangsfahrten“ gedacht, sondern an halb- oder eintägige Klassenfahrten zu Zielen wie z. B. das „Museum für Technik und Arbeit“ in Mannheim, die „Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte“ in Raststatt, die Dauerausstellung im Hambacher Schloss oder auch im Rahmen des Unterrichtsthemas „Industrielle Revolution“ das Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“. Sonderveranstaltungen zu historischen Themen sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Auch in den Jahrgangsstufen 12 und 13 sollte insbesondere mit Geschichts-Leistungskursen von diesen Möglichkeiten Gebrauch gemacht werden.

Lokal- und regionalgeschichtliche Aspekte finden im Geschichtsunterricht der Sek I und der Sek II Berücksichtigung. Sowohl das Kloster Lorsch als auch die Schauplätze der Revolution von 1848/49 in der unmittelbaren Umgebung bieten sich zur Einbeziehung in den Unterricht an. Eine Intensivierung der Kontakte mit dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv wird angestrebt.

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe wurden bereits in der Vergangenheit mit der historischen Vortragsreihe bekannt gemacht, die organisiert durch das Stadtarchiv und finanziert durch die Landeszentrale für politische Bildung zumeist im Rathaus in Heppenheim stattfindet. Diese Informationsmöglichkeit soll in Zukunft verstärkt genutzt werden, um die Schülerinnen und Schüler mit der wissenschaftlichen Behandlung historischer Themen vertraut zu machen.

Eine enge Zusammenarbeit bestand in der Vergangenheit mit dem Martin-Buber-Haus, das sowohl durch seine reichhaltige Bibliothek als auch durch die Vermittlung von Referenten eine wertvolle Ergänzung des Unterrichts darstellt. Die bestehenden Verbindungen sollen erhalten und nach Möglichkeit ausgeweitet werden.

Personelle Situation:

Die Personalsituation ist zurzeit außerordentlich prekär und wird sich in naher Zukunft noch verschlechtern: Der Fachschaft gehören zwar acht examinierte Kolleginnen und Kollegen sowie zwei Referendare an, jedoch unterrichten nahezu alle Fachlehrerinnen und –lehrer Zweitfächer, in denen an unserer Schule ebenfalls Personalmangel besteht (z. B. Latein, evangelische Religion), oder haben als Inhaber von Funktionsstellen am Studienseminar Bensheim eine reduzierte Unterrichtsverpflichtung. Der Unterricht kann deshalb nur durch verstärkten Einsatz der Referendare in dem Umfang erteilt werden, wie er von der Stundentafel vorgeschrieben ist. Darüber hinaus stehen in den nächsten zwei bzw. drei Jahren drei Fachschaftsmitglieder zur Pensionierung an, so dass eine Abdeckung des Unterrichtsbedarfs, der sich durch das verstärkte Engagement im Wahlpflichtbereich (s. o.!) noch erhöhen wird, nicht mehr gewährleistet ist.

Nach einstimmigem Konferenzbeschluss vom 21. März 2002 ist deshalb eine baldige Verstärkung der Fachschaft um mindestens eine(n), besser zwei Kollegin(nen) und/oder Kollegen mit vollem Stundendeputat unabdingbar, da andernfalls der Geschichtsunterricht in manchen Jahrgangsstufen reduziert oder gar gestrichen werden müsste. Darüber hinaus bittet die Fachschaft nachdrücklich darum, bei künftigen Stellenbesetzungen am Starkenburg-Gymnasium bevorzugt junge Lehrkräfte, die an dieser Schule ausgebildet wurden, zu berücksichtigen.

Erdkunde:

Die Fachschaft Erdkunde sieht ihr Hauscurriculum vor dem Hintergrund des in den vorgegebenen Rahmenrichtlinien eröffneten Spielraums in den Jahrgangsstufen 5-9 unter zwei Hauptaspekten, nämlich der Vermittlung eines geographischen Grundwissens im fachwissenschaftlichen Sinn und als herausragenden Beitrag zur Allgemeinbildung. Bei diesem Aspekt werden sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei Einstellungstests in den letzten Jahren zunehmend Mängel beklagt, die ihren Hintergrund unserer Meinung nach zum einen in den überfrachteten Lehrplänen und in diesem Zusammenhang natürlich auch in der im letzten Jahrzehnt gekürzten Stundentafel haben. Dies führte bei der didaktischen Konzeption an unserer Schule zu einem im positiven Sinne eher konservativen Ansatz.

Als Folgerung daraus werden in den Jahrgangsstufen 5 und 6 unter Anknüpfung an die schon in der Grundschule teilweise vermittelten Kenntnisse und unter Verfolgung des Prinzips vom Nahen zum Fernen (Hessen, Deutschland, Europa) zum einen topographisches Grundwissen erarbeitet und zum zweiten Aspekte des Lebens und Arbeitens der Menschen in den verschiedenen Wirtschaftssektoren und geographischen Regionen betont.

Der Schwerpunkt in den Jahrgangsstufen 7 und/oder 8 liegt im Bereich der physischen Geographie (Plattentektonik, Morphologie, Meteorologie, Umweltschutz). Aus den Themen ergibt sich hier eine mehr globale Sichtweise. In der Jahrgangsstufe 9 tritt der physisch-geographische Bereich zugunsten der Kulturgeographie (Industrie, Landwirtschaft) etwas in den Hintergrund. Die regionalen Schwerpunkte liegen in Nordamerika, Japan, Indien und der EU.

Obwohl sich auch in der Sekundarstufe II die vor einigen Jahren erfolgte Stundenkürzung von drei auf zwei Wochenstunden negativ bemerkbar macht, können wir das Fach Erdkunde nach wie vor als Drittes oder Viertes Prüfungsfach in der Abiturprüfung anbieten. Dabei finden die Kurse in den Jahrgangsstufen 12 und 13 überwiegend jahrgangsübergreifend statt. Unter Berücksichtigung der Kursstrukturpläne erfolgt die Festlegung der Themen als Ergänzung zum und in Absprache mit dem Fach Gemeinschaftskunde. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in der Jahrgangsstufe 11 in der Vermittlung von Grundwissen aus den Teilwissenschaften Klimageographie, Geologie, Morphologie und Ökologie, das in den folgenden beiden Jahren exemplarisch und regionalspezifisch vertieft wird (Deutschland, EU, USA, GUS, Entwicklungsländer).

Grundsätzlich haben sich die Fachschaft für die nächsten Jahre als Ziel gesetzt, bei entsprechender Fortbildung sowie Lehrer- und Materialausstattung, die fachspezifische Anwendung moderner Medien (Klimamodelle. Satellitenbildinterpretation, Internetrecherche etc.) in allen Jahrgangsstufen schrittweise stärker in den Unterricht einzuführen.

Religion/Philosophie:

Auf Anregung der Fachschaft Religion wurde in Eigeninitiative ein Meditationsraum eingerichtet, der den Schülerinnen und Schülern helfen soll, innere Ruhe zu finden und Abstand zu den Belastungen des Schulalltags zu gewinnen. Ein ähnliches Anliegen verfolgen auch die sog. „Meditationstage“, die in der Jgst. 10 angeboten und von den Schülerinnen und Schülern rege genutzt werden.

Schulgottesdienste werden zur Eröffnung des neuen Schuljahres, zur Begrüßung der neuen Schülerinnen und Schüler und an Aschermittwoch angeboten.

Für Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, wird ab Jahrgangsstufe 9 das Fach Ethik angeboten. In der Beschäftigung mit der zentralen Frage nach einem gelingenden Leben werden schrittweise verschiedene Positionen der praktischen Philosophie erarbeitet und ein Überblick zu Geschichte des menschlichen Denkens gewonnen. Unabhängig von der jeweiligen Thematik des Ethik-Unterrichts sollen sorgfältiges Verstehen und genaues Denken geübt werden.

Zur Ergänzung gibt es eine Arbeitsgemeinschaft „Philosophie“, in der interessierte Schülerinnen und Schüler in grundlegende Fragen der Philosophie eingeführt und mit Philosophen und der Philosophiegeschichte bekannt gemacht werden, in der sei aber vor allem ihre eigenen Fragen stellen und im Gespräch nach Antworten suchen können.

Personalsituation:

Nach der Verabschiedung von Herrn Köhler liegt die Abdeckung des Unterrichtsbedarfs allein in den Händen von OStR Michael Mohri (mit den weiteren Fächern Deutsch und Französisch) und von Studienreferendar Stefan Schrader (Englisch). Eine personelle Verstärkung ist daher dringend geboten, da das Fach Ethik andernfalls nicht in dem von der Schülerschaft nachgefragten Umfang erteilt werden kann.

Im Fachbereich III soll den Schülerinnen und Schülern eine solide mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung vermittelt werden, die sie in die Lage versetzt, experimentelle und theoretische Fragestellungen angemessen zu bearbeiten.

Mathematik

Der Mathematikunterricht soll den Schülern ein Fundament liefern, logische Strukturen kennen zu lernen und zu durchdringen. Die Jugendlichen sollen dazu befähigt werden, Sachprobleme kurz, prägnant und angemessen zu analysieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu sollen Untersuchungen von „Alltagsproblemen“ leisten, deren Lösung die Kombination verschiedener mathematischer Grundkenntnisse erfordert (Modellieren im weitesten Sinne). Auf diese Weise können Verbindungen zwischen Teilgebieten der Mathematik sichtbar gemacht und eine Vernetzung von Wissen initiiert werden. Umfang, Art und Komplexität der gestellten Aufgaben müssen sich selbstverständlich in den verschiedenen Jahrgangsstufen deutlich unterscheiden.

Gerade zur Bearbeitung umfassender Probleme ist der Einsatz moderner Hilfsmittel notwendig. Die Verwendung des Taschenrechners ist ab Klasse 7 Standard (z.B. Themenbereiche: Prozentrechnung, Wurzeln, irrationale Zahlen, trigonometrische Funktionen).

Die Schüler sollen in verschiedenen Jahrgangsstufen auch an die Arbeit am PC mit spezieller Mathematik-Software herangeführt werden. So wird das Programm „Euklid“ (dyn. Geometrie-Software) schon in Klasse 7 eingesetzt (z.B. bei den Themen: Konstruktionen, Kongruenzsätze), auch in den Jahrgangsstufen 8 (Winkel) und 9 (Satzgruppe des Pythagoras) wird es nach Möglichkeit immer wieder verwendet. Mit dem Programm „Smile“ können die SchülerInnen selbstständig üben. In Klasse 8 stellt es eine sinnvolle Unterstützung bei den Unterrichtseinheiten „Binomische Regeln“ und „Lineare Funktionen“ dar und bietet und auch differenzierte Arbeitsmöglichkeiten für die Schüler.

Tabellenkalkulation mit „Excel“ ist z.B. für den Themenbereich Stochastik in SI und SII unerlässlich. Dieses Programm lässt sich beispielsweise auch mit „Euklid“ kombinieren und im Bereich „Funktionen“ in der SII verwenden.

Vielseitig eingesetzt wird das Programm „Derive“ in der SII im Themenbereich „Analysis“, der einen bedeutenden Schwerpunkt der Oberstufenmathematik darstellt.

Da die Ausstattung der Schule mit PCs in Hinblick auf die Anzahl der Schülerarbeitsplätze noch unzureichend, eine Arbeit mit diesem Medium für die Schüler jedoch unerlässlich ist, muss eine Verbesserung dieser Unterrichtsmöglichkeiten erklärtes und wichtiges Ziel der allernächsten Zeit sein.

Zur besseren Sicherung der elementaren Grundkenntnisse wurden in Mathematik im Schuljahr 2000/2001 erstmals in den Klassen 6 / 8 / 10 Jahresabschlussarbeiten über den Stoff des gesamten Schuljahres geschrieben, die von den betroffenen Fachlehrern gemeinsam konzipiert und bewertet wurden. Damit ging das Starkenburg-Gymnasium mit seinen Anforderungen deutlich über die Anweisungen der entsprechenden Verordnung hinaus. Ab dem Schuljahr 2001/2002 werden die – nun verbindlich gewordenen – Vergleichsarbeiten in Jahrgangsstufe 6 am Ende des ersten Halbjahres geschrieben, was sich organisatorisch und vom Umfang her in dieser Altersgruppe als sinnvoll erweist. Für die Jahrgangsstufen 8 und 10 bleibt die Vergleichsarbeit wie schon festgelegt als zweistündige Jahresabschlussarbeit erhalten.

Die intensive Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Mathematik in Bensheim dient einerseits der Fortbildung der Lehrkräfte, andererseits der Förderung besonders begabter Jugendlicher. Besonders interessierte Schüler/innen der Jahrgangsstufen 5 und 6 können am „Mathe-Treff 3,4,5,6“ teilnehmen. Ab Klasse 8 ist der Besuch der Samstags-Akademien des Zentrums möglich. Es werden jeweils Einblicke in Themenbereiche gegeben, die über den normalen Unterrichtsstoff hinausgehen. Geeignete Schüler werden von den Fachlehrern zur Teilnahme ermuntert.

Alle Schüler/innen der Jahrgangsstufe 11 nehmen am Mathematikwettbewerb 11 teil. Gruppen der Jahrgangsstufe 12 wetteifern mit Schülern aus ganz Hessen am „Tag der Mathematik“ um gutes Abschneiden, bei dem eine Einladung zu den Mathematischen Modellierungswochen in Zusammenarbeit mit der Universität Kaiserslautern und der TU Darmstadt lockt. Die Schüler/innen werden verstärkt zur Teilnahme an Wettbewerben – zu erwähnen ist hier auch noch der Bundeswettbewerb – ermuntert und z.T. in einer für die SII angebotenen Mathematik-Arbeitsgemeinschaft gezielt darauf vorbereitet.

Naturwissenschaften

Der Unterricht in Biologie, Chemie und Physik vermittelt den SchülerInnen die Sicht der Natur und des Menschen aus naturwissenschaftlicher rationaler Sichtweise. Er lernt die Denk- und Arbeitsweisen kennen und erfährt wie mit Modellen ein Zugang zum Verständnis komplexer naturwissenschaftlicher Prozesse gewonnen werden kann. Dabei werden immer auch die Grenzen der Vorstellungen / Methoden aufgezeigt und so eine Offenheit für andere Sicht- und Denkweisen bewahrt.

Durch ein fundiertes Grundwissen aus dem fachlich organisierten aber mit interdisziplinären, fächerübergreifenden Intentionen erteilten Unterricht werden die SchülerInnen befähigt, Schlussfolgerungen zu ziehen und eine begründete Urteilsfähigkeit für ihre eigene Lebenswelt zu erwerben. Deshalb werden auch die Risiken von Techniken und die Verantwortung für die Folgen ihrer Anwendung bewusst gemacht. Die Natur – Kultur Verschränkung des Menschen und die sich daraus ergebende Verantwortung für sich (Gesundheit), die Umwelt (ökologische Fragen) und die Mitmenschen (soziale Fragen) werden in allen Jahrgangsstufen altersgemäß thematisiert.

Das Schülerexperiment – vor allem in der Oberstufe – ist in den Fächern Biologie, Chemie und Physik so weit wie möglich fester Bestandteil des naturwissenschaftlichen Unterrichts am Starkenburg-Gymnasium. Es vermittelt die Fähigkeit zur eigenständigen Planung und Durchführung von Experimenten. Die Sammlungsleiter sind bemüht, die reichhaltig ausgestalteten natur-wissenschaftlichen Sammlungen möglichst auf dem neuesten Stand zu halten. Es bestehen auch rege Kontakte zu Handel und Industrie mit dem Ziel, diese Bestrebungen finanziell und materiell zu unterstützen. Besonders eingeübt werden:

  • genaues Beobachten und Bewerten von Befunden
  • Erstellen und Überprüfen von Hypothesen
  • angemessener Gebrauch der Fachsprache
  • planvolles und präzises Arbeiten.

Die Fachlehrer in Biologie, Chemie und Physik motivieren geeignete und interessierte Schüler für die Teilnahme an Wettbewerben wie z.B. „Jugend forscht“, den entsprechenden Fächerolympiaden und anderen einschlägigen Fachwettbewerben und betreuen sie bei ihrer Arbeit. Diese Bemühungen wurden durch Preise bei zahlreichen regionalen und überregionalen Wettbewerben belohnt.

Biologie

Wichtigster Inhalt des ganzheitlich orientierten Biologieunterrichts ist die Vermittlung der Ehrfurcht vor dem Leben, die Verantwortung des Menschen für sieh selbst, die Natur und Umwelt. Das schließt auch die Rücksichtnahme und Toleranz gegenüber den Mitmenschen mit ein.

Um dies zu erreichen werden Grundkenntnisse über Bau und Funktion des menschlichen Körpers, der Pflanzen und Tiere vermittelt. Das Zusammenwirken und die gegenseitige Abhängigkeit von Pflanzen, Tieren und Menschen in Ökosystemen ist ein weiterer wichtiger Schwerpunkt. Gleichwertig damit werden in verschiedenen Jahrgangsstufen die Selbstverantwortlichkeit für die Gesunderhaltung des menschlichen Körpers (Fitness, Stressbewältigung, Drogen) und Methoden. diese zu verwirklichen, geübt und bewusst gemacht.

Grenzen der verwendeten Modelle, Natur-Kultur-Verschränkung des Menschen und seiner Evolution werden deutlich gemacht.

Die Behandlung ethisch – moralischer Fragen wie z.B. der Einsatz moderner biotechnischer Methoden sind wichtige Gesichtspunkte des Biologieunterrichtes. Da die Bedeutung dieser Themen den Rahmen des Faches Biologie weit überschreitet, wird nach Möglichkeit eine Kooperation mit den Fachschaften Sozialkunde / Religion / Ethik angestrebt.

Im Biologieunterricht hat die eigenständige Schülerarbeit bereits ab der 5. Klasse einen hohen Stellenwert und wird im weitestmöglichen Umfang gepflegt. Die beiden neben dem „Hörsaal“ zur Verfügung stehenden Übungsräume so wie die umfangreiche Ausstattung (z.B. mit Mikroskopen und Präparaten) ermöglichen dies ohne Probleme.

Die Fachschaft hat auf dem Schulgelände ein Feuchtbiotop, eine Wildblumenwiese und einen Baumlehrpfad eingerichtet, um einen naturnahen Unterricht während der regulären Unterrichtszeit zu ermöglichen. Bei der Einrichtung dieser Projekte haben Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen mitgewirkt, auch die laufende Betreuung wird von Schülern übernommen. Biotope und der Baumlehrpfad stehen der gesamten Schulgemeinde zur Verfügung.

Bezüglich der Unterrichtsverteilung haben die Fachschaften Biologie und Physik bis auf weiteres folgende Verabredung getroffen:

Biologie wird in Jahrgangsstufe 9 mit 2 Wochenstunden und in Jahrgangsstufe 10 mit einer Wochenstunde unterrichtet; Physik wird in Jahrgangsstufe 9 mit einer Wochenstunde und in Jahrgangsstufe 10 mit 2 Wochenstunden unterrichtet.

b) Chemie

Neben der Vermittlung theoretischer Kenntnisse soll auch das „Handwerk“ Chemie solide erlernt werden, daher werden vor allem in der Oberstufe alle Experimente von den Schülerinnen und Schülern selbst durchgeführt (im Rahmen der entsprechenden Sicherheitsbestimmungen). Chemikalien, Geräte und entsprechende Fachräume sind dazu ausreichend vorhanden. Die Schärfung des Bewusstseins für den Einsatz von Chemikalien in den verschiedenen Lebensbereichen in Hinblick auf Schonung der knappen Ressourcen und Entlastung der Umwelt ist ein immanentes Ziel des Chemieunterrichts. Besondere Beachtung gilt dabei den Schwerpunkten

  • Haushaltschemie (Reiniger, Kosmetika, Lacke und Farben)
  • Umgang mit Wasser
  • Energieverbrauch (Fortbewegung und Heizung)

In der Oberstufe ist die Behandlung des Problembereiches Kunststoffe / Entsorgung sowie die Diskussion über Nutzen und Risiken der verschiedenen Energiegewinnungsformen einschließlich der Kernenergie zentraler Unterrichtsgegenstand.

Die Schüler werden zur Teilnahme an den angebotenen Veranstaltungen umliegender Hochschulen eingeladen.

c) Physik

Neben den erforderlichen theoretischen Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen der Physik erlernen die Schülerinnen und Schüler auch den sachgerechten Umgang mit technischen Geräten. Dies geschieht vor allem im WPU der Klassen 9 und 10 sowie in der Oberstufe. Hierfür stehen neben einem Hörsaal zwei Experimentierräume und eine umfangreiche Experimentiersammlung zur Verfügung. Neben Grundlagen der Elektronik werden im WPU auch handwerkliche Fähigkeiten wie z.B. das Löten von Schaltungen im Elektronikunterricht vermittelt.

Durch ein Angebot der TU Darmstadt (Saturday Morning Physics) erhalten die Schüler und die Fachlehrer einen Einblick in die aktuelle physikalische Forschung.

Informatik

In der Informations- und kommunikationstechnischen Grundbildung erhalten alle Schüler der Jgst. 7 Einsicht in die Grundlagen und Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechniken einschließlich einer Einführung in die Arbeit mit dem Internet. Dort werden sie im Umgang mit der Arbeit am Computer und in vernetzten Systemen vertraut gemacht, wobei großer Wert auf die verschiedenen Anwendungsbereiche und die kritische Informationsbeschaffung und –verarbeitung gelegt wird.

Die Schüler sollen die auf den verschiedenen Ebenen erlangte Medienkompetenz in allen Unterrichtsfächern und außerhalb der Schule im privaten Bereich anwenden können. Für die schulische Arbeit stehen Schülern und Lehrern verschiedene Räume mit Internetzugang zur Verfügung. Kolleginnen und Kollegen aller Fachrichtungen können mit ihren Klassen und Kursen den Informatikraum mit 16 Rechnern (mit Internet-Zugang) nutzen.

Im vertiefenden Informatik-Unterricht der Oberstufe werden theoretische und praktische Grundlagen zur Lösung und Bewertung komplexer und vernetzter Probleme vermittelt. Die Informatik-spezifischen Problemlösemethoden führen verstärkt zu Partner- und Teamarbeit, die besonders bei den längerfristigen Projektarbeiten die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit schulen und fördern.

Fachbereich-III-Forum und Arbeitsgemeinschaften

FB-III-Forum

Mit der Arbeitsgemeinschaft „FB-3-Forum“ wird eine fächerübergreifende Arbeitsgemeinschaft angeboten, in der auch komplexe Problemstellungen angemessen bearbeitet werden. Diese Arbeitsgemeinschaft dient speziell der Förderung mathematisch – naturwissenschaftlich begabter Schüler und Schülerinnen. Durch Vorträge und regelmäßige Ausstellungen der AG-Teilnehmer zu aktuellen Themen erhalten Öffentlichkeit und Schulgemeinde Einblick in die Arbeit dieser AG.

Energie – AG

In der 1998 gegründeten Arbeitsgemeinschaft arbeiten Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 12 mit. Ziel dieser AG ist es, Lehrern und Schülern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Energie näher zu bringen und die Schule energetisch zu optimieren.

Dazu sind in jeder Klasse zwei „Energieagenten“ bestellt, die sich um die richtige Einstellung der Heizkörper, das Schließen der Fenster und die Vermeidung von überflüssiger Beleuchtung kümmern. Mitglieder der AG überprüfen stichprobenartig nach den sechsten Stunden die Umsetzung des Konzepts.

In enger Zusammenarbeit mit dem Schulträger wurden bereits erhebliche Einsparungen durch Umrüstung der Schulbeleuchtung erwirkt, auch die Einsparung von Wasser wird angestrebt. Initiiert wurde auch die Errichtung einer Photovoltaikanlage (1kWh) in der Schule, deren Inbetriebnahme kurz bevorsteht.

Es haben auch bereits Gespräche mit benachbarteb Schulen aufgenommen, um das erworbene Wissen und Anregungen weitergeben zu können.

Internet-AG

Die Internet-AG gestaltet die Homepage des Starkenburg-Gymnasiums und sorgt für ständige Aktualisierung im etwa zweiwöchigen Rhythmus .

Astronomie-AG

Die Fachschaft ergänzt ihr Angebot seit durch eine Astronomie-AG. Diese ist für Schüler der Jahrgangsstufen 10 – 13 konzipiert. Schüler, die drei Jahre kontinuierlich an dieser AG teilnehmen, erwerben die Kenntnisse eines Astronomie – Grundkurses. In der AG werden auch aktuelle Fragestellungen behandelt und durch gemeinsame und individuelle Beobachtungen untersucht.

Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 sind als Gäste der AG gerne gesehen und werden ebenfalls soweit als möglich in die Arbeit der AG integriert.

Chemie-AG I und II

Die beiden Arbeitsgemeinschaften (für Jgst. 7/8 und 9 – 13) der Fachschaft Chemie führen die Schülerinnen und Schüler noch stärker an das selbständige experimentelle Arbeiten heran und vermitteln handwerkliche Routine und Sicherheit. Außerdem besteht die Möglichkeit, durch Beschäftigung mit Themen außerhalb des Lehrplanes verstärkt auf die Interessen der Schüler einzugehen.

Fließgewässer-AG

Die Fließgewässer-AG hat sich die Reinhaltung, Renaturierung in den möglichen Grenzen und die Überwachung der Gewässergüte zum Ziel gesetzt. Die Aktivitäten dieser AG, vor allem die erarbeitete Gewässerkarte haben in der Öffentlichkeit viel Beachtung gefunden. Diese Arbeit kommt der Öffentlichkeit in hohem Maße zugute und ist mit mehreren Preisen auf regionaler und überregionaler Ebene ausgezeichnet worden.

Die angebotenen Arbeitsgemeinschaften (9 AGs im Schuljahr 01/02) decken Mathematik und alle naturwissenschaftlichen Fächer ab. (siehe Anlage). Die Fachschaften Biologie, Chemie und Physik führen im Rahmen des Unterrichts regelmäßige Exkursionen zu umliegenden Universitäten und Industriebetrieben durch.

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In der heutigen Gesellschaft herrscht allgemeiner Konsens darüber, dass aufgrund verschiedenster Faktoren die Bewegung von Kindern und Jugendlichen sehr stark eingeschränkt ist. Sie bewegen sich im Alltag zu wenig, also muss die Schule sie stärker in Bewegung bringen, damit Herz, Kreislauf und Muskulatur gestärkt, Haltungsschäden vorgebeugt, Gewandtheit und Geschicklichkeit gefördert werden.

Der Sportunterricht beschränkt sich nicht nur auf seine Ausgleichsfunktion und seinen Gesundheitswert.

Es sind vor allem Bewegungsangebote im Sinne einer allgemeinen und ganzheitlichen Bewegungsausbildung erforderlich, d.h. es ist mehr als nur Technik-Lernen oder Fit-Sein.

Neue Ansätze der Gesundheitsförderung betonen die Bedeutung einer „starken“ Persönlichkeit. „Gesundes Selbstvertrauen“ ist die Voraussetzung für eine selbstbestimmte, gesunde Lebensführung. Bewegung, Spiel und Sport bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen in diese Richtung zu fördern und außerdem Leistungssteigerung in anderen Fächern, Eingliederung ausländischer Schüler und ein Stück Drogen- und Gewaltprävention zu bewirken.

Die heutige Schülergeneration ist leicht ablenkbar, unruhig und unkonzentriert. Im Sportunterricht sollten die Schüler deshalb neben den sportlichen Aktivitäten an ruhige, reizärmere Situationen der Entspannung, Ruhe und Konzentration herangeführt werden. Entspannungsübungen können positive Kräfte freisetzen und psychischen und physischen Auffälligkeiten entgegenwirken. Ruhige, spielerische, aber auch aktive Übungen können den Unterricht auch in anderen Fächern positiv unterstützen und sollen deshalb im Sportunterricht regelmäßig eingesetzt werden.

Die Vermittlung körper- und bewegungsbezogener Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kenntnisse und Einsichten soll die Schüler der Oberstufe zum mündigen Umgang mit dem eigenen Körper führen. Für den Sportunterricht ergibt sich daraus die Forderung eines möglichst breit angelegten Angebots an Sportkursen, d.h. möglichst vieler Sportarten.

In der Jahrgangsstufe 11 soll neben der sportartspezifischen Ausbildung der Aspekt der Gesundheit theoretisch und praktisch im Rahmen eines „Fitnesstrainings“ einen besonderen Stellenwert erhalten.

Schulsport außerhalb des Sportunterrichts

a) Arbeitsgemeinschaften

Das Angebot an Arbeitsgemeinschaften (insbesondere für Unter-und Mittelstufe) mit unterschiedlichen pädagogischen Zielsetzungen soll bzw. muss erweitert werden.

b) Sportfeste bzw. attraktive bewegungsorientierte Schulveranstaltungen

Die bisher jährliche Durchführung von Bundesjugendspielen in der Leichtathletik und eines Schulsportfestes soll den Schülern Gelegenheit bieten ihre Leistungsfähigkeit zu dokumentieren.

Zukünftig sollen bei weiteren schulinternen und schulübergreifenden Wettbewerben das Starkenburg-Gymnasium nach außen vertreten und auch damit die Identifikation mit der Schule gestärkt werden.

c) Skischullandheim

Das Starkenburg-Gymnasium bietet in der Klassenstufe 10 ein Skischullandheim in Sexten / Südtirol an. Hier leistet der Sport seit Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Erwerb einiger Schlüsselqualifikationen, wie z.B. Fragen der gesunden Lebensführung, sinnvoller Freizeitgestaltung, Naturerfahrung, umweltbewusster Lebensführung und sozialen Verhaltens.

d) Klassenfahrten und Wandertage

Da dem ganzheitlichen Erziehungsaspekt ein besonderer Stellenwert zukommt, sollen in Zukunft Klassenfahrten und Wandertage in der Unter- und Mittelstufe verstärkt mit sportlichem Schwerpunkt durchgeführt werden (Wandern, Schlittschuhlaufen, Fahrrad fahren, Rodeln, Kanu fahren).

e) Gestaltung eines bewegungsfreundlichen Schulhofs bzw. Schulgeländes

Hier müssen die vorhandenen Spielmöglichkeiten erhalten, verbessert und erweitert werden (Tischtennis, Torwand, Badminton, Basketball, Beach-Volleyball u.a.m.)

f) „Jugend trainiert für Olympia“

Leistungsorientierten Schülern wird im Programm „Jugend trainiert für Olympia“ Gelegenheit gegeben, sich mit Schülern anderer Schulen zu messen und das Starkenburg-Gymnasium nach außen zu vertreten. Die Fachschaft beabsichtigt die Beteiligung an diesem Programm zu verstärken, d.h. auf mehr Wettkampfklassen und mehr Sportarten auszudehnen.

Bei diesem Wettkampfprogramm muss die Schule vor allem auch auf Vereinssportler zurückgreifen, so dass die Zusammenarbeit Schule-Verein unverzichtbar ist und deshalb auch verstärkt bzw. verbessert werden muss. Durch das Kennenlernen und Hinführen zu bestimmten Sportarten im Unterricht eröffnet die Schule den Schülern den Weg zur Vertiefung und Intensivierung ihres Sports im Verein und damit eventuell den Weg zu lebensbegleitendem Sporttreiben. Die Schule leistet damit auch ihren Beitrag zur Verstärkung des sportlichen Nachwuchses im Verein.

Für all diese Anforderungen und Leistungen des Sportunterrichts, des Schulsports außerhalb des Unterrichts und der Zusammenarbeit Schule-Verein bietet das Starkenburg-Gymnasium sehr gute

Rahmenbedingungen:

  • eine große 3-teilige Sporthalle und eine kleine Sporthalle direkt neben dem Schulgebäude,
  • ein Leichtathletik-Stadion mit Hockeyplatz und Rollschuhbahn, sowie ein beheiztes Freibad in unmittelbare Nähe der Schule
  • das Bruchseegelände mit Laufwegen und Trimm-Dich-Pfad
  • das große Schulgelände mit seinen großen Wiesenflächen

Diese optimalen Voraussetzungen ermöglichen die Weiterentwicklung unserer Schule zu einer bewegungs- und sportfreudigen Schule im Sinne unseres Schulprogramms.

1. Arbeitsgemeinschaften

Arbeitsgemeinschaften stellen einen unverzichtbaren Bestandteil der Schule dar; sie ermöglichen es dem Schüler, entsprechend den eigenen Begabungen Schwerpunkte zu setzen und den eigenen Lernhorizont zu erweitern.

Deshalb bietet das Starkenburg-Gymnasium, trotz der herrschenden Lehrerknappheit, stets ein beachtliches Spektrum an Arbeitsgemeinschaften an. Die folgende Übersicht zeigt das Angebot des laufenden Schuljahres:

Thema Leiter Jgst. Termin Ort
Literarischer Zirkel Pu/Hh 9 13 Mo ab 19.00 EG-Raum, Aula
Schulzeitung Ne 5 13 nach Absprache Raum 20
Schülerzeitung SV 5 13 nach Absprache
Medien-AG Ro 8 13 Di 14.00 15.35 Raum 101
Spanisch-AG Eb 9 13
AG „Gestalten“ Su 5 13 Mi 13.10 13.55Do 13.10 13.55 Kunst 1
Foto-AG Re 6 13 Mi 15.45 17.45 Fotolabor
Philosophie-AG Mi 9 13 Mo 17.30 19.00 Seminarraum
Chor So 5 6 Di 12.20 13.05 Aula
Lehrer-Eltern-Schüler-Chor So 7 13 Mi 19.00 20.30 Musik 1
Flötengruppe So 7 10 nach Absprache Musik 1
Orchester Sw 5 13 Fr 13.00 14.30 Musik 1
Vocal-Pop-AG Sw 9 13 nach Absprache Musik 1
Big Band Sch 5 13 Mi ab 19.30 Aula
Forum FB 3(Förderung math.-nat. begabter SchülerInnen) Nn 9 12(Vorschlag) nach Absprache Raum 118
Mathematik-AG Bey 12 Di 13.10 13.55 Raum 7
Experimental-AG Wi 8 Do 14.00 15.35 Chemie 3
Chemie-AG So 10 13 Mi u. Fr 14.00 15.35 Chemie 3
Astronomie-AG Ri 10 13 Do 13.10 13.55 Physik 2
Schach-AG Meltz 5 13 Fr 13.00 14.00 Raum 32
Energie-Agentur Or 7 13 Mo ab 13.10 Raum 3
Fließgewässer-AG Gi 5 13 Di 14.00 17.00 Heppenheim
Internet-AG No 8 13 Mo 13.10 14.45 Raum 220
Badminton-AG Bdl 7 10 Di 13.10 13.55 Sporthalle

2. „Kulturelle Praxis“

Ziel unserer Bildungsarbeit ist, die Schüler nicht nur im Unterricht mit den Gegenständen der Kultur zu befassen, sondern möglichst ihre Freude daran zu wecken, sie diese als bereichernden Bestandteil menschlichen Lebens erkennen und den Umgang mit ihnen zur Gewohnheit werden zu lassen.

Deshalb sind Theater-, Opern-, Konzert-, Museumsbesuche und Vortragsreihe wesentliche Erweiterungen des Unterrichts. Darüber hinaus bieten wir auch weiterhin interessierten Schülern und Schülerinnen Konzertabonnements in der Alten Oper Frankfurt und Opernabonnements im Opernhaus Frankfurt an. Theaterfahrten gibt es für die Schüler der Oberstufe.

Fortgesetzt wird die Vortragsreihe „Einsichten Ausblicke. An der Schwelle zum nächsten Jahrhundert“, die jeweils in der Aula stattfindet und gerade junge Menschen zu Reflexion und Standortbestimmung anregen soll.

Dazu gehören auch wesentlich

3. Feste und Feiern

Im jährlichen Begrüßungsfest am zweiten Schultag heißen wir die neuen Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen und ihre Eltern willkommen. Das Programm gestalten die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen, Kaffee und Kuchen bereiten deren Eltern vor.

Unsere Projektwochen schließen regelmäßig mit dem Präsentationstag im Rahmen eines Schulfestes ab. Neben den Ausstellungen, Vorführungen und Darbietungen gibt es Gelegenheit zum Kennenlernen und Gespräch bei Speise und Trank.

Die Abiturfeier mit der Entlassung der Abiturienten findet ihre abendliche Fortsetzung mit dem großen AbiFest im Innenhof der Schule und angrenzenden Räumlichkeiten.

4. Schule unterwegs

Unterricht findet nicht nur in den Klassensälen und Fachräumen statt. Andere Lernorte werden bei Unterrichtsgängen und Lehrausflügen, bei Besuchen in Betrieben, Museen und bei Gericht und zur Besichtigung von Natur- und Kulturdenkmalen aufgesucht.

Auch Schulwanderungen und mehrtägige Klassenfahrten besitzen große pädagogische Bedeutung.

In der Jahrgangsstufe 9 wird ein 14-tägiges Betriebspraktikum durchgeführt; in Klasse 10 findet regelmäßig ein SkiSchullandheimaufenthalt in Sexten (Südtirol) statt.

Die vielfältigen Austauschfahrten zu unseren Partnerschulen dienen nicht nur der Praxis in den Fremdsprachen; sie schaffen auch Zugang zu fremden Lebens- und Denkweisen und fördern so Offenheit und Toleranz.

Die Studienfahrten in Jahrgangsstufe 12/13 lehren und üben darüber hinaus das richtige Reisen.

Ein Lehrer kann nur als Lernender seinem Erziehungs- und Bildungsauftrag voll gerecht werden. Das bedeutet, dass er die Weiterentwicklung der Inhalte seiner Fächer verfolgt und an der Diskussion der pädagogischen, didaktischen und methodischen Probleme Anteil nimmt.

Fachsspezifische Fragestellungen werden darüber hinaus in den Fachkonferenzen aufgegriffen; diese senden ihre Vertreter zu den einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen, die ihrerseits wieder der Fachkonferenz von den Ergebnissen und Erträgen berichten.

Außerdem sind alle Fachkonferenzen aufgefordert, ihren dringlichsten Fortbildungsbedarf zu artikulieren und an das HeLP weiterzuleiten.

Es soll jährlich ein Pädagogischer Tag stattfinden, an dem das gesamte Kollegium sich mit zentralen Fragen der Schule auseinandersetzt und Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Schule gewinnt.

Die Angebote zur Lehrerfortbildung (HeLP, Hessische Landeszentrale für Politische Bildung, Pädagogisches Zentrum, Schule und Wirtschaft, Lehrerverbände, Industrie usw.) werden aufmerksam gesichtet und im vertretbaren Rahmen wahrgenommen.

Am Starkenburg-Gymnasium unterrichten momentan zwölf Referendare, die hier für zwei Jahre den unterrichtspraktischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren. Damit hat das Starkenburg-Gymnasium großen Anteil an der Ausbildung der Referendare des Studienseminars für Gymnasien Bensheim. Schulintern erfolgt die Ausbildung im E/G-Seminar (= Schulseminar), das die Referendare als Ort der Kommunikation und des Erfahrungs- und Ideenaustauschs begreifen. Sie werden hier betreut und beraten und arbeiten sich in pädagogische Themen in Theorie und Praxis ein. Darüber hinaus besuchen die Referendare fachbezogene Seminarveranstaltungen des Studienseminars.

Einen wichtigen Anteil an der Ausbildung der Referendare haben die Kollegen, die über ihre unter­richtlichen Verpflichtungen hinaus als Mentoren tätig sind. Die Zusammenarbeit zwischen Referenda­ren und Mentoren gestaltet sich harmonisch, auch wenn diese für die betreuenden Lehrer oft mit ho­hem zeitlichen Aufwand verbunden ist. Die in der Unterrichtsarbeit erfahrenen Kollegen geben Rat­schläge und Rückmeldungen, sie erhalten aber auch durch die Referendare wiederum oft Anregungen für die Gestaltung des eigenen Unterrichts. Der von den Referendaren gehaltene Unterricht findet mentorbegleitet, zunehmend aber eigenverantwortlich statt. Im Falle des mentorbegleiteten Unterrichts sind Mentor und Referendar gleichzeitig in einer Klasse und unterrichten zeitlich versetzt in bestimmten Phasen eines Unterrichtshalbjahres. Durch die Mentorbegleitung eröffnet sich darüber hinaus die Möglichkeit des Team-teachings, aber auch die individuelle Förderung leistungsschwäche­rer Schüler. Zudem hilft die Doppelbesetzung, krankheitsbedingten Unterrichtsausfall zu begrenzen, wie insgesamt der Einsatz von Referendaren dazu beiträgt, fachspezifischen Lehrermangel auszuglei­chen.

Schulleitung und Kollegium schätzen und unterstützen die Zusammenarbeit mit den jungen Kollegen: Diese bereichern die schulische Arbeit dadurch, dass sie für neue pädagogische Ideen des Lernens und Lehrens aufgeschlossen und diese umzusetzen bereit sind. Gerade durch die erst kurze Zeit zurücklie­gende universitäre Ausbildung sind sie mit neuen Ansätzen im jeweiligen Fach vertraut.

Die Schulleitung unterstützt die Referendare in organisatorischer Hinsicht in besonderer Weise und ist Einsatzwünschen bzw. mit der Ausbildung verbundenen Bedürfnissen und Notwendigkeiten gegen­über aufgeschlossen. Großes Interesse zeigt die Schulleitung an der Lernentwicklung der Referendare, indem sie an Unterrichtsbesuchen im Rahmen von Fachleiterbesuchen des Studienseminars teilnimmt. So erhalten die Referendare Rückmeldung über ihren Unterricht und Hilfe bei auftretenden Schwie­rigkeiten auch seitens der Schulleitung.

Ausbildungsbegleitende Seminar- und Fortbildungsveranstaltungen dienen der Fortbildung und der Erweiterung des Handlungsspielraums unter Einbeziehung der Erkenntnisse aus Pädagogik, Psychologie und Mediendidaktik. Die Ausstattung des Starkenburg-Gymnasiums bietet in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, neue methodische Ansätze mittels neuer Medien (u.a. Computer, Internet, Beamer) im Unterricht direkt einzusetzen.

Initiativ sind die Referendare des Starkenburg-Gymnasiums immer wieder, was die Gründung von AGs oder die Leitung von Projekten etwa während Projektwochen anbelangt. Erwähnt seien in diesem Zusammenhang Arbeitsgemeinschaften mit sportlichem, naturwissenschaftlichem oder musikalischem Schwerpunkt, die von Referendaren eigenverantwortlich geleitet werden und bei den Schülern großen Anklang finden. Auch in Zukunft sollen diese Initiativen gefördert werden, um den vielfältigen Inter­essen der Schüler gerecht werden zu können. Über den Unterricht hinaus übernehmen die Referendare auch auf diese Weise, erzieherische Aufgaben. Neben den genannten außerunterrichtlichen Aktivitäten sind die Referendare wertvolle und geschätzte Begleitpersonen bei Exkursionen, Klassen­fahrten, Studienfahrten, Chorfreizeiten und Wanderfahrten, die ohne ihre Teilnahme mitunter nicht stattfinden könnten. Darüber hinaus zeigen die Referendare immer wieder großes Interesse daran, im Rahmen ihres Unterrichts Lehrausflüge zu organisieren und durchzuführen.

Die Referendare des Starkenburg-Gymnasiums wünschen, dass an der momentan bestehenden guten Ausbildungssituation auch in Zukunft festgehalten wird und Ausbildungsinteressen Vorrang vor schulinternen bedarfsdeckenden Notwendigkeiten des Lehrereinsatzes haben, um die Qualität der Ausbildung nicht nachhaltig zu verschlechtern. Sie sind interessiert an der Durchführung pädagogischer Konferenzen, die ein intensiveres Gespräch mit Kollegen über Klassen oder einzelne Schüler ermöglichen. Ebenfalls sollte es möglichst keine Überschneidungen zwischen an der Schule stattfindenden Fachkonferenzen und seminarinternen Veranstaltungen geben. Über individuelle Entlastungsmöglichkeiten für Mentoren, die häufig Referendare betreuen, sollte nachgedacht werden.

Die von den Gremien (Arbeitsgruppe, Fachkonferenzen, Gesamtkonferenz, Schulkonferenz) entwickelten Ziele und Vorhaben müssen zunächst und dann immer wieder in den Bewusstseinshorizont der gesamten Schulgemeinde gerückt werden und dort Akzeptanz und die Bereitschaft zur Umsetzung finden.

Besonders das Kollegium der Lehrerinnen und Lehrer sollte im Schulprogramm den hilfreichen Kompass erkennen, der der gemeinsamen Arbeit eine Richtung vorgibt, Zufälligkeiten vermeidet und zu den erforderlichen Lernergebnissen hinführt.

Außerdem müssen Ziele und Vorhaben mit der sich stets wandelnden realen Situation konfrontiert und ihre Umsetzung, Fortdauer, Realisierbarkeit und Dringlichkeit geprüft werden.

Dazu erfolgt jährlich im Herbst eine Revision des Schulprogramms:

  • Die einzelnen Fachschaften überprüfen die allgemeinen und ihre spezifischen Ziele hinsichtlich des Umfangs und der Ergebnisse ihrer Konkretisierung und Umsetzung im jeweiligen Fach. Das kann zur Streichung bzw. Umformulierung bisheriger und zur Formulierung neuer Ziele führen. Die Fachschaften berichten darüber in einem detaillierten Protokoll.
  • In gleicher Weise befasst sich die Gesamtkonferenz mit den allgemeinen pädagogischen und unterrichtlichen Vorgaben.
  • Die entsprechenden Rückmeldungen werden von der Arbeitsgruppe Schulprogramm (bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern), die als wesentliche Institution der Schule dauernden Charakter hat, aufgegriffen und als Vorschläge zur Überarbeitung und Fortschreibung des Schulprogramms an die Schulkonferenz weitergeleitet.

Die Arbeit am Schulprogramm kann nur als kontinuierlicher Prozess der Reflexion, Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung der Schule verstanden werden. Genauso wie während der vergangenen Jahre stets notwendige Veränderungen aufgegriffen und umgesetzt wurden, wird bereits mit der Verabschiedung des Schulprogramms seine Revision beginnen müssen.

ThemaSeite

  1. Das Starkenburg-Gymnasium und sein Umfeld
  2. Schulkultur“ und „Schulprogramm“ Zur Entstehungsgeschichte
  3. Das Miteinander in der Schulgemeinde Unsere „Schulkultur“
  4. Die Unterrichtsarbeit
    1. Allgemeine Zielsetzungen
    2. Zusammenarbeit mit den Grundschulen
    3. Schwerpunkte der einzelnen Fachbereiche und ihre Konkretisierung
      1. Das sprachlich-literarisch-künstlerische Aufgabenfeld
      2. Das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld
      3. Das mathematisch-naturwissenschaftliche-technische Aufgabenfeld
      4. Sport
    4. Außerunterrichtliche Angebote
      1. Arbeitsgemeinschaften
      2. Kulturelle Praxis“
      3. Feste und Feiern
      4. Schule unterwegs
    5. Interne und externe Lehrerfortbildung
    6. Das Starkenburg-Gymnasium als Ausbildungsschule
  5. Evaluation und Fortentwicklung des Schulprogramms
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