Eine Einführung
Individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ist für das Kollegium des Starkenburg-Gymnasiums im Fokus seiner Tätigkeit. Vor allem die individuelle Unterstützung durch die unterrichtenden Lehrkräfte ist besonders wichtig, um eine optimale Förderung zu bieten, die den personenspezifischen Anforderungen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht wird. Unter der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler sind unter anderen folgende grundsätzlichen Aspekte zu verstehen:
- Förderung besonderer Begabungen
- Förderung von SuS mit Migrationshintergrund (DaZ)
- Förderung aufgrund von Minderleistungen (rechtl. Vorgaben)
- Förderung bei Teilleistungsstörungen (z.B. LRS und andere; rechtl. Vorgaben)
Im Folgenden werden die verschiedenen Bereiche zunächst in einer Kurzform vorgestellt. Das Förderkonzept soll einen Überblick darüber geben, wie die Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit am Starkenburg-Gymnasium gefördert und unterstützt werden können und zeigen, welche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Angeboten bestehen. Gleichzeitig verwachsen die verschiedenen Fördermaßnahmen zu einem Gesamtkonzept, das den Schülerinnen und Schülern optimale Lernvoraussetzungen bietet. Ebenso erhält man einen Überblick über den Umgang bei Förderbedarf.
Ganz-Tages-Angebote zur Förderung
Das Starkenburg-Gymnasium hat es sich schon sehr früh zum Ziel gesetzt, den Schülerinnen und Schülern einen möglichst guten Unterricht anzubieten, der ihren Bedürfnissen und Leistungsfähigkeiten angemessen ist. Diese Absicht wurde schon in der Schulkultur aus dem Jahre 1996 bekundet.
Im Schulprogramm 2002 wurde „Wir wollen guten Unterricht machen.“ und „Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler in ihren unterschiedlichen Lernausgangslagen besonders fördern.“ als Schwerpunkte der pädagogischen Tätigkeit gesetzt. Damit wird schon sehr frühzeitig die Notwendigkeit betont, einerseits guten Unterricht für alle zu machen und andererseits die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern.
Deshalb ist binnendifferenzierender Unterricht unerlässlich. Dieser ist ein Schwerpunkt, den sich das Starkenburg-Gymnasium in der aktuellen Fortschreibung des Schulprogrammes zum Ziel gesetzt hat. In vielen Teilaspekten des Schulprogramms wurde die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler durch den verstärkten Einsatz der entsprechenden Unterrichtsmethoden beschlossen. Als Vorbereitung dazu werden Materialpools erstellt, in denen binnendifferenzierende Unterrichtsmaterialien nach Fächern sortiert gesammelt werden.
Neben den oben beschriebenen Anstrengungen zur individuellen Förderung im Unterricht werden auch Unterrichtsmaterialien zum selbst organisierten Lernen gesammelt und auf diese Weise den Fachkollegen zur Verfügung gestellt. So können die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler optimal unterstützt werden. Neben dem Unterricht gibt es weitere additive Förderangebote, die den Schülerinnen und Schülern außerhalb des Unterrichts verschiedene Möglichkeiten bieten, ihre besonderen Begabungen weiter zu vertiefen. Dies geschieht unter anderem durch ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften, durch Unterstützung bei Wettbewerben und vieles mehr. Durch diese Angebote und das Engagement des Kollegiums ist das Starkenburg-Gymnasium seit 2004 eine von 27 hessischen Gütesiegelschulen für Hochbegabte.
Ergänzend zu den vertiefenden Angeboten in Form von Arbeitsgemeinschaften werden den Schülerinnen und Schülern Angebote in verschiedenen Formen unterbreitet, um individuelle Defizite durch entsprechende Förderung auszugleichen. Dies erfolgt in verschiedenen Veranstaltungen wie z.B. in Förderkursen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, durch Förderung für Schülerinnen und Schüler mit Lese- und Rechtschreibschwäche, durch Stützkurse in den Hauptfächern usw.
Im Ganztagsangebot (GTA) werden die oben genannten Angebote einige von vielen zur individuellen Förderung darstellen. Es werden u.a. die diversen Förderkurse und vertiefenden Veranstaltungen in das Ganztages-Angebot integriert.
Für die Schülerinnen und Schüler, die in die Sekundarstufe II wechseln, wird es Angebote in den Hauptfächern geben, die sie bei der selbst organisierten Kompensation ihrer Lerndefizite fachlich unterstützen und auf ihrem selbst organisierten Lernprozess begleiten. Darüber hinaus bietet die Studienleiterin, StD Frau Vogel, Lern- und Laufbahnberatung für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II an.
Die verschiedenen additiven Angebote werden im Folgenden noch genauer erläutert.
Thema:
Lese- und Rechtschreibschwäche
Ansprechpartnerin:
OStRn U.Moog
| Ziel | Zielgruppe | Voraussetzungen |
| Verbesserung der Rechtschreibleistung | SuS der 5. und 6. Klassen | Evtl. vorliegende Gutachten der Grundschule als Hinweis,
Test und Diagnose der SuS der |
| Verbesserung des Selbstbewusstseins | SuS der 5. und 6. Klassen |
Bezug:
- Handreichung: Umgang mit Lese- und Rechtschreibschwäche und Rechenschwäche bei Schülern/innen ( ABl. 4/2002)
- Grundsätze zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben (Beschluss der KMK vom 4.12.2003) (ABl. 1/04)
- Verordnung über die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen (VOLRR) vom 18.05.2006 (ABl. 6/06)
Nachteilsausgleich für Schülerinnen und Schüler mit Funktionsbeeinträchtigungen, Behinderungen oder für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen
Thema:
Hochbegabtenförderung
Ansprechpartnerin:
OStRn C. Wick
| Ziel | Zielgruppe | Voraussetzungen |
| Förderung besonders leistungsfähiger SuS
Förderung hochbegabter SuS |
SuS aller Jahrgangsstufen | Notendurchschnitt besser als 2; Einschätzung von Fachlehrern
IQ-Test-Ergebnis / Einschätzung der Schule |
| Förderung von SuS mit besonderer Sprachbegabung | SuS mit besonderem Sprachtalent und Interesse (Jgst. 6 -13) | Empfehlung durch Fachlehrer |
| Förderung von SuS mit besonderer Begabung in Mathematik und Naturwissenschaften: FB3 – Forum |
SuS der Jahrgangsstufen 9 bis 13 | Empfehlung und Einschätzung von Fachlehrern |
| Akzelerationsangebote nutzen | SuS der Sekundarstufe I | Beschluss der Klassenkonferenz |
| Längerer Auslandsaufenthalt ohne Wdh. einer Jgst. | SuS der Sekundarstufe II |
Notendurchschnitt und ggf. Überprüfung in einigen Fächern |
Bezug:
Schulprogramm
Konzept zur Hochbegabtenförderung
Beschreibung:
Das Starkenburg-Gymnasium ist seit 2004 Gütesiegelschule für Hochbegabte. Um „Gütesiegelschule“ zu werden, müssen bestimmte Anforderungen bezüglich der Erkennung, Beratung und Förderung hochbegabter Schüler und Schülerinnen erfüllt und konkrete Ziele umgesetzt werden. Die Beratungslehrerin für Hochbegabtenförderung ist Charlotte Wick. Sie berät sowohl Lehrer als auch Schüler, wenn es um die Erkennung, Beratung und Förderung besonderer Begabungen von Schülern geht. Die Förderung der einzelnen Schüler ist sehr individuell und kann dementsprechend verschiedene Formen annehmen. Es ist möglich, dass Schüler in der Sekundarstufe I ein Schuljahr überspringen, dass sie am FB 3 – Forum teilnehmen, dass sie sprachliche Talente in verschiedenen Sprachkursen vertiefen oder selbst Arbeitsgemeinschaften leiten, in denen sie ihre Begabungen und Neigungen weiter ausschärfen und anderen Schülern präsentieren und weitergeben können.
Weitere Informationen zur Hochbegabtenförderung befinden sich im Anhang und im Konzept zu Hochbegabtenförderung.
Thema:
Wettbewerbsförderung
Ansprechpartner:
OStR R. Kadel
| Ziel | Zielgruppe | Voraussetzungen |
| Erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben durch Unter-stützung bei der Vorbereitung | SuS aller Jahrgangsstufen | Besonderes Engagement und Leistungen der SuS |
| Unterstützung der SuS bei freiwilligen Wettbewerben und beim eigenständigen Arbeiten | SuS aller Jahrgangsstufen | Besonderes Engagement und Leistungen der SuS |
| Erfolgreiche Teilnahme an der Chemie-Olympiade | SuS der Sekundarstufe II | Besonderes Engagement und Leistungen der SuS |
| Teilnahme an „Chemie, mach mit“ (ein Online-Wettbewerb) | SuS der Klassen 7 – 10 | Besonderes Engagement und Leistungen der SuS |
Bezug:
Schulprogramm
Qualitätsbereich 5: Lehren und Lernen
Thema:
Deutsch als Zweitsprache
Ansprechpartner:
StR Bernhard Godbersen
| Ziel | Zielgruppe | Voraussetzungen |
| Kompensation der sprachlichen Defizite im Vgl. zu den anderen Schülern | SuS mit nichtdeutscher Herkunftssprache der Sekundarstufe I | SuS mit Migrations-hintergrund und Festlegung durch die Klassenkonferenz |
Beschreibung:
Die Förderkurse bestehen aus Kleingruppen und umfassen maximal 4 Stunden pro Woche.
Bezug:
- § 3 Abs. 13 Hessisches Schulgesetz :
„Schülerinnen und Schüler, deren Sprache nicht Deutsch ist, sollen unabhängig von der eigenen Pflicht, sich um den Erwerb hinreichender Sprachkenntnisse zu bemühen, durch besondere Angebote so gefördert werden, dass sie ihrer Eignung entsprechend zusammen mit Schülerinnen und Schülern deutscher Sprache unterrichtet und zu den gleichen Abschlüssen geführt werden können.“ - § 8 a Abs. 1 Hessisches Schulgesetz:
„Maßnahmen der Förderung von Schülerinnen und Schülern, deren Sprache nicht Deutsch ist (§ 3 Abs. 13), sind besondere Unterrichtsangebote zum Erwerb der deutschen Sprache oder der Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse, die in der Regel auf selbsterworbenen Grundkenntnissen aufbauen und die Schülerinnen und Schüler so fördern sollen, dass sie sich so bald wie möglich am Unterricht der Regelklasse beteiligen können.“
Thema:
Stützkurse in den Hauptfächern
(Übergang in die Sekundarstufe II)
Ansprechpartner:
StDn G. Vogel
| Ziel | Zielgruppe | Voraussetzungen |
| Kompensation verschiedener Leistungsstände zu Beginn der Sek. II Unterstützung von SuS aus anderen Schulen |
SuSder Einführungsphase | Defizite in den Kernfächern, Empfehlung der Fachlehrer zur Teilnahme an den Stützkursen |
| Selbstorganisierte Kompensation von Lerndefiziten der SuS, die gerade in die Sek. II gekommen sind. | SuS der Einführungsphase | Verbindliche Anmeldung der SuS |
Bezug:
Schulprogramm:
Qualitätsbereich 5: Lehren und Lernen
Thema:
Stützkurse in den Hauptfächern
(Sekundarstufe I)
Ansprechpartner:
OStRn I. Kuchemüller
| Ziel | Zielgruppe | Voraussetzungen |
| Erfolgreiche Teilnahme am MW 8 | SuS der Jgst. 7 und 8 | Förderbedarf bei den SuS der beiden Jgst. Durch Fachlehrer erfolgt die Einteilung |
Bezug:
Schulprogramm:
Qualitätsbereich 5: Lehren und Lernen
Was mache ich, wenn ich Förderbedarf festgestellt habe?
Wenn man den Förderbedarf eines Schülers entdeckt hat, informiert man sich zunächst, in welchem Bereich der Schüler gefördert werden sollte. Dazu ist es hilfreich, sich mit den jeweiligen Ansprechpartnern zu besprechen und über das weitere Vorgehen zu sprechen.
Hier wird ein mögliches Vorgehen bei Förderbedarf skizziert:
Ablauf einer Fördermaßnahme:
- Feststellung des Förderbedarfs eines Schülers.
- Schriftliche Selbsteinschätzung des Schülers.
- Lehrereinschätzung der Schülerleistungen und des Lernverhaltens.
- Zielvereinbarungen mit dem Schüler schriftlich festhalten (Förderplan).
- Ggf. weitere Schritte wie z.B. Klassenkonferenz einleiten usw. (je nach Situation)
- Elterngespräch.
- Ablage der Dokumentation in der Schülerakte.
- Bemerkung über die Fördermaßnahme im Buch „schriftliche Arbeitsergebnisse“ notieren („F“ und Datum).


