Das SGH hat seit Einführung des Gütesiegels für Schulen, die hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders fördern, regelmäßig diese Auszeichnung zugesprochen bekommen. Sie ist gebunden an bestimmte Anforderungen, die im Erlass vom 19. Dezember 2003, ABl. 1/04 festgelegt wurden, und muss in regelmäßigen Abständen evaluiert werden.

Unsere Schule hat sich die Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern zur besonderen Aufgabe gestellt und in der Vergangenheit vielfältige Aktivitäten und Konzepte entwickelt, um dieses Ziel zu verwirklichen. In Anlehnung an die im oben genannten Erlass aufgeführten Kriterien zeigen wir im Anhang in Anlehnung an den Erlass anhand des ursprünglichen Antrags im Einzelnen, wie in der Schule dieser Schulprogrammaspekt umgesetzt wird. Inzwischen ist die Arbeit sehr weit ausgereift und fest etablieret und erfährt hohe Akzeptanz in der Schulegemeinde.

Der Erfolg unserer Bemühungen um die Förderung besonders begabter und hochbegabter und hochleistender Jugendlicher zeigt sich unter anderem darin, dass wir schon Anfang des Jahrtausends in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Schule und Wirtschaft“ in unserem Gymnasium eine Fortbildungsveranstaltung zu dem Thema angeboten und in einem Innovationswettbewerb den 2. Preis gewonnen haben. Im Amtsblatt 10/03 werden wir außerdem als Schule genannt, die sich intensiver als andere mit dem Thema Hochbegabung beschäftigt hat und einige unserer besonderen Aktivitäten sowie die Zusammenarbeit der Schule mit außerschulischen Institutionen hervorgehoben. Wir gehören damit zu den ersten Schulen des Landes, die hier einen besonderen Schwerpunkt ihrer Schulentwicklung setzten und damit eine Vorreiterrolle einnahmen zu einer Zeit, als die Thematik noch weitgehend weniger Beachtung fand. Inzwischen ist dies anders, fast alle Schulen widmen sich diesem Aspekt. Die Arbeit an unserer Schule wird von Frau Wick koordiniert.

E. Ganter, OStDn.

Schulleiterin

Anhang zum Antrag auf Verleihung des Gütesiegels für das Starkenburg-Gymnasium

Teil 1: Vorstellung des derzeitigen Standes der Fördermaßnahmen in Anlehnung an die Kriterien des HKM

Die im Amtsblatt genannten Voraussetzungen für die Erteilung des Gütesiegels sind:

  1. Sie haben ein Förderkonzept zur Hochbegabtenförderung entwickelt einschließlich entsprechender Evaluationsmethoden. Die Hochbegabtenförderung ist Teil des Schulprogramms.
  1. Sie können hochbegabte Schülerinnen und Schüler (bei Bedarf mit Unterstützung der Schulpsychologischen Dienste oder der Beratungsstelle BRAIN) sachgerecht identifizieren (z.B. hochbegabte Hochleistende, hochbegabte Unauffällige, hochbegabte Minderleister).
  1. Sie erstellen individuelle Förderpläne für alle vorkommenden Ausprägungen von intellektueller Hochbegabung und Leistungsfähigkeiten, in denen auch außerschulische Maßnahmen aufgeführt werden können, und schreiben diese regelmäßig fort.
  1. Sie bieten Eltern qualifizierte Beratung zum Thema an.
  1. Sie arbeiten mit kompetenten außerschulischen Institutionen auf dem Gebiet der Hochbegabung (Schulpsychologische Dienste, BRAIN, Beratungsstellen, Hochschulen, Kinder- und Jugendakademien usw.) zusammen und bilden mit ihnen und weiteren interessierten Schulen nach Möglichkeit regionale Netzwerke.
  1. Die Lehrkräfte der Schule bilden sich regelmäßig fort und wenden verschiedene Methoden zur sachgerechten Hochbegabtenförderung an.
  1. Sie evaluieren systematisch alle ergriffenen Maßnahmen (bei Bedarf mit Unterstützung der Schulpsychologischen Dienste) zum jeweiligen Schuljahresende, dokumentieren die Ergebnisse und führen in diesem Rahmen zugehörige Statistiken (z.B. Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Jahrgangsstufe übersprungen oder am Unterricht einer höheren Jahrgangsstufe oder eines anderen Schulzweiges oder an außerschulischen einschlägigen Angeboten teilgenommen haben oder mehr als zwei Leistungskurse belegten; Anzahl der Arbeitsgemeinschaften, in denen Hochbegabte gefördert werden; Erfolge bei Wettbewerben, Abschlussprüfungen, Vergleichsarbeiten, besonderen Lernleistungen, sozialem Engagement usw.).

Im Folgenden wird zu jedem einzelnen Punkt zunächst ausgeführt, wie er im Starkenburg-Gymnasium realisiert wird. Nachfolgend werden entsprechende Belege angefügt.

  1. Sie haben ein Förderkonzept zur Hochbegabtenför-derung entwickelt einschließlich entsprechender Evaluationsmethoden. Die Hochbegabtenförderung ist Teil des Schulprogramms.

Förderkonzept des Starkenburg-Gymnasiums

Die nachfolgenden Punkte umfassen die Aktivitäten, die wir in unserer Schule bereits praktizieren.

Identifizierung der Hochbegabten:

  1. Identifizierung besonders begabter Schüler und Schülerinnen
  2. Zusammenarbeit mit dem schulpsychologischen Dienst

Beratung und Information:

  1. Wöchentliche Sprechstunde zur Beratung der Eltern und der Schülerinnen und Schüler durch die Beratungslehrerin (in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften des Kindes und gegebenenfalls der Schulleiterin) mit dem Ziel, individuelle Wege der Förderung abzustimmen
  2. Vorstellung außerschulischer Ansprechpartner und themenbezogener Veröffentlichungen
  3. Jährliche Elternabende für einen persönlich eingeladenen Adressatenkreis zur ausführlichen Information über schulische und außerschulische Förderangebote unter Mitwirkung außerschulischer Experten und Betroffener
  4. Fortlaufende Verbreitung der aktuellen Informationen über ausgeschriebene Wettbewerbe und außerschulische Veranstaltungen in Schülerschaft und Kollegium und Ermutigung zur Teilnahme durch persönliche Ansprache
  5. Jährliche Informationsveranstaltung über Auslandsaufenthalte in der Jahrgangsstufe 11, die ein „indirektes“ Überspringen eines Schuljahres ermöglichen

Einbindung außerschulischer Institutionen:

  1. Entsendung hochbegabter Schülerinnen und Schüler zu Enrichmentangeboten wie Ferienakademien, Schülerakademie Darmstadt, Jugendakademie Mannheim, Zentrum für Mathematik in Bensheim, Fachhochschulen und Universitäten der Region
  2. Einbeziehung des Fördervereins der Schule zur gezielten Anschaffung von Medien zur Binnendifferenzierungsmaßnahmen im Unterricht
  3. Einbindung von Sponsoren (z.B. Rotary-Club), um Preise finanzieren zu können
  4. Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen, die Fördermaßnahmen anbieten

Einrichtung spezieller Fördermaßnahmen:

  1. Einrichtung von speziellen Arbeitsgemeinschaften zur Förderung besonders begabter und interessierter Jugendlicher, die persönlich zur Teilnahme an der AG eingeladen werden unter Beteiligung außerschulischer Experten; (hier werden drei „Schienen“ angelegt, die die Interessensschwerpunkte gemäß der drei Fachbereiche berücksichtigen).
  2. Ermutigung zum Überspringen einer Klassenstufe und Betreuung der Betroffenen beim Übergang
  3. Ermutigung und Betreuung von Wettbewerbsteilnehmern
  4. Regelmäßige Präsentation besonderer Schülerleistungen in besonderen Nachmittagsveranstaltungen für Mitschüler, Eltern und Lehrkräften im FB-3-Forum (ausführliche Beschreibung erfolgt später)

Förderung der sozialen Akzeptanz von Hochleistung und Hochbegabung:

  1. Jährliche Abendveranstaltung mit buntem Rahmenprogramm, in der Schülerinnen und Schüler, die sich durch besondere Leistungen im kognitiven, musischen, sportlichen oder sozialen Bereich auszeichneten, geehrt werden
  2. Jährliche Auszeichnung „Lob und Preis“ von besonderen Leistungen in den Klassen 5 und 6 in Form von Zeugniseinträgen und Buchpreisen bei der Zeugnisvergabe am Schuljahresende

Fortbildung:

  1. Regelmäßige Fortbildung einzelner Kollegen und Kolleginnen, die als Multiplikatoren schulintern wirken
  2. Abstimmung der schulischen Vorhaben und Weiterentwicklung der Konzepte sowie deren Evaluation in der kollegialen Arbeitsgruppe „Begabtenförderung“, in der 7 Kollegen aus allen Fachbereichen mitwirken
  3. Jährliche Information des Kollegiums über Förderungsmöglichkeiten im Rahmen der Konferenzarbeit
  4. Regelmäßige Beteiligung im Netzwerk der Beratungslehrer und –lehrerinnen des Kreises
  5. Förderung der Methodenkompetenz des Kollegiums im Rahmen von Pädagogischen Tagen zur Entwicklung von Unterrichtsformen, die binnendifferenzierende Maßnahmen im Unterricht und Möglichkeiten zur Selbsttätigkeit der Lernenden eröffnen
  6. Besonderheit im Schuljahr 2002/2003: Vorstellung der eigenen Konzepte vor einem interessierten Teilnehmerkreis im Rahmen der Fortbildungsveranstaltungen des Arbeitskreises „Schule und Wirtschaft“

Integration in die Ausbildungsarbeit:

  1. Einbindung der Thematik in die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare der Schule

Evaluationsmaßnahmen:

  1. Wichtige Maßnahmen werden regelmäßig evaluiert (z.B. Ergebnisse des Überspringens einer Klassenstufe; Elternbefragung zu den Förderungsmaßnahmen)

Verankerung im Schulprogramm

Mit Wechsel der Schulleitung wurde diese Zielsetzung der schulischen Arbeit in Zu-sammenarbeit mit der ausgesprochen engagiert und ideenreich arbeitenden Bera-tungslehrerin für die Förderung der Hochbegabten noch stärker akzentuiert und das Konzept weiter ausgebaut. Die Evaluation der einzelnen Maßnahmen wurde vorberei-tet und zum Teil bereits durchgeführt.

Nach der Veröffentlichung des Erlasses zum Erwerb des Gütesiegels hat die Schul-gemeinde in den Gremien beschlossen, sich bei der Fortschreibung des Schulpro-gramms an diesen Vorgaben zu orientieren. Die folgende neue Fassung ist inzwischen verabschiedet. Die Fördermaßnahmen, die zum Teil an der Schule schon regelmäßig angewandt, aber noch nicht explizit im Schulprogramm erwähnt werden, sollten ur-sprünglich eigentlich erst nach Abschluss der Evaluation berücksichtigt werden. Nach Kenntnisnahme des Erlasses zum Erwerb des Gütesiegels machen wir uns nun Hoff-nungen, dass wir mit unseren bereits praktizierten regelmäßigen Maßnahmen zur Be-gabtenförderung Chancen haben könnten, den dort formulierten Anforderungen ge-recht zu werden. Unser Bestreben, das Gütesiegel des HKM zu erwerben, führte des-halb dazu, dass dieser Schritt vorgezogen wurde und Ende März 2004 zu folgender Fortschreibung des Schulprogramms führte:

In den Gremien beschlossene neue Schulprogrammfestschreibung:

Das Starkenburg-Gymnasium setzt sich zum Ziel für die gemeinsame Arbeit, die Förderung von hochbegabten und besonders begabten Schülerinnen den Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums entsprechend so zu gestalten, dass die Voraussetzungen zum Erhalt des Gütesiegels erfüllt werden. Dazu gehört vor allem
die Erweiterung der im Schulprogramm formulierten Ziele um die noch nicht erwähnten Schritte, die im Rahmen der schulischen Aktivitäten der Hochbegabtenförderung bereits praktiziert werden, zum ganzheitlichen Förderkonzept. (siehe oben)
Bei allem schon erfolgenden Engagement in der Sache strebt die Schulgemeinde des Starkenburg-Gymnasiums für die folgenden Jahre an,

  • die Identifizierung betroffener Schüler und Schülerinnen gemäß den Empfehlungen zur Erkennung von besonderen Begabungen (…) in hessischen Schulen (ABl 2001, S.517) im Kollegium noch stärker zu verankern und durch Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Dienst die eigenen Diagnosekompetenzen zu stärken;
  • die Schaffung verbesserter Strukturen als Grundlage für die bereits betriebene Beratung einzelner Hochbegabter zu schaffen, um die Erstellung von individuellen Förderplänen zu erleichtern;
  • die Beratung der betroffenen Eltern noch weiter auszubauen und auch die Beratung der Jugendlichen zu intensivieren;
  • die vielfältige Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen auf dem Gebiet der Hochbegabung fortzusetzen und das bestehende regionale Netzwerk weiter zu pflegen und zu unterstützen;
  • die Fortbildung des Kollegiums weiterhin zu sichern und schulintern auszubauen;
  • die Evaluation der einzelnen Vorhaben zur Förderung von Hochbegabten jährlich zu evaluieren und die Ergebnisse zu dokumentieren.“

Zwar wurde auch schon in der ersten Fassung des Schulprogramms des Starkenburg-Gymnasiums die Förderung besonders begabter und interessierter Schüler und Schülerinnen festgeschrieben. Allerdings ist dabei die Formulierung der Vorhaben noch recht allgemein gehalten, wie im Beispiel unter „Allgemeine Zielsetzungen zur Unterrichtsarbeit“ deutlich wird:

Auszug aus dem Schulprogramm des Starkenburg-Gymnasiums

In der etwas später verfassten Agenda sind weitere Punkte stichwortartig unter dem Schulprogrammaspekt „Wir wollen die individuellen Lernausgangslagen unserer Schülerinnen und Schüler stärker fördern – Förderung besonderer Begabungen“ gebündelt: (Hier fehlen in der Aufzählung der Arbeitsgemeinschaften allerdings noch die Chemie-AG und die Experimental-AG sowie die Spanisch-AG. Letztere wurden unter besonderer Blickrichtung auf die besonders Begabten eingerichtet.)

  1. Sie können hochbegabte Schülerinnen und Schüler (bei Bedarf mit Unterstützung der Schulpsychologischen Dienste oder der Beratungsstelle BRAIN) sachgerecht identifizieren (z.B. hochbegabte Hochleistende, hochbegabte Unauffällige, hochbegabte Minderleister).

Bei der Erkennung von besonderen Begabungen bei Schülern und Schülerinnen arbeitet das Starkenburg-Gymnasium bereits jetzt schon eng mit dem Schulpsychologischen Dienst zusam-men. Es orientiert sich dabei an den Empfehlungen, die im Amtsblatt 8/01, S. 517 ausgesprochen werden. Konkret heißt das:

  • Den Marburger Studien entsprechend weisen 4/5 der Hochbegabten eine weit-gehend unproblematische Entwicklung auf, wobei zu beobachten ist, dass sie ein hohes Maß an Eigenaktivität und ein umfangreiches selbstbestimmtes Er-kundungsverhalten zeigen. Hochbegabte verfügen im Normalfall demnach über eine hohe und stabile Leistungsmotivation und ein hohes und positives Bild der eigenen Persönlichkeit. Die Identifizierung dieser Personengruppe fällt im Schul-alltag nicht schwer: Die Erfassung dieser Schülerinnen und Schüler gelingt durch den Zeugnislisten beigefügte Namenslisten, auf denen sie wegen ihres guten oder sehr guten Notenbildes vom Klassenlehrer eingetragen werden oder – wenn die Begabung sich in einzelnen Fächern und nicht „flächendeckend“ zeigt – vom Fachlehrer vermerkt werden. Die Listen gehen direkt an die Bera-tungslehrerin für die Hochbegabtenförderung weiter, die die weiteren Schritte einleitet. Ein Beispiel wird im Anhang aufgeführt.
  • Einige Schüler und Schülerinnen kommen bereits – durch entsprechende Vor-arbeit der Grundschulen oder Initiative der Eltern – getestet zu uns. Sie werden ebenfalls von der Beratungslehrerin erfasst und weiter beraten.
  • Mit dem Schulpsychologischen Dienst des Staatlichen Schulamtes arbeiten wir zusammen, um die genaue psychologische Diagnostik zu sichern. Zur Zeit diskutieren wir, wie die Diagnosekompetenz innerhalb des Kollegiums noch weiter verbessert werden kann. Konkreter Anlass ist ein Fall, bei dem die Hochbegabung erst sehr spät durch einen Test, der auf Initiative der Schule durchgeführt wurde, erkannt wurde.
  • Vereinzelt haben wir getestete Hochbegabte, die aufgrund ihres Sozialverhal-tens oder mangelnder Lernbereitschaft oder Unterforderung und daraus resul-tierender schwacher Schulleistungen als „underachiever“ auffällig werden. Hier sprechen wir im Team gemeinsame Vorgehensweisen ab, die sich inzwischen als geeignet erweisen, um den Betroffenen positive Lernerfolge zu ermöglichen. Diese Maßnahmen erfolgen in Absprache und mit Beratung der Eltern, wobei der Aspekt der sozialen Integration und Überwindung der isolierenden Verhal-tensweisen gleichermaßen Beachtung findet wie die Förderung der kognitiven Fähigkeiten der Kinder. Die Einbeziehung des Schulpsychologischen Dienstes als beratende und unterstützende Institution ist durch die Nähe des Schulamtes einfach, allerdings oft nicht erforderlich, weil Eltern schon in Eigeninitiative entsprechende Untersuchungen und Therapien eingeleitet haben.
  • Spezielle Begabungen in den musischen Fächern Kunst und Musik und im sportlichen Bereich zeigen sich ohne spezielle Diagnoseverfahren und werden von den Fachlehrkräften gezielt und in Absprache mit der Beratungslehrerin gefördert. Die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Musikschule, dem Konservatorium und den Sportvereinen unterstützt dies.
  • Die Methodenkompetenz des Kollegiums wird auf pädagogischen Tagen, beim Medientag zur Förderung des Einsatzes neuer Medien und in Zusammenarbeit mit dem EG-Seminar der Schule dahin gehend weiter entwickelt, dass offene und damit innere Differenzierung ermöglichende Unterrichtsformen noch stärker zum Einsatz kommen, so dass besondere Begabungen und Fähigkeiten entdeckt und gefördert werden können und den betroffenen Kindern mit ihren speziellen Lernstrategien, ihren komplexen Denkmustern und ihrer besonderen Motivationslage entsprochen werden kann.
  • Die Vermittlung individueller Lernstrategien im Sinne eines Lernen lernens beginnt für alle bereits in der 5. Klasse und wird in den folgenden Klassen fortgesetzt. In der Jahrgangsstufe 11 führt ein Studientag gezielt zur Förderung der Organisation und der kritischen Reflexion des eigenen Lernens. Bei diesen Gelegenheiten fallen ebenfalls besondere Begabungen auf und es bietet sich Anlass zur individuellen Beratung.
  • In Beratungsgesprächen mit Eltern wird die soziale Entwicklung des Kindes, die spezielle Interessenslage und die Lernmotivation thematisiert, was besonders bei den sich langweilenden, weil unterforderten Kindern eine wichtige Voraussetzung ist, um das entsprechende Maß an kognitiver Anforderung zu finden, aber auch um entsprechende Enrichment – Angebote zu unterbreiten.
  • Ein Konzept zur Unterstützung von Kindern mit Teilleistungsschwächen wie zum Beispiel LRS zielt u. a. darauf ab zu vermeiden, dass die Entfaltung einer besonderen Begabung an entsprechenden Beeinträchtigungen scheitert.
  • Die Teilnahme an Fördermaßnahmen steht – auch wenn bestimmte Auswahlver-fahren die direkte Ansprache geeigneter Schüler und Schülerinnen gewährlei-sten – grundsätzlich allen Interessierten offen. Auch dadurch wird angestrebt, eventuell noch nicht „entdeckte“ Hochbegabte zu finden und zu fördern.
  • Das Konzept des WPU-Unterrichts an unserem Gymnasium wurde in der Ver-gangenheit so verändert, dass neben der Vermittlung der 3. Fremdsprache ebenfalls dreistündige Unterrichtsangebote unterbreitet wurden, die die Möglichkeit zur Förderung besonders Begabter in den beiden anderen Fachbe-reichen ermöglichen. Die Beratungslehrerin der Schule für besondere Begab-ungen bietet zum Beispiel einen naturwissenschaftlichen Kurs an, in dem eigen-ständiges Experimentieren und individuelle Erarbeitung von Themenkomplexen zentrale Aufgaben sind. Besonders Begabte können später im „FB-III-Forum“, einer besonderen Einrichtung der Schule, über die in der Anlage zu Punkt 1 bereits ausführlich informiert wurde, weiter gefördert werden. Der Fachbe-reichsleiter des Fachbereichs II leitet eine Lerngruppe zum Thema „Zeitge-schichte“, in der ebenfalls selbstorganisiertes Lernen im Vordergrund steht.
  • Ein breites Angebot unterschiedlicher AGs bietet vielfältige Möglichkeiten zur Entdeckung und Förderung von besonderen Begabungen. Zum Teil sind sie auch speziell zu diesem Zweck eingerichtet, wie die vom Hessischen Kultus-ministerium geförderte Astronomie-AG und die Text- und Theaterwerkstatt, in der Theaterstücke geschrieben und anschließend im Spiel umgesetzt werden. Diese AG wurde im Schuljahr 2003/4 noch vom Ministerium als Fördermaßnahme anerkannt. Inzwischen finanziert sie sich durch die bei den gewonnenen Wettbewerben eingenommenen Preisgelder selbst. Der genaue Wortlaut des Antrags wird angefügt.
  1. Sie erstellen individuelle Förderpläne für alle vorkommenden Ausprägungen von intellektueller Hochbegabung und Leistungsfähigkeiten, in denen auch außerschulische Maßnahmen aufgeführt werden können, und schreiben diese regelmäßig fort.

Die Erstellung von Förderplänen erfolgte bisher im Bedarfsfall, wenn über das allgemeine und in der betroffenen Elternschaft ausführlich kommunizierte Angebot hinaus besondere Situationen, wie zum Beispiel das Überspringen einer Jahrgangs-stufe oder besondere Auffälligkeit oder besondere Anfrage der Eltern dies erforderlich machen. Beispiele dafür sind im Anhang aufgeführt.

Förderpläne wurden auch im Klassenteam erörtert und protokollarisch festgeschrieben, wenn besondere soziale oder pädagogische Probleme mit den betroffenen Kindern bestehen.

Derzeit erarbeiten wir einen Förderplan für eine Schülerin, die der Schulpsychologe auf Initiative der Schule getestet und als hochbegabt erkannt hat. Hier weichen die schulischen Leistungen zum Teil stark von diesem Ergebnis ab (eine Jahrgangsstufe wurde schon wiederholt).

Es werden im Moment Strukturen erarbeitet, die das Erstellen von Förderplänen vereinfachen und in der Effektivität besser evaluierbar macht. Es sind uns einige Beispiele aus der Grundschulpraxis bekannt, allerdings eignen sich diese nur eingeschränkt für die Schulform des Gymnasiums. In der Fortschreibung unserer Arbeit werden wir hier einen Schwerpunkt setzen.

  1. Sie bieten Eltern qualifizierte Beratung zum Thema an.
  • Die Beratungslehrerin für Hochbegabte bietet wöchentliche Sprechstunden an, die in der Elternschaft bekannt sind.
  • Die Schulleiterin unterstützt die Beratungen und ergänzt sie vor allem in Fällen, in denen das Überspringen von Klassen diskutiert werden soll oder wenn Underachiever besondere Probleme bereiten.
  • Die Schule versteht sich auch als vermittelnde Instanz zu qualifizierten Fachleuten und Institutionen bei Problemfeldern, die die eigene Kompetenz überfordern.
  • Die Elternschaft der Hochbegabten, der in bestimmten Bereichen Begabten und der Hochleistenden werden durch persönliche Anschreiben mindestens einmal jährlich zu einem Informationsabend eingeladen, an dem betroffene Schüler und Schülerinnen über ihre Teilnahme an Pull – out – Maßnahmen berichten oder per-sönliche Erfahrungen beim Überspringen einer Jahrgangsstufe vermitteln. Zu die-sen Elternabenden werden auch Experten von außerschulischen Organisationen zur Förderung von Hochbegabung eingeladen, um Angebote vorzustellen.
  • Einmal im Jahr werden Schüler und Schülerinnen sowie deren Eltern zu einem Informationsnachmittag eingeladen, an dem über das breite Angebot an Möglich-keiten zum „indirekten Überspringen“ einer Jahrgangsstufe durch längere Aus-landsaufenthalte informiert wird. Zur Förderung der Motivation und zum Abbau von eventuell vorhandenen Ängsten werden auch bei dieser Veranstaltung Schüler und Schülerinnen eingeladen, die im Ausland waren oder aus dem Ausland bei uns zu Gast sind.
  1. Sie arbeiten mit kompetenten außerschulischen Institutionen auf dem Gebiet der Hochbegabung (Schulpsychologische Dienste, BRAIN, Beratungsstellen, Hochschulen, Kinder- und Jugendakademien usw.) zusammen und bilden mit ihnen und weiteren interessierten Schulen nach Möglichkeit regionale Netzwerke.

Im Schulamtsbezirk gibt es eine Arbeitsgruppe der Beratungslehrkräfte, die sich an den verschiedenen Schulen mit Methoden zur Förderung von Hochbegabten auseinander setzt. Hier und in einer überregionalen Veranstaltung für interessierte Lehrkräfte des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft haben wir unser Förderkonzept vorgestellt und diskutiert.

Über die regionalen Netzwerke hinaus besteht ein intensiver Informationsaustausch mit dem Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt, bei dem ich vor meiner Zeit als Schul-leiterin des Starkenburg-Gymnasiums als Fachleiterin und Lehrerin an dieser Schule die Anfänge der Förderung von besonders Begabten mit auf den Weg gebracht habe.

Seit Jahren arbeiten wir am Starkenburg-Gymnasium mit verschiedenen Organisationen und Institutionen zusammen, deren besonderes Anliegen die Förderung von Hochbe-gabten ist. Viele Schüler und Schülerinnen haben inzwischen an entsprechenden Ver-anstaltungen teilgenommen, so zum Beispiel an Kinder- und Jugendakademien, Veran-staltungen von Fachhochschulen und Universitäten.

Die Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Dienst des staatlichen Schulamts ist ausgesprochen konstruktiv und gibt uns die Sicherheit, dass unsere Vorhaben professio-nell und effizient sind.

  1. Die Lehrkräfte der Schule bilden sich regelmäßig fort und wenden verschiedene Methoden zur sachgerechten Hochbegabtenförderung an.

Im Starkenburg-Gymnasiums gibt es mehrere Lehrkräfte, die sich zum Teil schon seit längerer Zeit regelmäßig in bestimmten Bereiche der Hochbegabtenförderung fortbilden. Sie wirken als Multiplikatoren im Kollegium.

  • Frau Wick hat als Beratungslehrerin mehrere unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema Hochbegabung fortgebildet, sie nimmt regelmäßig an den Veranstaltungen des Staatlichen Schulamts teil.
  • Herr Nothnagel und Herr Bauer sind mit einem Teil ihres Deputats an das Zentrum für Mathematik in Bensheim abgeordnet.
  • Herr Nothnagel ist seit Jahren als Projektleiter mit der Vorbereitung und Organisa-tion des Tages der Mathematik befasst.
  • Die beiden Herren Ober sind an das Handballleistungszentrum in Bensheim abgeordnet, sie fördern besonders begabte Schüler und Schülerinnen im Sport.
  • Frau Platzek hat an allen Teilen des Pilotprojektes „Besondere Begabungen erken-nen und fördern – ein notwendiges Thema der Lehrerausbildung“ teilgenommen und beabsichtigt, das Abschlusszertifikat zu erwerben.
  • Frau Wick und Herr Bauer sind angemeldet zur Fachtagung zur Begabtenförderung am 22.4.2004
  • Ich habe bevor ich Schulleiterin wurde an der ersten Fortbildung des HELP mit der Kultusministerin in Weilburg teilgenommen, bei der für das Thema Hochbegabtenförderung sensibilisiert wurde. In meiner früheren Tätigkeit als Ausbilderin habe ich die Vermittlung von methodischen Vorgehensweisen, welche differenzierenden Unterricht zur Förderung besonders Begabter ermöglichen, und die Förderung von Mädchen im naturwissenschaftlichen Unterricht als besondere Schwerpunkte meiner Ausbildungs- und Fortbildungsarbeit akzentuiert.
  • Sieben Mitglieder des Kollegenarbeitskreises Hochbegabung bearbeiten miteinander verschiedene Aspekte der Thematik. Die Mitglieder der Gruppe verbreiten die Ergebnisse ihrer individuellen Fortbildung im Kollegium durch Information in der Gesamtkonferenz, den Fachkonferenzen, im EG-Seminar sowie an Pädagogischen Tagen.
  1. Sie evaluieren systematisch alle ergriffenen Maß-nahmen (bei Bedarf mit Unterstützung der Schul-psychologischen Dienste) zum jeweiligen Schuljah-resende, dokumentieren die Ergebnisse und führen in diesem Rahmen zugehörige Statistiken (z.B. An-zahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Jahr-gangsstufe übersprungen oder am Unterricht einer höheren Jahrgangsstufe oder eines anderen Schul-zweiges oder an außerschulischen einschlägigen Angeboten teilgenommen haben oder mehr als zwei Leistungskurse belegten; Anzahl der Arbeitsge-meinschaften, in denen Hochbegabte gefördert werden; Erfolge bei Wettbewerben, Abschlussprü-fungen, Vergleichsarbeiten, besonderen Lernleis-tungen, sozialem Engagement usw.).

Die Evaluationsmaßnahmen wurden mit dem Schulpsychologischen Dienst abge-stimmt.

Evaluation des Förderkonzepts des Gymnasiums:

Im Rahmen der Evaluation des Schulprogramms hat das Kollegium des Starkenburg-Gymnasiums beschlossen, einen Schwerpunkt bei der Evaluation der Förderung der Hochbegabten zu setzen. In einer Nachmittagsveranstaltung hat es die bisherige Arbeit kritisch reflektiert und Erreichtes und noch Anzustrebendes herausgearbeitet. Ein Protokoll der Sitzung wird angefügt.

Auch dieser Antrag wird als ein Teil der Gesamtevaluation verstanden, da systematisch alle relevanten Aspekte unsere Arbeit zur Förderung der Hochbegabten bilanzierend betrachtet werden und belegt werden müssen.

Evaluation des Förderkonzepts des Gymnasiums bei den Eltern:

Den Eltern der Hochbegabten wurde ein Fragebogen auf dem gut besuchten Elternabend ausgeteilt, dessen Rücklauf uns einerseits Auskunft über die Zufriedenheit der Eltern-schaft mit dem Gesamtangebot unseres Förderkonzepts geben sollte, andererseits aber auch Aufschluss die über die subjektive Wahrnehmung der Situation der Kinder im Unter-richt. Der Fragebogen und das sich aus dem bisherigen Rücklauf abzeichnende Ergebnis wird beigefügt. Hieraus werden wir für das kommende Schuljahr Maßnahmen zur Verbes-serung der Fördermaßnahmen entwickeln.

Evaluation des Überspringens einer Jahrgangsstufe:

Nach Überspringen einer Jahrgangsstufe werden die Erfahrungen der Betroffenen mit einem Fragebogen erfasst und für die Verbesserung der Beratung ausgewertet. Entsprechende beispiele finden sich im Anhang.

Arbeitsgemeinschaften, in denen Hochbegabte gefördert werden:

Neben den zahlreichen Arbeitsgemeinschaften, in denen besondere musikalische

Begabungen gefördert werden, wurden zwei Arbeitsgemeinschaften im Schuljahr 2002/2003 speziell zur Förderung von Hochbegabten eingerichtet. Die AG „Text- und Theaterwerkstatt erwies sich als ausgesprochen erfolgreich. Sie kann inzwischen auf vielfältige Auftritte und auf Auszeichnungen in Wettbewerben verweisen (dies wird durch die Zeitungsartikel im letzten Abschnitt des Anhangs belegt). Die AG „Astronomie“ konnte leider aus organisatorischen Gründen in der Zusammenarbeit mit der Sternwarte nicht im laufenden Schuljahr fortgeführt werden, allerdings finden Interessierte in der Schule Ansprechpartner in der Astronomie-AG.

Beide AGs wurden vom HKM als Maßnahmen zur Förderung von Hochbegabten finanziell unterstützt.

Erfolge bei Wettbewerben

Die Liste der erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmer befindet sich im Anhang. Mit den Ergebnissen des letzten Wettbewerbs vor Abgabe des Antrags auf Verleihung des Gütesiegels, dem Tag der Mathematik 2004 in Heppenheim, kann das Starkenburg-Gymnasium durchaus zufrieden sein: Bei der Rangliste im Gruppenwettbewerb der 9 teilnehmenden Schulenerreichte eine Gruppe den 3. Rang und im Einzelwettbewerb erreichten zwei Schüler, die den 5. Rang erreichten, dass Sie an der Modellierungswoche teilnehmen dürfen. Insgesamt nahmen 19 Schülerinnen und Schüler der Schule teil. Von ihnen erzielten immerhin 2/3 eine Platzierung innerhalb der besseren Hälfte der Gesamtteilnehmer, sodass neben einzelnen Spitzenleistungen auch eine breite Gruppe von sehr Begabten zu verzeichnen ist.

Schülerinnen und Schüler des Starkenburg-Gymnasiums, die bereits eine Jahrgangsstufe übersprungen haben

Es gab zur Zeit der Antragstellung sieben Schüler und Schülerinnen, die ein Schuljahr übersprungen haben.

Schüler und Schülerinnen, die an einschlägigen außerschulischen Angeboten teilgenommen haben

(Die entsprechenden Listen sind bereits unter Punkt 5 aufgeführt, sie werden hier nur bilanziert.)

Zur Jugendakademie Mannheim wurden 9 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II im Schuljahr 2003/4 vermittelt.

Zur Kinder- und Jugendakademie Darmstadt wurde eine Schülerin zum Studientag für Gymnasialschüler entsendet (15 Freitage).

5 Teilnehmer und Teilnehmerinnen nahmen an der Herbstferienakademi e teil, zwei weitere waren ebenfalls gemeldet, aber wegen Krankheit verhindert.

Zur Deutschen Schülerakademie wird regelmäßig ein Schüler oder eine Schülerin gemeldet. In den drei vergangenen Jahren nahm jedes Mal jemand aus der Reihe der Hochbegabten teil.

Zur Deutschen Juniorakademie 2004 haben wir einen Schüler angemeldet.

An der Ferienakademie der Odenwaldschule haben in den vergangenen beiden Schuljahren insgesamt 13 Schüler und Schülerinnen unserer Schule teilgenommen.

Am Aventis-Seminar für Hochbegabte hat 2003 eine Schülerin unserer Schule teilgenommen. Für 2004 haben wir eine weitere Schülerin angemeldet.

Am Mathe-Treff des Zentrums für Mathematik nahmen teil:

Schuljahr 2000/1: 9 Schüler

Schuljahr 2001/2: 12 Schüler und Schülerinnen

Schuljahr 2002/3: 7 Schüler und Schülerinnen